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Stralsund Jugendarbeit beim THW: Früh übt sich, wer ein Retter werden will
Vorpommern Stralsund Jugendarbeit beim THW: Früh übt sich, wer ein Retter werden will
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10:51 25.02.2019
In ihrer Freizeit machen diese Herren blau: Marcel Quaas, Konrad Neumann und Thomas Mülling. Quelle: Carsten Schönebeck
Stralsund

Die etwas andere Bettenkontrolle: Ein großer Gitterkorb, jede Menge Holzlatten, blaue Stoffstücke und zwischendrin wuselnde Kinder. „Das muss auch mal sein, die brauchen wir schließlich bald wieder für das Zeltlager“, sagt Konrad Neumann und blickt über den Hof hinter dem Hallengebäude. Es ist einer der vielen Samstage, die Neumann statt mit seinen Studienbüchern in Rostock mit Kindern und Jugendlichen auf dem Dänholm verbringt. Einer der Tage, an denen auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks überall etwas los ist. Denn während die Jugendgruppe den Satz von Feldbetten auf Schäden und fehlende Teile kontrolliert, stehen auf der anderen Seite des Hauptgebäudes diejenigen, die kurz vor dem Sprung unter die Erwachsenen stehen. „Mit 17 kann man dann ,Jugendhelfer Plus’ werden“, erklärt Neumann. Und zwischen all den Menschen, Werk- und Fahrzeugen dirigiert Carolin Mahnke die ganz Kleinen durch die Halle. Sechsjährige im blauen Dress der Katastrophen-Helfer.

„Zählt mal, wie viele Betten das sind“, ruft Mahnke ihnen zu. Das verschafft einen kurzen Moment, um zu plaudern. Sie ist eines der vielen „Eigengewächse“, die beim Stralsunder Hilfswerk selbst als Jugendliche gestartet sind und jetzt als Erwachsene Leitungsaufgaben übernehmen. Und weil die gelernte Erzieherin von ihrem Job nicht genug bekommt, arbeitet sie alle drei Wochen mit den „Minis“ auf dem Dänholm. Seit vier Jahren gibt es die Kindergruppe, die auf Entdeckungstour zwischen Einsatzwagen, Funkgeräten, Hantelbank und Generator gehen. Acht Kinder würden derzeit mitmachen. „Eine Warteliste mussten wir bisher noch nicht führen, aber es ist eng“, sagt Mahnke.

Gute Bilanz beim Nachwuchs

Carolin Mahnke führt Grundschulkinder an die THW-Arbeit heran. Quelle: Carsten Schönebeck

Ein zweiter Gruppenleiter mit pädagogischer Ausbildung, das ist einer der wenigen Wünsche, die der Chef des Ortsverbandes Thomas Mülling formuliert. Denn tatsächlich gelingt beim THW, womit sich so viele ehrenamtliche Gruppen in der Region mühen. Knapp 30 Kinder und Jugendliche seien in den Nachwuchsgruppen, dazu kommen fast 70 ehrenamtliche Erwachsene. „Das ist schon ganz gut“, sagt Mülling zufrieden, auch wenn er einräumt, dass die Bekanntheit seiner Retter-Truppe noch ausbaufähig ist. „Die Feuerwehr kennt jeder, aber was das THW macht, wissen viele gar nicht“, glaubt er. Klar, so häufig, wie die Kameraden in den roten Fahrzeugen rücken Mülling und seine Leute nicht aus. Aber unter Hilfeleistung fällt dann doch viel mehr als der Dieselgenerator auf dem Dorffest.

Im Obergeschoss des flachen Baus ist so mancher Einsatz eindrücklich dokumentiert. Den Flur entlang, vorbei an der Spielfigur in Kindergröße – natürlich im THW-blauen Overall. Der Gruppenraum mit Theke, Tischen und vielen Erinnerungsstücken. In einer Ecke stehen da Flaschen mit fremdsprachlichen Etiketten als Mitbringsel von Einsätzen im Ausland. An die Balken, die den großen Raum durchziehen, haben Mitglieder gravierte Plaketten gehängt. Orte und Jahreszahlen, in der Ecke hängt sogar ein Stück verbogener Friedhofszaun als Mahnung an eines der schlimmsten Unwetter in der Region.

Einsatz beim Drogen-Häckseln

Häufig kommt das THW zum Einsatz, wenn Feuerwehr oder Polizei alleine nicht weiterkommen, wenn das Wasser auf Feldern oder Straßen steht oder eben, wenn es im In- und Ausland zu echten Katastrophen kommt. Der Einsatz vor rund vier Wochen in Wittenhagen war dann aber doch eine Ausnahme. Als bei einer Polizeirazzia eine große Drogenplantage entdeckt wurde, mussten Ernte und Pflanzen vernichtet werden. „Dann rücken wir zum Häckseln an“, sagt Mülling und lacht. Inzwischen sei auch die Abwehr von möglichen Angriffen auf die Infrastruktur ein großes Thema. Krieg ist ein Thema bei den zivilen Helfern. „Treibstoff ist da zum Beispiel ein großes Thema. Wenn der Strom ausfällt, geht keine Tankstelle mehr und es ist ja nicht wie früher, als jeder Landwirt noch seinen eigenen Dieseltank hatte“, erläutert er. Aber ein Versorgungsnetz für den Notfall gebe es bislang nicht.

Mülling ist seit 2002 beim THW. Erst hauptamtlich in der Verwaltungsebene, die dem Bundesinnenministerium unterstellt ist. Ein paar Jahre später stieg er auch ehrenamtlich ein. THW fast rund um die Uhr: Wird das nicht doch ein bisschen langweilig? „Nein, ganz bestimmt nicht“, sagt Mülling und grinst.

Carsten Schönebeck

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