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Stralsund Kulturtreff Richtenberg bringt neue Helmerich-Sage auf die Bühne
Vorpommern Stralsund Kulturtreff Richtenberg bringt neue Helmerich-Sage auf die Bühne
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13:24 09.09.2019
In der neuen Episode der Helmerich-Sage geht es um Erpressung und Entführung. Quelle: Christian Rödel
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Richtenberg

Mit drei schweren, dröhnenden Glockenschlägen wurde am Freitagabend die Premiere des aktuellen Helmerich-Theaterstückes „Johannes’ Entführung“ im Richtenberger Kulturtreff eingeläutet.

Zuvor liefen schon einige, teilweise ziemlich gruselig geschminkte Kinder und Jugendliche über den Markt der Kleinstadt und verbreiteten eine regelrecht mystische Stimmung. Diese etwas gespenstische Atmosphäre passte perfekt zur 19. Freiluftaufführung der Helmerich-Saga, ging es doch um finstere Geschehnisse, die sich hier im Mittelalter zugetragen haben könnten.

Riesin Daria bedroht Helmerich

Diese beiden Damen hecken finstere Pläne aus: Hexe Miranda (links: Bianca Rosenfeldt) und Riesin Daria (Lenya Koziak) wollen Helmerichs Sohn Johannes entführen... Quelle: Rödel

Nach 120 Jahren Abwesenheit zieht es die Riesin Daria wieder zurück in ihr ehemaliges Reich, wo mittlerweile ein neuer Herrscher namens Helmerich mit seiner Familie das Zepter der Macht in der Hand hält. Das missfällt der Riesin Daria und gemeinsam ersinnt sie mit der verbündeten Hexe Miranda nebst ihrer Riesenspinne Ava einen finsteren Plan, um wieder in den Besitz ihrer ehemaligen Latifundien zu gelangen.

Um Helmerich und seine Frau zu erpressen, wollen sie Johannes, den Sohn des Herrscherpaares, entführen. Gesagt, getan! Eines abends legen sich die beiden bösartigen Frauen auf die Lauer und fangen den Spross der Helmerichs ein, um ihn als Pfand für ihren Plan zu nutzen. Mit einer Depesche lassen die Hexe und die Riesin den Eltern von Johannes ihre Forderung zukommen und verlangen die Rückgabe der Ländereien.

Helmerichs Sohn Johannes wird entführt

Vater Helmerich (Max Mario Schade) versucht, auf Zeit zu spielen und verärgert damit die Riesin, die daraufhin droht, dem Jungen ein Leid anzutun. Da ist es gut, dass die Herrscherfamilie Helmerich gute Kontakte zum Nebelgeist Wolkus (Niklas Maximilian Dethloff) hält. Wolkus und seine kleinen Nebelschwadenhelfer (Jolene Ewert, Elli Glasow, Emma Bugenhagen, Bella Haase) befreien Johannes (Simon van den Berg) aus dem engen Gefängnis. Die Riesin Daria tobt, als sie merkt, dass ihr menschliches Pfand nicht mehr in ihrem Besitz ist.

Die Situation eskaliert, und es kommt zu einer Schlacht. Die Helmerichs bieten der Riesin in Folge des Gemetzels eine Alternative zu ihrem einstigen Reich an. In den hellen Bergen (ein schöner lokaler Bezug zu den Hellbergen bei Franzburg) könne sie sich zukünftig ihr Leben einrichten.

Martina Graumann schrieb das Drehbuch

Wer diese sagenumwobene Geschichte realisiert hat? Als Drehbuchautorin fungierte bereits zum achten Mal die Franzburger Lehrerin Martina Graumann, die sich von den Büchern eines lokalen Heimatdichters inspirieren ließ. „Einige meiner Schüler spielen in dem Stück auch mit und sprechen sogar Plattdeutsch, worauf ich besonders stolz bin“, so die engagierte Pädagogin.

Die Regie lang in den Händen von Angelika Meier, die bereits seit dem Jahr 2006 bei den Helmerich-Aufführungen mitwirkte. Die Rentnerin und ehemalige EDV-Spezialistin lässt viel Herzblut in dieses Theaterprojekt einfließen, und das spürt das Publikum immer wieder auf’s Neue. Unbedingt erwähnenswert ist die Vorleserin Heidemarie Sasse, die aus dem Off das Bühnengeschehen begleitet. Heidemarie Sasse ist von Anfang an dabei und unterstützt mit ihrer sonoren Stimme die Helmerich-Aufführungen.

Landrat begeistert von der Aufführung

Der Sohn der Erzählerin, Thomas Sasse (42), ist inzwischen auch vom Theaterfieber gepackt und baut mit seinem Kumpel Michael Bugenhagen die immer aufwändiger gewordenen Bühnenbilder. Im kommenden Jahr soll sogar Pyrotechnik zum Einsatz kommen. Das Publikum feierte jedenfalls die Premiere. Und der ebenfalls anwesende Landrat Stefan Kerth (SPD) war des Lobes voll für dieses ehrenamtliche Engagement. „Es war so eine liebenswerte Aufführung, die ausschließlich von Laien in ihrer Freizeit auf die Beine gestellt wurde – das ist großartig, was hier geleistet wird“, so der Landrat, aus dessen Budget dieses Theaterprojekt mit unterstützt wird.

Tolles Projekt mit ehrenamtlichem Engagement

Doch ohne die vielen anderen ehrenamtlichen Helfer und Firmen aus der Region wären diese Aufführungen auf der Festwiese der Alten Richtenberger Schlosserei nicht möglich. Und sie werden sicher auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein, wenn Helmerich die nächste spannende Geschichte erlebt.

„Seit dem vergangenen Jahr unterstütze ich als Theaterpädagoge die Helmerich-Aufführungen, und diesmal habe ich besonders bei den Kampfszenen beraten.“ Tobias Koralus, Theaterpädagoge der Barther Bodden-Bühne Quelle: Rödel
„Seit mittlerweile acht Jahren schreibe ich die Drehbücher für die Helmerich-Stücke, und einige meiner Schüler spielen auch mit in diesem aktuellen Stück – sie lernen bei mir übrigens auch Plattdeutsch.“ Martina Graumann, Autorin und Lehrerin Quelle: Rödel

Von Christian Rödel

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