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Stralsund Stralsunder Kunstauktion: Bild für 5 Euro versteigert
Vorpommern Stralsund Stralsunder Kunstauktion: Bild für 5 Euro versteigert
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19:10 10.06.2019
Ian Wiskow zeigt das Bild „Himbeeren“ von Astrid Ritter. 90 Euro sollte es zum Anfang kosten, Gebote blieben aber aus. Quelle: Christin Lachmann
Stralsund

Gerne hätte Ian Wiskow den Hammer geschwungen – und man hätte es ihm auch gegönnt. Denn was ist eine Auktion, wenn niemand bietet? Bild um Bild stellte der Künstler im Stralsunder Hafenturm am Pfingstsonntag den rund 30 Gästen vor. Sie lauschten interessiert und ließen sich auch von Wiskows angenehmer Art der Präsentation unterhalten. Nur die Hand heben wollte zunächst niemand.

Bilder für die Auktion im Rahmen der dreitägigen, landesweiten Atelierschau „Kunst offen“ konnte jeder mitbringen – egal ob es selbst angefertigt wurde oder zu Hause vielleicht auf dem Dachboden lagerte und nun in neue Hände abzugeben war. Erst beim etwa 15. Bild gab es das erste Gebot. Eine Besucherin ersteigerte das Bild einer Schülerin – für 5 Euro.

„Die Idee habe ich vom Pommerschen Künstlerbund in Greifswald abgeschaut“, sagte Wiskow und erklärte, dass es ein Experiment sei, sie auf Stralsund zu übertragen. Zumindest hat das insofern funktioniert, als dass viele Menschen den Weg in den Hafenturm fanden. Denn dort zeigten gleich sieben Künstler ihre Arbeiten: aufwendig Genähtes von Birgit Berndt, schwarz-weiße Fotografien von Peggy Skott oder großflächig gemalte Portraits von Ian Wiskow selbst. Hier einige Eindrücke:

Sieben Künstler zeigten ihre Werke. Zudem gab es eine Kunstauktion.

„Besonderer Künstler 2019“ malt in Zarrendorf

Ausstellung und Auktion im Stralsunder Hafenturm waren einer von acht Anlaufpunkten für Kunstinteressierte im Stralsunder Raum.Insgesamt präsentierten im östlichen Landesteil mehr als 300 Künstler an 164 Orten zwischen Recknitztal und Stettiner Haff ihre Gemälde, Skulpturen oder Plastiken. Mit dabei waren in diesem Jahr – dem 25. von „Kunst offen“ – auch wieder Kettensägenkünstler Raik Vicent, die Mitarbeiter des Nautineums oder Randolph Wolf in Zarrendorf, der von den Veranstaltern des Tourismusverbandes Vorpommern als „Besonderer Künstler 2019“ hervorgehoben wurde. Die OZ hat ihn besucht. Näheres dazu in unserer Fotoreportage:

Der Mediziner malt manchmal bis nachts um 4 Uhr und hat einen hohen Output. Die Bilder stapeln sich mittlerweile in seinem kleinen Paradies in Zarrendorf, wo er mit seiner Frau Olga lebt.

Große Skulpturen – Kunst mit der Motorsäge

Ein besonderer Künstler, der in den vergangenen Jahren immer bei „Kunst offen“ mitgemacht hat, ist Raik Vicent. Besonders ist seine Kunst, weil er sie per Motorsäge herstellt. Und davon kann man leben? Ja, sagt der Künstler. Vor allem große Objekte für den öffentlichen Raum würden ihm volle Auftragsbücher bescheren. So steht vor der Tür seines Ateliers auf dem Dänholm eine Altstadtansicht von Freudenstadt auf einer Palette bereit zum Abtransport in den Schwarzwald. Auch in Grimmen sei viel von ihm zu finden. Nur in Stralsund, da sei es schwierig. „Mit der Stadt besteht keine Zusammenarbeit“, bedauert er einerseits. Aber andererseits habe er auch keine Lust mehr, sich darum zu bemühen. „Es gibt eben Städte und Gemeinden, die interessiert das nicht“, meint der Künstler und fügt an: „Andere Gemeinden sind da offener.“ Was genau Raik Vicent macht, ist hier zu sehen:

Der Motorsägenkünstler Raik Vicent freut sich über „die Qualität der Besucher“, sagt er. Sie kämen zu ihm nicht wegen Kaffee und Kuchen, sondern weil sie ernsthaftes Interesse an seiner Kunst hätten.

Vom Taschenlampenfisch bis zur Kranichkarte

Das Schöne an „Kunst offen“ ist, dass bei der Aktion viele verschiedene Sachen zu sehen sind. Jeder Künstler hat seinen eigenen Hintergrund. So ist ein paar hundert Meter weiter im Nautineum zu sehen, was kreativ tätige Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums so drauf haben. Anita Riechert ist Grafikerin und setzt teilweise sehr humorvoll Ideen um, wie Fische ihrem Namen nach aussehen könnten. Martin Jost ist zoologischer Präparator und zeigt impressionistische Natur-Gemälde, die an große Meister wie Claude Monet erinnern. Und Lena Müller, ebenfalls als zoologische Präparatorin tätig, fertigt wissenschaftliche Zeichnungen von Kranichen an. Ihr Ziel: Alle 15 Arten zu Papier bringen, fünf hat sie schon.

Lustige Fische, impressionistische Natur und wissenschaftlich exakte Kraniche: Drei Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums zeigen ihre Werke.

Kai Lachmann

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