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Stralsund Nach Tourismussaison: Mehr Arbeitslose in Vorpommern-Rügen
Vorpommern Stralsund Nach Tourismussaison: Mehr Arbeitslose in Vorpommern-Rügen
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16:03 29.11.2019
Auf einer Stele ist das Logo der „Bundesagentur für Arbeit“ zu sehen. Am Freitag hat die Behörde neue Zahlen veröffentlicht. Quelle: dpa
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Stralsund

Die Arbeitslosenzahlen im Landkreis Vorpommern-Rügen sind im November deutlich angestiegen. 8707 Personen sind hier aktuell ohne Job – 933 Personen mehr als im Vormonat. Das entspricht einem Plus von zwölf Prozent. Der Bundestrend geht hingegen in die andere Richtung: Deutschlandweit sind die Zahlen aus den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken: 2,18 Millionen Menschen sind arbeitslos gemeldet, die Quote liegt bei 4,8 Prozent.

Der Anstieg in Vorpommern-Rügen ist der mit Abstand größte unter allen Arbeitsagenturen in MV, teilt Christian Glaser, Pressesprecher der Stralsunder Arbeitsagentur mit, die für den gesamten Landkreis zuständig ist. „Allerdings gibt es auch keine andere Agentur im Land, die eine so starke Saisonprägung vorzuweisen hat“, erklärt er. Zum Vergleich: In den Landkreisen Rostock und Vorpommern-Greifswald fiel der Anstieg mit jeweils 3,1 Prozent milder aus. An der Seenplatte betrug er 2,9 Prozent und in Nordwestmecklenburg 2,2 Prozent.

Zahlen sind besser als im November 2018

Die Arbeitslosenquote liegt hier aktuell bei 7,7 Prozent. Im Oktober lag der Wert noch bei 6,9 Prozent. Trotz des deutlichen Anstiegs sind die Zahlen im Vergleich zum November 2018 positiv. Damals lag die Quote bei 8,4 Prozent, was 9400 Arbeitslosen entsprach – 700 mehr als heute.

Der deutliche Rückgang im Jahresvergleich zeige, dass die insgesamt positive Entwicklung weiterhin ungebrochen sei, sagte die Chefin der Arbeitsagentur-Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann. „Erfreulich ist, dass alle Personen- und Altersgruppen und insbesondere die Gruppe der Langzeitarbeitslosen von dieser Entwicklung profitiert haben.“

Nach dem Weihnachtsgeschäft wird es wohl noch mehr Arbeitslose geben

Für Jürgen Radloff, den Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Stralsund, ist der aktuelle Anstieg der Beschäftigungslosigkeit Teil der typischen jahreszeitlichen Entwicklung. „Nach dem Ende der Oktoberferien kehrt in viele Urlaubsorte an der Küste erst einmal Ruhe ein, bevor sich die Tourismusbranche für den Ansturm zum Jahreswechsel rüstet. In dieser Zeit melden die Firmen dann deutlich weniger Personalbedarfe und entlassen zum Teil auch bereits Arbeitnehmer. Einen noch höheren Anstieg in der Arbeitslosigkeit erwarten wir deshalb für die Zeit nach dem Ende des Weihnachtsgeschäftes.“

„Tatsächlich lässt sich die aktuelle Zunahme der Arbeitslosenzahlen zum größten Teil auf die ersten Entlassungen aus dem Tourismusbereich zurückführen. So haben das Hotel- und Gastronomiegewerbe sowie der Handel einen Anteil von fast 50 Prozent am Anstieg der Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk“, bilanziert Agentursprecher Glaser. „Nur das produzierenden Gewerbe und der Bereich Verkehr und Logistik sorgten darüber hinaus noch für eine spürbare Steigerung der Arbeitslosenzahlen – allerdings auf einem deutlichen niedrigeren Niveau als das Tourismusgewerbe.“

Wirtschaftsminister Harry Glawe verweist darauf, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in MV seit September 2018 deutlich zugenommen hat. Quelle: Stefan Sauer/dpa

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte: „Wir müssen weiter daran arbeiten, saisonverlängernde und saisonunabhängige Beschäftigungsangebote im Land zu stärken.“ Zugleich müssten alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Arbeits- und Fachkräfte für die hiesige Wirtschaft zu gewinnen. „Daran arbeiten wir.“ Er verwies auf die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Jobs im Land um 0,9 Prozent auf 587 700 seit September 2018. Stellen seien vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 2800) und in der Metall- und Elektroindustrie (plus 1400) entstanden.

Anstieg auf Rügen um 25, in Ribnitz-Damgarten um 23 Prozent

Auf der Insel Rügen sind aktuell 2485 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 503 Personen bzw. 25,4 Prozent mehr als im Vormonat. Eine ähnlich große Steigerung verzeichnete die Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten. Hier sind 1744 Arbeitslose gemeldet. Das sind 331 Personen bzw. 23,4 Prozent mehr als noch im Oktober.

Beide Regionen zusammengenommen machen beinahe 90 Prozent an der Zunahme der Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk aus. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote auf der Insel Rügen nur auf 7,4 Prozent. In der Region Ribnitz-Damgarten erreicht die Quote mit 6,8 Prozent sogar immer noch den niedrigsten Wert unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes.

In den weniger stark vom Tourismus geprägten Regionen ist die Arbeitslosigkeit zwar auch gestiegen, allerdings fiel diese Zunahme deutlich niedriger aus als in den beiden Tourismushochburgen Rügen und Ribnitz-Damgarten. So liegt die Zahl der Männer und Frauen ohne Job in der GeschäftsstelleGrimmenbei 967. Das sind 19 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,3 Prozent im Oktober auf aktuell 7,4 Prozent. Die Region um die Trebelstadt liegt im Vergleich der Geschäftsstellen damit gleichauf mit der Insel Rügen.

Stralsunder Wert ist „herausragend“

In der Hansestadt Stralsund sind derzeit 2777 Arbeitslose gemeldet. Das sind 37 Personen mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet liegt aktuell bei 9,8 Prozent und damit immer noch unter der Zehn-Prozent-Marke. „Das ist ein herausragender Wert“, urteilt Glaser. „Schließlich musste in der Hansestadt vor einem Jahr noch eine Quote von 10,5 Prozent registriert werden.“

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