Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund „Kein Weg zurück“: So düster ist der neue Stralsund-Krimi
Vorpommern Stralsund „Kein Weg zurück“: So düster ist der neue Stralsund-Krimi
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 04.11.2017
Schauspielerin Katharina Wackernagel spielt im Stralsundkrimi Kommissarin Nina Petersen (Symbolbild). Quelle: Stefan Sauer
Anzeige
Stralsund/Berlin

Der Stralsunder Samstagskrimi „Kein Weg zurück“ beginnt mit einem rätselhaften Raubmord in einem Supermarkt. Dabei wird die Kassierin Monika (Sylta Fee Wegmann) vergewaltigt, ihre Kollegin erschossen. Aber die völlig verstörte Monika geht aus Scham und Angst vor ihrem aggressiven Freund Mirko (Vladimir Korneev) nicht zur Polizei, und schnell gerät der Flüchtling Yussuf Obbadi (Yasin el Harrouk) in Verdacht, der Täter zu sein. Zwei Mitglieder einer dubiosen Schutztruppe entführen und foltern den Mann, der in einer Gärtnerei arbeitet und immer wieder seine Unschuld beteuert. Als es zu einem weiteren Todesfall kommt, scheint die Stimmung in der Stadt zu kippen.

Düsternis und eine schier allgegenwärtige Tristesse dominieren diesen ein wenig zäh und langatmig inszenierten Krimi (Regie: Florian Froschmayer). Es ist fast immer Nacht in Stralsund, eine graue, windige Stadt am Meer, die hinter ihren hübsch sanierten Altstadtfassaden mörderische Geheimnisse verbirgt. Wir erleben einen traurigen Fall, der überall in Deutschland spielen könnte und sich um Fremdenhass und Selbstjustiz dreht und einige aktuelle Anspielungen auf den Rechtsruck in Deutschland bereithält.

Anzeige

Aber so ganz gelingt es den Drehbuchautoren Martin Eigler und Sven Poser nicht, die politische Brisanz des Themas schlüssig mit dem verschachtelten Mordfall zu verbinden. Da reicht es dann nicht, eine rechte Uni-Dozentin, gespielt von Ulrike Krumbiegel, als geistige Brandstifterin zu präsentieren. Die Wurzeln des Hasses liegen tiefer.

Darsteller als großes Plus

Ein großes Plus von „Stralsund“ sind auch diesmal wieder die Darsteller. Allen voran ist es die souveräne Katharina Wackernagel, die als Kommissarin Nina Petersen in ihrem mittlerweile elften Fall im Nordosten mit viel Geduld und Mitgefühl Licht ins Dunkel des schrecklichen Raubmordes bringt. An ihrer Seite agiert Alexander Held als Kommissar Karl Hidde: ein spröder, oft penibler Aktenfresser, der aber immer loyal zu seiner Kollegin steht. „Wenn's mich erwischt, kannst Du ja Chef werden“, meint er lakonisch in einer brenzligen Situation zu Petersen.

Die beiden sind schon ein interessantes Gespann, auch wenn ihr trockener Humor nur ganz dosiert aufblitzt. So bleibt nach diesem düsteren, gut gespielten Fall nur der Wunsch, dass wir demnächst die Stadt am Meer wieder in einem etwas helleren Licht zu sehen bekommen.

Stralsundkrimi holt gute Quoten

Bereits die zehnte Ausgabe der Mörderjagd am Sund kam im letzten Jahr auf eine gute Quote von 5,84 Millionen Zuschauern, der Marktanteil betrug 18,9 Prozent. Der Samstagabend ist im ZDF längst zum festen Sendeplatz für Krimis geworden. Die Reihe „Stralsund“ mit Katharina Wackernagel als Kommissarin Nina Petersen läuft bereits seit 2009.

Samstagskrimi: „Stralsund - Kein Weg zurück“

Zwei Täter erbeuten bei einem Überfall auf einen Stralsunder Supermarkt die Tageseinnahmen. Eine Kassiererin, die ihrer Kollegin helfen will, wird erschossen. Die Täter flüchten unerkannt. ZDF-Kommissarin Nina Petersen und ihre Kollegen müssen sich im SamstagskrimiStralsund - Kein Weg zurück“ mit Fremdenhass, Ressentiments gegenüber Flüchtlingen und einer selbsternannten Bürgerwehr auseinandersetzen.

 „Stralsund - Kein Weg zurück“ läuft am Sonnabend dem 4. November um 20.15 Uhr im ZDF.

OZ