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Stralsund Kleinste Gartensparte in Stralsund sitzt fast auf dem Trockenen
Vorpommern Stralsund Kleinste Gartensparte in Stralsund sitzt fast auf dem Trockenen
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22:47 28.06.2019
Das Wasser reicht noch ein paar Tage, dann ist auch die letzte Gießkanne leer und die Gärten am Teichhof sitzen wieder auf dem Trockenen, befürchten Olga Fot, Jürgen Papenfuß und Reinhard Zintl (v.l.). Quelle: Ines Sommer
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Stralsund

Der Ärger mit dem fehlenden Wasser in der kleinsten Kleingartensparte von Stralsund nimmt einfach kein Ende. Im Februar haben die Pächter der Teichhof-Anlage in Knieper West einen Notruf gesendet, denn sie hatten kein Wasser und befürchteten, dass sie in ihren Gärten im Sommer auf dem Trockenen sitzen. Vier Tanks sollten Abhilfe schaffen, doch nun zeichnet sich schon das nächste Problem ab.

„Der Kinderschutzbund, der am Teichhof zwei Gärten bewirtschaftet, fühlte sich verantwortlich und hat vier Behälter gekauft. Kostenpunkt 400 Euro. Vor zwei Wochen waren die Fässer hier. Aber dann war die große Frage: Wo bekommen wir das Wasser her? Aus dem Teichhof – so wie all die Jahre seit Bestehen der Gartensparte – dürfen wir seit der Dürre im letzten Sommer nichts mehr abpumpen“, sagt Olga Fot, Vorsitzende des Gartenvereins „Am Teichhof“.

„Diese kleine Anlage wurde damals bewusst zwischen den Neubaublocks von Lion-Feuchtwanger-Straße und Heinrich-Heine-Ring belassen. Es gab natürlich keine Wasserleitung, und so wurde das Wasser aus dem Teich geholt. Aber eins muss auch ganz klar gesagt werden: Wir haben immer zuerst unsere Regentonnen genutzt, nur im Notfall wurde gepumpt“, sagt Olga Fot und wehrt sich damit gegen den Vorwurf, die Gartenbesitzer hätten letzten Sommer den Teich leer gepumpt.

Die Vereins-Chefin klingelte bei der Feuerwehr an. „Ich weiß, dass die Wehren in großen Städten das Wasser aus den Tanks, das regelmäßig gewechselt werden muss, zum Gießen städtischer Grünanlagen nutzen. Ich dachte, das geht in Stralsund auch...“ Von dort kam aber ein klares Nein, erklärt sie. Die OZ fragte im Rathaus nach und bekam von Stadt-Sprecher Peter Koslik diese Antwort: „Das Wasser in den Löschwasserbehältern der Feuerwehrfahrzeuge unterliegt keinen Vorgaben zur Trinkwasserhygiene. Ein Austausch oder eine Überwachung der Wasserqualität ist daher nicht notwendig. Ein Austausch findet üblicherweise dann statt, wenn Einsätze oder Übungen stattgefunden haben. Es bleibt also nichts übrig – und es wird auch nichts weggeschüttet.“

Das Wasser in den vier Fässern –eins fasst 1000 Liter – reicht noch ein paar Tage... Quelle: Ines Sommer

In jedes der vier neuen Fässer passen 1000 Liter Wasser. „Wir brauchen also 4000 Liter. Die Rewa liefert das ja auch, und das Wasser an sich kostet nur ein paar Euro. Das Teure ist die Arbeitskraft, also der Monteur, der den Hydranten aufschließt, die Schläuche anschließt und das Ganze fachmännisch begleitet. Die Rechnung ist noch nicht da, aber wir schätzen die Ausgaben auf 100 Euro pro Befüllung.“

Bei der jetzigen Witterung reicht der Wasservorrat ungefähr eine Woche. Die Kosten summieren sich also auf 400 Euro im Monat. „So viel Geld haben wir nicht“, sagt Reinhard Zintl. Der 67-Jährige pflegt seit einigen Jahren im Verein die zwei Parzellen des Kinderschutzbundes, ist aber auch bei Veranstaltungen dabei, so lädt der ehemalige Berufsgärtner zum Basteln mit Naturmaterial ein, kümmert sich aber auch um die Rosensammlung mit vielen alten, zum Teil 100 Jahre alten Sorten.

100 Euro in einer großen Gartensparte sind sicher kein Problem. Aber in der kleinsten Anlage der Stadt gibt es nur zehn Parzellen, die von sechs Partien gepachtet werden. Allein drei Gärten bewirtschaftet das Stadtteilzentrum Knieper West (Jürgen Papenfuß betreut hier kleine Hobbygärtner und junge Baumeister, die sich einmal pro Woche treffen), zwei der Kinderschutzbund, zwei hat ein Ehepaar in der Hand.

„Wir müssen irgendwie über den Sommer kommen. Unser jetziger Vorrat reicht noch ein paar Tage, dann sind die Fässer, mit denen wir unsere Tonnen befüllen, leer. Und das, obwohl wir nur sparsam mit der Kanne gießen“, so Olga Fot voller Sorge. „Vielleicht ergibt sich ja noch eine Möglichkeit“, hofft die 40-Jährige.

Langfristig dürfte der Wassermangel kein Thema mehr sein. Denn ein eigener Brunnen rückt für die Teichhof-Gärtner in Reichweite. „Wir haben dafür Geld aus dem Strategiefonds locker gemacht. Das Antragsverfahren startet jetzt, so dass wir im September/Oktober mit der Umsetzung des Brunnenbaus rechnen“, sagt Ann-Christin von Allwörden. Die CDU-Landtagsabgeordnete hatte sich für eine dauerhafte Wasserversorgung des Kleinods in Knieper West stark gemacht. „Eine Adhoc-Lösung habe ich leider nicht in petto, aber vielleicht finden sich ja Sponsoren, die helfen, den trockenen Sommer zu überbrücken...“

So eine schöne Anlage

Ines Sommer

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