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Stralsund Mehr kostenlose Angebote beim Schülerverkehr
Vorpommern Stralsund Mehr kostenlose Angebote beim Schülerverkehr
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10:36 13.03.2019
Große Einigkeit am Montagabend beim Thema Schülerverkehr. Ins Schwimmen kamen die Mitglieder des Kreistages dann aber kurze Zeit später, als es um den entsprechenden Sportunterricht ging. Quelle: Carsten Schönebeck
Stralsund

Der Kreistag Vorpommern Rügen hat sich am Montag intensiv mit mehreren Themen rund um die Schulen im Kreis befasst. Unter anderem sprach man sich mit großer Mehrheit für Veränderungen im Schülernahverkehr aus. Demnach sollen mehr Schüler die Möglichkeit bekommen, das Angebot kostenlos zu nutzen.

Während der rund dreistündigen Sitzung am Montagabend in Stralsund machten die Politiker keinen Hehl daraus: Die Kommunalwahlen stehen an und damit nach fünf Jahren auch bald eine neue Zusammensetzung des Gremiums. Diese Tatsache interpretierten die Fraktionen allerdings nicht als Ausrede, die Füße hoch zu legen. Im Gegenteil. „Wir wollen die Gelegenheit nutzen, Pflöcke einzuschlagen“, forderte CDU-Mann Ronald Zabel. Frank Kracht (Linke), wollte „die Pflöcke mit Hammerschlägen noch erweitern“. Und auch bei den Grünen forderte Helge Eggersmann bei mehreren Tagesordnungspunkten, doch endlich mal Beschlüsse zu fassen. „Wie genau man das dann umsetzt, kann man immer noch entscheiden“, erklärte er.

Keine Solidarität mit Klimaschutz-Demos

Bei vielen Tagesordnungspunkt herrschte große Einigkeit und wenig Lust auf lange Debatten, diskutiert wurde aber intensiv, als es um die Belange von Kindern und Jugendlichen in der Region ging. Das betraf grundsätzliche Fragen, aber auch ganz aktuelle, wie die freitäglichen Demonstrationen von Schülern für den Klimaschutz. Mehrere Kreistagsmitglieder, darunter die Landesvorsitzende der Linken Wenke Brüdgam und der Klausdorfer Bürgermeister Thomas Reichenbach (CDU), hatten eine Solidarisierung des Gremiums mit den Protesten gefordert. „Dass dafür auch mal die Schule geschwänzt wird, zeigt auf, wie wichtig dieses Signal den jungen Menschen ist“, hieß es in der Begründung. Doch die Antragsteller mussten sich in der Debatte anarchistische Züge unterstellen lassen. Es sei verantwortungslos, sich bei den schwänzenden Schülern anzubiedern, schimpfte etwa Norbert Thomas (CDU). Und Gerd Scharmberg (FDP) kritisierte einen allzu laxen Umgang mit dem Thema Bildung. Die Jugendlichen sollten besser in die Schule gehen, nur so lasse sich der Wohlstand in der Region wahren. „Und es fallen ja schließlich schon genug Stunden aus“, erklärte er. Die Vorlage jedenfalls scheiterte krachend mit nur sechs Jas und jeder Menge roter Stimmkarten.

Weniger politische Symbolik war beim Thema Schülerverkehr im Spiel. Einstimmig nahm der Kreistag einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD an, bei dem es um jene Pflöcke ging, die man vor der Wahl noch einschlagen wollte. Demnach sollen spätestens mit dem nächsten Doppelhaushalt des Landkreises Gelder eingeplant werden, damit die Mindestentfernungen im Schülertransport wegfallen können. Bislang ist der Schulbus im Landkreis nur dann kostenlos, wenn Kinder mehr als zwei Kilometer bis zur Grundschule oder mehr als vier Kilometer bis zur weiterführenden Schule zurücklegen müssen. Landrat Stefan Kerth (SPD) soll nun prüfen, wie das umgesetzt werden kann und was das kosten wird. Neue Buslinien sollen damit aber nicht geschaffen werden –kostenlos wäre nur die Benutzung der Busse, die ohnehin fahren. Profitieren dürften dadurch vor allem die Schüler der Mittelzentren und der Hansestadt Stralsund.

Beim Schwimmen wurde es schwammig

Eine dritte Runde zum Thema Schulen drehte der Kreistag mit einer Debatte über den Schwimmunterricht. Große Worte, große Einigkeit. Dem Anliegen, dass der Schwimmunterricht bessere Bedingungen braucht, wollte sich niemand recht verweigern. Nach aktuellen Zahlen der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft können im Landkreis rund 60 Prozent der Zehnjährigen nicht sicher schwimmen. SPD, Grüne und Linke hatten deshalb einen Appell in Richtung Schwerin formuliert, bei dem sie auf Unterstützung hofften. Demnach solle der Schwimmunterricht in der Sekundarstufe I verbindlich verankert werden. Gleichzeitig müssten Bedingungen geschaffen werden, die einen vernünftigen Unterricht ermöglichen – das vor allem mit Blick auf die Über-Auslastung von Schwimmhallen und die weiten Wege von vielen Schulen dorthin. Die CDU forderte als Ergänzung eine Unterstützung der Schwimmvereine in der Region durch den Landrat. Das war einigen dann doch zu allgemein. „Wie soll er die denn unterstützen? In dem er da selber Mitglied wird?“ spottete Wenke Brüdgam (Linke). Wichtiges Thema, wenig konkrete Ideen, wie der Kreis selbst helfen und nicht nur auf Hilfe aus Schwerin hoffen kann. Daher einigte man sich am Ende darauf, das Thema im Fachausschuss für Sport zu behandeln. Vielleicht gibt es dort ja konkretere Ideen.

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Carsten Schönebeck

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