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Stralsund Kreistag Vorpommern-Rügen: CDU verliert stark – AfD legt massiv zu
Vorpommern Stralsund Kreistag Vorpommern-Rügen: CDU verliert stark – AfD legt massiv zu
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12:39 27.05.2019
Schlechtere Ergebnisse, aber trotzdem gute Laune bei SPD-Kreischefin Beatrix Hegenkötter und Regionalgeschäftsführer Michael Kunze. Quelle: Benjamin Fischer
Stralsund

Bei der Wahl zum Kreistag im Landkreis Vorpommern-Rügen hat es große Verluste für die CDU gegeben. Die Christdemokraten verloren nach der Auszählung aller Wahllokale im Vergleich zur Abstimmung vor fünf Jahren fast zwölf Prozentpunkte und kommen auf 29,2 Prozent. „Trotz der Verluste, bleibt die CDU stärkste Kraft“, betonte CDU-Kreischef Harry Glawe.

Der Gewinner des Abends war in Vorpommern-Rügen die AfD. Sie verdreifachte ihr Ergebnis von 2014 (4,6 Prozent) und erhielt 14,9 Prozent. Die Grünen legten um 4,6 auf 10,2 Prozent zu (2014 noch 5,6 Prozent). Sie stellen damit in Zukunft sieben statt vier Kreistagsmitglieder.

AfD auf Rügen besonders stark

Die AfD habe den Zwischenständen im Verlauf des Abends zufolge besonders auf der Insel Rügen gut abgeschnitten, sagte AfD-Kreischef René Kruschewski. „Stralsund geht so, in Ribnitz-Damgarten merkt man, dass wir dort so gut wie keinen Wahlkampf gemacht haben.“ Der AfD-Kreisverband hatte im Vorfeld der Wahl mit großen internen Zerwürfnissen und Anfeindungen zu kämpfen. Dennoch sei der Wahlkampf für die Partei bemerkenswert gut gelaufen, betonte Kruschewski weiter. „Unsere Themen waren die richtigen.“ Die relativ hohe Wahlbeteiligung von 47 Prozent sei ihm zufolge der AfD zugute gekommen. In Sassnitz und Binz hätten die Werte beispielsweise während der noch laufenden Auszählung bei mehr als 22 Prozent gelegen. Die AfD hatte auf eine eigene Wahlparty verzichtet, um die Auszählung in den Wahllokalen beobachten zu können.

Und die zieht sich bis tief in die Nacht. Erst nachdem die Europawahl ausgezählt ist, folgt ab etwa 21 Uhr die Erfassung der Kreistagsergebnisse. Im Anschluss werden die Gemeinde- und Stadtvertretungen ausgezählt. Bei der CDU in Stralsund regiert um 21 Uhr trotz der sich abzeichnenden Verluste im Kreistag und bei der Europawahl das Prinzip Hoffnung: „Im Kreistag Vorpommern-Rügen wird die CDU stärkste Kraft, das haben wir auch für die Stralsunder Bürgerschaft vor.“

CDU-Kreischef Glawe: Wir können zufrieden sein

Um 22 Uhr ist Glawe im Auto auf dem Weg von Schwerin nach Grimmen unterwegs. Seine CDU liegt zu diesem Zeitpunkt noch bei 31,8 Prozent. „Das ist ein Ergebnis, mit dem wir erst einmal zufrieden sein können. Jetzt gilt es, unser Wahlprogramm umzusetzen und Partner zu finden, um Vorpommern-Rügen als schönsten Landkreis voranzubringen.“ Die AfD hat zur gleichen Zeit einen Wert von 15,9 Prozent zu verzeichnen. Glawe: „Die AfD liegt derzeit damit unter dem Ergebnis bei der Landtagswahl. Deren Stimmen wachsen nicht in den Himmel. Dennoch ist es ein Ergebnis, das zum Nachdenken anregt.“

Die Rolle des zweitgrößten Verlierers kam im Vergleich zu den 14 anderen Parteien und Wählergemeinschaften, die zur Wahl des Kreistages angetreten sind, der SPD zu. Die Sozialdemokraten bangten nach dem desaströsen Abschneiden bei der Europawahl zunächst um ihren Fraktionsstatus im Kreistag. Den erhält eine Partei, wenn sie mindestens vier Abgeordnete stellt. Im Verlauf des Abends wurde aber schnell klar, dass die SPD den nicht hergeben muss (Endergebnis: 9,7 Prozent; 3,7 weniger als 2014). Allerdings würde sich die SPD-Fraktion im Kreistag Vorpommern-Rügen den Zahlen nach der Hälfte der ausgezählten Wahlbezirke zufolge von neun auf sieben Mitglieder dezimieren. „Die SPD hat es nicht geschafft, den Nerv der Bevölkerung zu treffen“, sagte Landrat Stefan Kerth (SPD). Gleichzeitig wolle er sich jedoch nicht an einem Wähler-Bashing beteiligen, sondern „schauen, wie unter den neuen Bedingungen im Kreistag eine konstruktive Arbeit möglich ist“. Das AfD-Ergebnis deutete Kerth als „als Form des Protests. Das hat sich zum Teil angekündigt. Die Parteien schaffen es nicht, die Wähler abzuholen.“

Linke freut sich über sich selbst

Fröhlich ging es bei der Wahlparty der Linken im Bergener Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner zu. Frühzeitig war abzusehen, dass die Kreis-Linke für die kommende Legislaturperiode nur minimale Verluste von 0,5 Prozent hinnehmen muss. „Wir freuen uns, dass wir die Stimmanteile gehalten haben. Dies zeigt, die Bürger vertrauen uns weiterhin“, sagte sie. Vor allem beim Thema „kostenloser Schülerverkehr im Landkreis“ habe die Linke punkten können. „Das war unser wichtigstes Thema, hier haben wir uns durchgesetzt“, sagt Kerstin Kassner. Am Dienstag tagt der Kreisvorstand, am Mittwoch möchte sich die Kreis-Linke konstituieren.

Benjamin Fischer

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