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Stralsund Kein Coronavirus in Stralsund: Fake News bei Whatsapp bedient Ängste
Vorpommern Stralsund

Kein Coronavirus in Stralsund: Fake News bei Whatsapp bedient Ängste

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07:31 01.03.2020
Eine undatierte elektronenmikroskopische Aufnahme des „U.S. National Institute of Health“ zeigt das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) (orange), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen (grau) austritt. Die Probe wurde von einem Patienten in den USA isoliert. Quelle: NIAID-RML/AP
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Stralsund

Was dramatisch klingt, ist nur ein übler Scherz: Ein 32-jähriger Stralsunder soll sich in dieser Woche mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben, weshalb der gesamte Bereich um ein Gebäude in der Karl-Marx-Straße zur Quarantänezone erklärt werden musste. So jedenfalls steht es in einer Nachricht, die sich derzeit offenbar rasant unter Nutzern des Nachrichtendienstes Whatsapp verbreitet. Doch es ist nur eine geschmacklose Falschmeldung, die im Internet die Ängste vieler Hansestädter bedient, wie Mathias Bonatz, Sprecher des Stralsunder Helios Hanseklinikums, am Freitag bestätigt. Der Verfasser der üblen Nachricht sei unbekannt, die Polizei werde über den Vorfall informiert.

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„An dieser Meldung ist nichts dran!“, sagt er. „Was als vermeintlicher Scherz die Runde macht, verursacht unnötige Verunsicherung in der Bevölkerung und ist nicht besonders lustig. Auch ich habe diese Whatsapp-Nachricht erhalten. Wenn man sich die Nachricht ein wenig genauer ansieht, wird deutlich, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Wer die Nachricht bekommt, sollte nicht auf den Link klicken!“, warnt er.

Bisher keine Coronavirus-Infektionen in Stralsund

Bisher gibt es jedoch keinen Corona-Fall in Stralsund. Weder ist ein 32-Jähriger an dem Coronavirus erkrankt noch gibt es eine Quarantänezone in Stralsund oder im Landkreis Vorpommern-Rügen. Was wirklich stimmt, ist: „Zwei Patienten kamen diese Woche selbst ins Krankenhaus. Sie haben selbst spekuliert, sich eventuell mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Beide Patienten wurden vorsorglich isoliert und mit dem Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht und dort isoliert behandelt“, sagt Bonatz.

Patienten hatten Grippe

Ein Patient war während der Winterferien in Österreich im Urlaub und gegen Grippe geimpft, der andere war auf Teneriffa. „Bei beiden bestand nach den Leitlinien des Robert-Koch-Instituts kein Verdachtsfall, da sie nicht direkt in einem der betroffenen engeren Gebiete Urlaub gemacht haben“, erklärt Bonatz. „Bei beiden wurden Abstriche genommen und eine Influenza A bzw. B nachgewiesen.“ Damit steht fest: Die Patienten haben Grippe und eben keine Corona-Infektion. „Nur weil jemand selbst den Verdacht auf Corona hat, handelt es sich nicht gleich um einen Verdachtsfall“, sagt Bonatz.

Auf einen realen Fall ist das Klinikum vorbereitet. Zehn Zimmer stehen dafür im Stralsunder Krankenhaus West extra für Infizierte zur Verfügung. Bisher wurde die Station nicht gebraucht.

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Von kst