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Stralsund Hochstaplerin Marie Sophie Hingst wird Blogger-Preis aberkannt
Vorpommern Stralsund Hochstaplerin Marie Sophie Hingst wird Blogger-Preis aberkannt
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18:17 03.06.2019
Den Goldenen Blogger als Bloggerin des Jahres erhielt im vergangenen Jahr Marie Sophie Hingst für ihr Blog "Read on my dear". Jetzt wurde ihr der Preis aberkannt.| Quelle: Die Goldenen Blogger
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Stralsund

Das Team der „Goldenen Blogger“ zieht jetzt Konsequenzen um den Skandal um die Hochstaplerin Marie Sophie Hingst und erkennt ihr den bekannten Blogger-Preis ab. Damit ist sie nicht mehr die Bloggerin des Jahres„Wir haben die Autorin um eine Stellungnahme gebeten. Mit der aktuellen Informationslage sehen wir uns gezwungen, den Preis abzuerkennen“, teilte das Orga-Team in einem Statement auf der eigenen Internetseite mit. Und weiter: „Wir haben uns an diesem Wochenende untereinander beraten, recherchiert und mit fachkundigen Menschen gesprochen, um eine angemessene Reaktion zu finden. Was bringt Menschen dazu, so zu handeln? Diese Frage hat uns in den vergangenen Tagen umgetrieben. Wir fürchten: Die Antwort ist ebenso düster und traurig wie viele der Geschichten auf Readon, my dear.“

Stralsunder Stadtarchiv lässt Bloggerin auffliegen

Das Stralsunder Stadtarchiv hatte entscheidenden Anteil daran, die in Irland lebende Bloggerin Marie Sophie Hingst zu überführen. Sie hat – offenbar, um mehr Anerkennung im Ausland zu erlangen – eine erfundene jüdische Familiengeschichte verbreitet. Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, die vom Stralsunder Stadtarchiv unterstützt worden sind, haben den Schwindel nun öffentlich auffliegen lassen. „Die Dame aus Dublin“, wie Hingst im Stadtarchiv genannt worden sei, hatte beispielsweise vorgegeben, dass ihr Großvater ein Auschwitz-Häftling gewesen ist, in Wahrheit arbeitete er als evangelischer Pfarrer. Richtig ist allein, dass ihre Urgroßeltern in Stralsund gelebt haben. Aber auch sie waren keine Juden.

Autorin beansprucht künstlerische Freiheit

Über einen Anwalt ließ die 31 Jahre alte Bloggerin dem „Spiegel“ zufolge mitteilen, dass die Texte ihres Blogs, der am Wochenende nicht mehr erreichbar war, „ein erhebliches Maß an künstlerischer Freiheit für sich in Anspruch“ nähmen. Es handele sich um Literatur, nicht um Journalismus oder Geschichtsschreibung, zitiert der „Spiegel“ die Stellungnahme weiter.

kay/RND

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