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Stralsund Müllabfuhr soll ab Januar etwas teurer werden
Vorpommern Stralsund Müllabfuhr soll ab Januar etwas teurer werden
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15:45 18.12.2018
Es gibt immer mehr Biomüll in Vorpommern-Rügen. 20 000 Tonnen sind es 2018. Quelle: Abfallwirtschaft
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Stralsund

Für die Müllabfuhr in Vorpommern-Rügen sollen die 149000-Landkreis-Haushalte ab 1. Januar etwas tiefer ins Portmonee greifen, denn die Abfallgebühren steigen um vier Prozent. Dahinter verbirgt sich in Zahlen: Ein Vier-Personen-Haushalt muss 26 Cent pro Monat mehr zahlen, das sind 3,10 Euro im Jahr. Im Zwei-Personen-Haushalt ist es ein Plus von 1,43 Euro fällig.

Mit der Erhöhung skann unter anderem ein Minus von 23 000 Euro, das im 2017er-Jahresbericht des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft steht, ausgeglichen werden. Das Ergebnis für 2018 liegt noch nicht vor. Aber man kann davon ausgehen, dass der Betrieb weiter in den roten Zahlen steckt. „Deshalb müssen wir die Gebühren erhöhen“, sagt Betriebsleiter Torsten Ewert im OZ-Gespräch, sieht die Gründe dafür aber nicht in unternehmerischen Fehlern. „Wir hatten bis 2016 Gebühren, mit denen wir wirtschaftlich gut arbeiten konnten. Aber dann beschloss der Kreistag eine Senkung, weil wir ein Plus in der Kasse hatten, das den Einwohner zu Gute kommen sollte. Für zwei Jahre klappte das. Nun müssen wir reagieren“, so der gelernte Buchhalter, der seit 2017 Chef der Abfallwirtschaft ist, und unterstreicht ausdrücklich, dass die Gebühren dann 2019 wieder auf dem Stand von 2016 sind.

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Biomüll Vorpommern-Rügen Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HST

„Natürlich müssen wir bei der ganzen Entwicklung bedenken, dass auch unsere Kosten steigen. Der Diesel wird teurer, Tariferhöhungen sind einzuplanen, aber auch das Müllaufkommen hat sich verändert“, sagt Torsten Ewert. Der 53-Jährige spricht speziell den Biomüll als weiteren Grund für die Gebührenerhöhung an. „Das Abfallvolumen aus der Biotonne ist enorm gestiegen. Auch wenn die Entsorgung für den Verbraucher kostenlos ist, müssen die Tonnen ja abgeholt werden. Unsere Kosten steigen also.“

Nach einer großen Werbekampagne 2015 wurde die Biotonne 2016 im Landkreis flächendeckend aufgestellt. „Wir sind überrascht, wie gut die Tonne angenommen wird. Tendenz steigend“, so Torsten Ewert und sieht dafür mehrere Ursachen. „Gerade auf dem Lande hatten viele Leute eine eigene Kompostanlage. Das ist vorbei. Die Menschen werden älter, außerdem sind die Anforderungen an den Kompost sehr hoch. Man muss das Kompostierte selbst verwerten können. Das wurde den meisten Einwohnern jetzt zuviel. Viele haben nun auch die 240-Liter-Tonne für sich entdeckt, weil da hervorragend der Grünschnitt vom Rasenmähen zu entsorgen ist.“

Der meiste Biomüll fällt deshalb wohl auch im ländlich geprägten Nordvorpommern an. Hier stieg das Aufkommen von rund 6000 Tonnen 2016 auf 9300 Tonnen in diesem Jahr. Konstant hoch ist das Volumen auf der Insel Rügen. Es liegt im Schnitt bei 8000 Tonnen pro Jahr. In der Hansestadt Stralsund warfen die Einwohner 2016 rund 2300 Tonnen Kartoffelschalen, Pflanzenreste oder altes Brot in den Behälter. 2800 Tonnen sind es in diesem Jahr.

Übrigens bleibt die Restmüllmenge relativ konstant und kann nicht zu Kosteneinsparungen herangezogen werden: In Stralsund liegt sie bei 11 600 Tonnen, in Nordvorpommern bei 18 600 Tonnen und auf Rügen bei rund 12000 Tonnen.

Die Biotonne boomt – ist denn aber auch Bio drin, wo Bio drauf steht? „Im Großen und Ganzen klappt das bei den Hausbesitzern ganz gut. Die meisten Probleme machen die großen Wohngebiete. Da liegt manchmal alles Mögliche in der Tonne –von der Plastetüte mit der Hundeschiete bis hin zu Folienresten“, weiß Betriebsleiter Torsten Ewert. Und seine Kollegin, Abfallberaterin Sandra Jahn, ergänzt: „Wir haben an unseren Fahrzeugen ein Detektorensystem. Beschummeln geht also nicht. Ist da was drin, was nicht reingehört, wird die Biotonne nicht geleert. Dann gibt’s die Rote Karte.“ Hängt die am Behälter, heißt das: Entweder der nichtpflanzliche Dreck wird aussortiert oder die Tonne wird später als normaler Hausmüll und damit kostenpflichtig entsorgt, was in einem Wohnblock wieder auf alle Mieter umgelegt wird.

Der Kreistag Vorpommern-Rügen hat gestern Abend nach kurzer Debatte der Gebührenerhöhung mit großer Mehrheit zugestimmt.

Bald Kompost zum Abholen

Das Biogut aus Vorpommern-Rügen wird in der Kompostierungsanlage Reinberg verwertet. 60 Prozent des dort produzierten Komposts werden von Landwirtschaft oder Landschaftsbaubetrieben abgenommen.

In der Kompostierung sehen die Abfallwirtschaftler ein große Zukunft, denn Kompost verbessert die Humuseigenschaften, aber auch die Wasserverfügbarkeit des Bodens.

Ab Mai 2019 können sich Interessenten Kompost für ihren Garten direkt von der Anlage in Reinberg abholen. Einfach mit Hänger vorfahren, und los geht’s. Der Verkaufspreis steht noch nicht fest, soll aber klein sein.

Ines Sommer

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