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Stralsund Stralsunds Senioren gegen Trickbetrug fit machen
Vorpommern Stralsund Stralsunds Senioren gegen Trickbetrug fit machen
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09:09 30.10.2019
Vor allem Senioren können leichte Opfer für Trickbetrüger sein. Der Stralsunder Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention will mit dem Projekt „Sicher in Stralsund“ sensibilisieren. Quelle: dpa
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Stralsund

Immer mehr Senioren werden Opfer von Trickbetrügern. „Allein im ersten Quartal des laufenden Jahres hat die Schadenssumme im Land Mecklenburg-Vorpommern 320 000 Euro betragen“, erklärt Heino Tanschus, Vorsitzender des Kommunalen Präventionsrates. „Damit ist der Schaden bereits nach den ersten drei Monaten größer als im gesamten Jahr 2018.“

Alle Senioren besser erreichen

Deshalb sei es so wichtig, Senioren mehr für dieses Thema zu sensibilisieren, erklärte er am Montagabend bei der Vorstellung des Projektes „Sicher in Stralsund“ im Stralsunder Rathaus. Initiiert wird dieses Projekt vom Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention Stralsund. „Im Wesentlichen geht es darum, zu Hause lebende Senioren zu erreichen und über die Varianten von Trickbetrügern aufzuklären“, erklärt Peter Bischoff, Vorsitzender des Vereins. Dafür wurde auf der einen Seite ein Flyer erstellt und auf der anderen Seite eine Webseite entwickelt. „Dafür haben wir mit dem Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern zusammengearbeitet“, sagt Peter Bischoff. Auf diesen Flyern ist eine Auswahl der perfiden Maschen der Verbrecher aufgeführt und was man beherzigen sollte, um nicht auf sie hereinzufallen.

Flyer und Internetseite sollen neben den Seniorensicherheitsberatern der Polizei eine weitere Säule bilden, um Senioren zu erreichen. Denn die Tendenz, dass Menschen auf Trickbetrüger hereinfallen, steigt. „Allein im Jahr 2018 haben wir 874 Vermögens- und Fälschungsdelikte in Stralsund aufgenommen“, erklärt Undine Segebarth, Leiterin des Polizeihauptreviers Stralsund. „Das sind ein bis zwei Anzeigen pro Tag.“ Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2016 noch 744 Anzeigen.

Täter spielen mit Emotionen

Hintergrund für das Projekt sei, dass aus Sicht der Projektinitiatoren mit den bisherigen Präventionsangeboten gegen Trickbetrüger nicht alle Senioren erreicht werden können, vor allem diejenigen, die in der Häuslichkeit leben. „Deshalb suchen wir nun Multiplikatoren wie Arztpraxen oder Apotheken, in denen wir diese Flyer auslegen können“, sagt Peter Bischoff. Außerdem wolle man auf diesem öffentlichkeitswirksamen Weg das Thema Trickbetrug weiter in die Mitte der Gesellschaft rücken. „Es soll offen darüber geredet werden, denn niemand muss sich dafür schämen, wenn er Opfer so eines Betrugs wurde“, sagt Heino Tanschus. „Dafür gehen die Täter viel zu professionell zu Werke, als dass man es einfach mit einem ,Wie kann man nur darauf hereinfallen‘ abtun sollte. Jeder kann betroffen sein“, betont der 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters. „Die Täter spielen mit Emotionen und Gefühlen, da entstehen menschliche Tragödien.“

Gesellschaft sensibilisieren

Das betonte auch Ann Christin von Allwörden, Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Sicherheitspolitik. „Wir sprechen von einem zivilgesellschaftlichen Problem, denn es geht nicht nur um den finanziellen Schaden für den Senioren, sondern auch um den emotionalen oder psychischen. Deshalb ist es wichtig, dass auch Nachbarn, Vereine und Familien sensibilisiert werden.“ Das Projekt „Sicher in Stralsund“ wird vom Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung MV gefördert.

„Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt“, ergänzt Undine Segebarth. „Wir müssen den betroffenen Menschen die Hemmungen nehmen, darüber zu reden.“ Das Wichtigste sei, alles zu einer Anzeige zu bringen. „Damit wir mehr Fälle aufklären können und so den Tätern schneller das Handwerk legen können.“

Wer noch weitere Ideen hat, wo man die Flyer platzieren kann, um noch mehr Menschen zu erreichen, oder wer Informationen braucht, wendet sich gern an den Verein unter info@kriminalitaetspraevention.de.

Sieben Tipps gegen Betrüger

Mit dem Projekt „Sicher in Stralsund“ will der „Verein zur Förderung der Kriminalitätsprävention in Stralsund“ Senioren und deren Angehörige vor Kriminellen schützen. Diese Tipps sollte man beachten, wenn es den Verdacht auf möglichen Trickbetrug gibt. Mehr Infos unter www.sicher-in-stralsund.de

1. Immer misstrauisch sein, wenn Sie den Anrufer nicht kennen: Trickbetrüger stellen sich am Telefon nicht selbst mit Namen vor und lassen den Angerufenen raten, wer sie denn sein sollen oder geben sich als Bekannter oder Verwandter aus, den Sie nicht kennen.

2. Niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben.

3. Niemals aufgrund eines Telefonanrufes von Unbekannten Programme installieren oder Internetseiten aufrufen.

4. Niemals nur aufgrund von Telefonanrufen Geldbeträge überweisen.

5. Niemals Unbekannte in Ihre Wohnung lassen und möglichst Türspion und Sprechanlage nutzen.

6. Im Telefonbuch möglichst Vornamen abkürzen, da diese Hinweise auf das Lebensalter geben können.

7. Falls Sie ein verdächtiges Telefongespräch hatten, teilen Sie dies immer einer Vertrauensperson mit, da auch im Nachhinein weitere Folgen verhindert werden können.

Von Miriam Weber

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