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Stralsund Jesus Ahoi – Hafenfestival der Superlative
Vorpommern Stralsund Jesus Ahoi – Hafenfestival der Superlative
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19:56 21.06.2019
Sasha Di Capri (l.) spielt Judas Iskariot, Chris Murray ist Jesus Christ und Feline Zimmermann tritt als Maria Magdalena auf.
Sasha Di Capri (l.) spielt Judas Iskariot, Chris Murray ist Jesus Christ und Feline Zimmermann tritt als Maria Magdalena auf. Quelle: Vincent Leifer
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Stralsund

Was für ein Aufwand! 130 Ballett-Tänzer, Orchester- und Rockmusiker, Schauspieler und Statisten, dazu 20 Techniker, eine Video-Künstlerin und zwei Regisseure, von denen einer auch noch Hauptdarsteller ist: Vorhang auf für „Ahoi – Mein Hafenfestival“. Ab dem 28. Juni ist die Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ unter freiem Himmel auf der Wiese vor dem Hansa-Gymnasium zu sehen. Fünf Vorstellungen stehen bis zum 14. Juli auf dem Programm. Danach zieht der Rockzirkus an den Greifswalder Museumshafen, wo nach der dortigen Premiere am 18. Juli bis zum 26. Juli fünf weitere Aufführungen geplant sind.

„Die Produktion ist für uns schon ein ziemlicher Superlativ“, sagt Regisseur Dirk Löschner vom Theater Vorpommern. So etwas sei nur unter freiem Himmel möglich, da eine Inszenierung mit so vielen Beteiligten die Kapazitäten in den Theaterhäusern überfordern würde.

„Beim Singen machst du dich ganz schön kaputt“

Der Handlung des Stück, das zum ersten Mal 1971 in New York aufgeführt wurde, liegt die christliche Passionsgeschichte zugrunde – also das Leiden und Sterben Jesu Christi samt Zerwürfnis mit Judas, letztem Abendmahl und der Kreuzigung durch die Römer. Die Story erzählt „von wahren Freunden und Verrätern, von Ruhm und Fall eines Idols. Doch am Ende steht ein Neuanfang: die Geburt einer Weltreligion“, formuliert es das Theater Vorpommern. Die Musik schrieb der weltberühmte britische Komponist Andrew Lloyd Webber im Altern von 23 Jahren.

In dieser Woche fanden mehrere Proben des Stücks statt. Die Schauspieler gingen mal mit, mal ohne Kostüme auf die Bühne.

Löschner führt für das Stück die Regie gemeinsam mit Schauspieler Chris Murray, der in der Hauptrolle des Jesus Christ Superstars zu sehen ist. „Wir haben vor zwei Jahren zum ersten Mal zusammen gearbeitet, als wir die Musical Gala auf die Bühne gebracht haben“, blickt Löschner zurück. „Jeder hat andere Stärken, wir schmeißen uns die Bälle gegenseitig zu“, ergänzt Murray und sagt über die Arbeit auf der Bühne: „Es ist nicht leicht, da machst du dich beim Singen ganz schön kaputt.“

Der Verräter als Traumrolle

Für ihn ist es die 17. Inszenierung von Jesus Christ Superstar – und er hat seinen Judas gleich mitgebracht. „Es gibt nur zwei oder drei Schauspieler in Deutschland, die die Figur so gut spielen können wie Sasha Di Capri“, sagt Murray. Sein Widersacher mimte 2016 zum ersten Mal den biblischen Verräter – für ihn eine Traumrolle. „Es ist eine andere Vorbereitung, als wenn man sich auf einen fiktiven Charakter vorbereitet“, sagt Di Capri, der seine Spielräume nutzt und sehr präsent auf der Bühne ist. Zudem tritt er in zwei Funktionen auf – als Judas und als Moderator, der Jesus fragt, ob denn alles, was geschehen ist, auch so in Ordnung war.

Hervorzuheben sind auch die kraftvollen Auftritte von Thomas Rettensteiner in der Rolle des Pontius Pilatus. Er will Jesus eigentlich nicht umbringen, doch gehorcht er dem aufgehetzten Volk, das den Tod fordert, um einen Aufstand zu verhindern. Mit viel Stimmvolumen bringt er seinen inneren Konflikt ergreifend zum Ausdruck.

Videokunst gibt neue Impulse

Die Jesus-Story ist 2019 Jahre alt, ihre Darstellung hat das Theater Vorpommern dennoch um ein sehr modernes Element angereichert: LED-Bildschirme. Darauf werden laut Regisseur Dirk Löschner „assozierende Eindrücke und visuelle Umdeutungen“ der litauischen Videokünstlerin Gintare Minelgaite zu sehen sein, die dem Geschehen eine weitere Ebene hinzufügen.

Die Proben gehen nun in die heiße Phase. „Je näher der Premierentermin kommt, desto fokussierter werde ich“, sagt Regiesseur Löschner und unterstreicht gestenreich, dass er mehr und mehr die Welt um ihn herum ausblendet. Den ersten Applaus hat Jesus Christ Superstar übrigens schon eingeheimst: Während der Proben auf der Hansawiese sammeln sich immer wieder Schüler des Gymnasiums nebenan an den Fenstern und jubeln nach den Liedern.

Vorstellungen fangen um 21.30 Uhr an

Jesus Christ Superstarwird in Stralsund aufgeführt am 28. und 29. Juni, 12., 13. und 14. Juli. Greifswalder Termine: 18., 19., 23., 24., 25. und 26. Juli. Da das Licht eine wichtige Rolle spielt und auch LED-Bildschirme integriert sind, ist Dunkelheit notwendig. Beginn ist daher stets um 21.30 Uhr. Dauer: 90 Minuten, keine Pause. Karten kosten zwischen 10 und 27 Euro und sind erhältlich unter 03831 / 26 46 124 und auf www.ahoi-meinhafenfestival.de

Kai Lachmann

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