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Stralsund Kopf-an-Kopf-Rennen um Bürgermeisterstuhl in Kramerhof
Vorpommern Stralsund Kopf-an-Kopf-Rennen um Bürgermeisterstuhl in Kramerhof
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16:53 27.05.2019
Die alte Remise der Gutsanlage beherbergt heute das Büro des Bürgermeisters. Und in dem bleibt auch für die nächsten fünf Jahre Friedrich-Christian Seide auf dem Chefsessel. Quelle: Wilhelm Dallmer
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Altenpleen

Da war Geduld gefragt: Bis nachts um 3 Uhr mussten die Kramerhofer warten, bis sie wussten, wer neuer Bürgermeister wird. War hier doch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Friedrich-Christian Seide und seinem Herausforderer Uwe Benthin entbrannt. Am Ende hatte Seide, der für die Wählergemeinschaft Aktiv für Kramerhof antrat, mit rund 100 Stimmen die Nase vorn. Er konnte 54,72 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Benthin steht nun mit 45,2 Prozent im Wahlprotokoll.

„Alles gut, wir haben mit unserer Wählergemeinschaft klar die Mehrheit, können unsere Arbeit fortsetzen“, sagt Friedrich-Christian Seide und zeigt sich auch mit 54 Prozent in der Bürgermeister-Abstimmung zufrieden.

„Auch wenn ich nun knapp unterlegen war, bin ich keinesfalls enttäuscht. Ich freue mich, dass mich so viele Leute gewählt haben“, sagt der 41-Jährige. Bis 23 Uhr am Sonntag hatte er gemeinsam mit den Mitgliedern der Wählergemeinschaft Bürger für Kramerhof auf das Ergebnis gewartet. Vergeblich, so bekam er die Nachricht erst gestern Vormittag. „Ich bin jetzt gespannt auf die Arbeit in der Gemeindevertretung.“

Linke holt mit einem Kandidaten zwei Mandate

Klare Angelegenheiten wurden die Bürgermeister-Wahlen in Prohn und Groß Mohrdorf. In Mohrdorf setzte sich Amtsinhaber Bernd Kopmann mit 72 Prozent der Stimmen durch, Herausforderer war René Behrens von der CDU. Allerdings bleibt in Groß Mohrdorf ein Abgeordnetenstuhl frei. Denn Ingolf Dinse, der für die Linke antrat, holte mit 20 Prozent zwei Mandate. Auch hier gibt es keinen Nachrücker.

In Prohn musste ein Nachfolger für Peter Messing gefunden werden. Hier machte sein Wunschkandidat Stefan Schindler das Rennen. „78 Prozent sind schon ein klares Ergebnis“, so der Prohner. Bis nachts um 2 Uhr hielten er un ein paar Mitstreiter im Gemeindebüro durch, bevor die Altenpleener Verwaltungs-Chefin per Anruf das Ergebnis mitteilte. „Da haben wir dann auch noch mit einem Gläschen Sekt angestoßen“, verrät der 53-Jährige.

SPD in Preetz bärenstark

Über Top-Ergebnisse können sich die Bürgermeister der anderen drei Gemeinden des Amtsbereiches freuen. Wiedereinsteiger Menhard Feldmann holten in Preetz für die SPD auf Anhieb 396 Stimmen der 474 Wähler. Bei einer Wahlbeteiligung von 55 Prozent sind das über 84 Prozent. Überhaupt fuhr hier die SPD ein Spitzenergebnis ein. Die vier Kandidaten vereinten fast 50 Prozent der Stimmen auf sich, ausreichend für fünf Mandate. Da Feldmann Gemeindeoberhaupt ist, bleibt dann noch ein Stuhl leer, denn Nachrücker hatten die Sozialdemokraten nicht.

Altenpleener Bürgermeister Rainer Behrndt holt bestes Ergebnis im Amtsbereich

In der Nachbargemeinde Altenpleen konnte einer besonders jubeln: Der Bürgermeister Rainer Behrndt bleibt in Amt und Würden, und zwar mit einem überragenden Ergebnis. 90 Prozent der Wähler bestätigten seine bisherige Arbeit und gaben ihm weiterhin das Vertrauen. Und das bei einer super Wahlbeteiligung von 70 Prozent. „Ich freue mich, dass ich auch nach 20 Jahren im Amt noch so viele Stimmen bekommen habe“, sagt Rainer Behrndt, der für die Wählergemeinschaft kandidierte. Ob der Mann, der als Controller im Stralsunder Rathaus arbeitet, für sein Top-Wahlresultat von 90 Prozent schon Gratulationen von seinem Dienstherren bekommen hat, wollten wir natürlich noch wissen: „Meine Kollegen haben mir schon gratuliert, den OB habe ich noch nicht gesehen heute“, sagt der Altenpleener.

Klausdorfer Thomas Reichenbach mit 80-Prozent-Ergebnis Balsam für geschundene CDU-Seelen

Klausdorf fällt vor allem mit einer Spitzen-Wahlbeteiligung auf: 70 Prozent der Bürger marschierten ins Wahllokal und gaben ihre Stimme ab. Rund 80 Prozent stellten sich hinter CDU-Bürgermeister Thomas Reichenbach. Ein Ergebnis, von dem andere CDU-Kollegen weit und breit nur träumen können. Allerdings hatte Thomas Reichenbach vor fünf Jahren noch über 90 Prozent.

55 Wahlhelfer sorgten in den sechs Gemeinden für einen reibungslosen Ablauf des Wahltages. Sie mussten auch die Ergebnisse der Briefwahlen auszählen. Der Wahlvorstand hat dann die Stimmzettel samt Ergebnisprotokollen ins Amt nach Altenpleen gebracht. „Dort haben wir dann nachts alles zusammengetragen und weiter gemeldet. Auch die Schnellmeldung an den Kreis ging über unseren Tisch“, sagte der Altenpleener Ordnungsamtsleiter und oberster Wahlmanager Toni Thomas und ergänzt: „Während EU-Wahl und Kommunal-Abstimmung schnell ausgezählt waren, zog sich die Kreistagswahl in manchen Orten doch etwas hin.

Der Gemeinde-Wahlausschuss tagt am 28. Mai um 18.15 Uhr in der Altenpleener Amtsverwaltung, bis dahin sind die Ergebnisse vorläufig.

Ines Sommer

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