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Stralsund Kanzlerin diskutiert mit Stralsunder Schülern
Vorpommern Stralsund Kanzlerin diskutiert mit Stralsunder Schülern
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18:48 25.03.2019
Ganz nah an der Kanzlerin: Angela Merkel ging am Montag mit Hansa-Gymnasiasten für ein Foto auf Tuchfühlung. Die Kanzlerin war anlässlich des Europatages zu einer Diskussionsrunde mit Schülern an den Sund gekommen. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Europa hat Zukunft. Vor über 200 Zehnt- bis Zwölftklässlern des Hansa-Gymnasiums ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel keinen Zweifel daran, dass sie an die Europäische Union glaubt. Wegen des Europatages hatten die Stralsunder Schüler während einer Diskussionsrunde am Montag die Chance, ihre Fragen rund um die EU an die Kanzlerin loszuwerden.

Das Eis zwischen der Politikerin und den Gymnasiasten war schnell gebrochen: „Ich glaube, wir müssen das nicht so formvollendet hier machen, seid mal ganz entspannt“, erklärte sie eingangs und nahm sich für die vielen, teils auch kritischen Fragen der Schüler Zeit.

Die Vision von der europäischen Zukunft

So wollte der 18-jährige Bruno Moede wissen, ob sich Angela Merkel nach dem Brexit eine europäische Republik noch vorstellen könne? „Es ist nicht meine Vision, dass es eine Republik gibt“, machte die Kanzlerin klar. „Es soll weiterhin einen engen Verbund von Ländern geben, aber wir müssen auch die Möglichkeit haben, als Nationalstaat eigene Entscheidungen zu treffen.“

Ein Thema, das die Schüler umtreibt, ist der europaweit wachsende Nationalismus und Populismus. „Wie viel davon halten wir als Europäische Union aus“, fragte Moderator Lukas Schwechte. „Wir leben weltweit in einer sehr entscheidenden Zeit“, sagte die Kanzlerin. „Dinge wie die Bundesrepublik, die Uno und vor allem die Demokratie sind wegen der schrecklichen Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg entstanden oder gegründet worden.“ Doch es gebe immer weniger Zeitzeugen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht hochmütig werden.“ Gerade bei den Fragen nach aufkeimendem Nationalismus und Populismus könne sie nur sagen: „Wehret den Anfängen.“

Sophie Reinecke fühlte der Kanzlerin bei der Flüchtlingspolitik auf den Zahn: Welche Maßnahmen sind europaweit noch nicht umgesetzt worden, um die Flüchtlingsfrage zu klären. „Da gibt es noch viel zu tun, wir brauchen dringend eine einheitliche Flüchtlingspolitik in der EU.“ Für sie sei es vor allem wichtig, dass nach den Fluchtursachen zu schauen. „Außerdem müssen wir Schlepperbanden unterbinden und Außengrenzen sichern.“

Mit dem Zug durch Europa

„Die EU bietet für junge Menschen viele Möglichkeiten“, sagte Moderatorin Anna Last. „Welche würden Sie nutzen, wenn Sie jetzt 17 Jahre alt wären?“ Lange überlegen musste die Kanzlerin nicht: „Vier Wochen mit dem Zug durch Europa reisen, an einem Erasmus-Programm teilnehmen und zwei Fremdsprachen lernen, mit denen ich in Europa weiterkomme.“

Ratlos war sie hingegen, als Leander Wetzel sie fragte, wie man die Menschen angesichts der ständigen geringen Wahlbeteiligung für Politik motivieren könne. „Die Frage würde ich gern zurückgeben“, sagte Merkel. „Was müssen wir tun? Sogar bei einer direkten Wahl wie der des Landrats ist das Interesse gering.“ Sie könne nur wiederholen, dass es tatsächlich auf jede Stimme ankomme.

Fridays For Future

An einem aktuellen Thema kam sie nicht vorbei. „Wären Sie Schülerin, würden Sie dann für ,Fridays For Future, die Schule schwänzen?“, fragte etwa Paul Salut. Sie respektiere das Engagement der Schüler, aber „dass man den Freitag zum Demonstrationstag erklärt, finde ich nicht so toll. Man tut nicht dauerhaft mehr für das Klima, wenn man nicht zur Schule geht.“ Trotz allem müsse ein Weg gefunden werden, die Forderungen der Schüler ernst zu nehmen.

Eine entspannte Kanzlerin

Seit Wochen hatten sich die Hansa-Gymnasiasten auf den Besuch der Bundeskanzlerin und die Diskussionsrunde vorbereitet. „Wir haben das Thema Europäische Union in den Unterricht mit einbezogen und auch geschichtliche Bezüge hergestellt“, erklärt Mark Fleckeisen, Lehrer am Hansa-Gymnasium. „Weil wir uns so intensiv damit beschäftigt haben, auch, wie europäische Institutionen funktionieren, gab es viele Denkanstöße“, sagte Julius Liebler. „Außerdem bekommt man nicht jeden die Möglichkeit, der Bundeskanzlerin eine Frage stellen zu können“, so der 18-jährige Schüler. Gemeinsam mit seinen Mitschülern Bruno Moede und Joost Willem Witstruck war er sich darüber einig, dass es in dem Jahrgang der elften Klasse viele politisch interessierte junge Leute gibt.

„Es ist schön, dass wir durch Sie einen physischen Eindruck von Politik bekommen“, sagte Leander Wetzel. Und Angela Merkel konnte mit ihrem entspannten Auftritt bei fast allen Schülern punkten. Sie nahm die Fragen der Schüler ernst, ließ sich beim Beantworten Zeit, und das auch immer wieder mit viel Humor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war zu Besuch am Stralsunder Hansa-Gymnasium

Miriam Weber

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