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Stralsund Nachwuchsläufer Justin Zabel hängt die Konkurrenz ab
Vorpommern Stralsund Nachwuchsläufer Justin Zabel hängt die Konkurrenz ab
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21:00 28.02.2019
Justin Zabel startete als Elfjähriger in der U-14-Wertung des Laufcups MV und siegte. 2017 gewann er noch in der U 12. Quelle: foto: Tom Landmann
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Stralsund

Die Wandregale in seinem Kinderzimmer sind voll. Fein säuberlich stehen dort zahlreiche Pokale aufgereiht. Die Medaillen, die noch nicht aus Platzmangel in Boxen verstaut sind, baumeln von den Brettern. Unzählige Urkunden ersetzen beinahe die Wandtapete. Der neueste Pokal, den Justin Zabel im Januar für den Gesamtsieg der vergangenen Laufcup-Serie von MV bekommen hat, hat den letzten freien Platz in der Trophäensammlung ergattert. Er steht neben dem Siegerpokal von 2017.

Dass das Lauftalent überhaupt seinen Titel verteidigen konnte, war keineswegs selbstverständlich. Als Elfjähriger startete Justin im vergangenen Frühjahr in der höheren Altersklasse U 14. „Am Anfang hatte ich Probleme“, erinnert sich Justin. Doch die schüttelte er nach dem dritten Rennen einfach ab. Genau wie seine Konkurrenz. Zehn der 14 Wettkämpfe der Laufcup-Serie absolvierte der Stralsunder, nach dem drittletzten Lauf stand der mittlerweile Zwölfjährige bereits als Sieger fest. Damit reihte sich Justin in die Läufer-Dominanz aus dem Nordosten von MV ein. Der Rüganer Diego Wald wurde Justins Nachfolger in der U 12. Zudem gewannen die Insel-Mädels Pauline Sledz (U 12) und Finja Ehrhardt (U 14) den Intersport-Nachwuchslaufcup 2018.

Diego ist mein Dauerkonkurrent. In diesem Jahr kommt er hoch in die U 14“, weiß Justin und hofft somit auf spannende Duelle in der neuen Serie, die am 3. März mit dem Wittenburger Mühlenlauf über 4,8 Kilometer startet. Über diese Distanz hat Justin im vergangenen Jahr eine persönliche Bestzeit (19:20 Minuten) aufgestellt – eine von insgesamt 18 neuen Rekorden. „Ich laufe lieber Langstrecke, so um die sechs Kilometer“, meint der Schüler des Stralsunder Hansagymnasiums und fügt an: „Einmal im Jahr erlauben mir meine Eltern, einen Zwei-Stunden-Lauf zu machen. Da laufe ich dann so 23, 24 Kilometer. Das macht Laune!“ Allerdings gibt er zu: „Dafür mochte ich die Cross-Landesmeisterschaft in Laage nicht. Steile Berge und die Baumstämme, die als Hindernisse in den Weg gelegt wurden, sind schon anstrengend.“

Justin steht nun ein richtungsweisendes Jahr bevor: Der Nachwuchsläufer müsste professioneller gefördert werden, wenn die Leistungskurve weiter so steil nach oben zeigen soll. „Doch wir haben ein Problem: In Stralsund ist ambitioniertes Laufen tot! Wir haben keine Trainer“, bringt es Tom Landmann auf den Punkt. Deswegen betreut der Vater seinen Sohn noch selbst. Landmann, selbst passionierter Läufer, wurde 2018 bei seiner ersten Laufcup-Serie Vierter. „Wir werden in diesem Jahr schauen, wie es anläuft. Eventuell wechselt Justin dann zum TC Fiko Rostock“, plant Landmann. Aktuell sind die beiden beim SV Hanseklinikum gemeldet. Sollte der Wechsel zum Triathlonclub vollzogen werden, würden sie dem Beispiel von Rivale Diego Wald folgen.

Dass Justin Triathlon der klassischen Leichtathletik vorziehen würde, hat einen speziellen Grund. „Sprungdisziplinen sind nicht so meins“, verrät der Siebtklässler, der auch auf der Schulbank Top-Leistungen erzielt. Nur ausgerechnet im Sport steht keine 1 auf dem Zeugnis. „Weitsprung ist einfach fies.“

Auf Triathlon hätte Justin Lust. „Ich fahre sowieso immer mit dem Rad zur Schule. Schwimmen müsste ich aber noch üben“, meint er. Ein weiterer Grund für den TC Fiko: Justins Vorbild, der Deutsche Marathonmeister Tom Gröschel, startet für den Rostocker Verein. Bei der Leichtathletik-Europameisterschaft hat der Stralsunder vor dem Fernseher mitgefiebert, als Gröschel als bester Deutscher die 42,195 Kilometer durch Berlin wetzte.

Während sein Idol das Ziel Olympia 2020 in Tokio verfolgt, hat Justin andere Pläne: „Bei der Rostocker Marathonnacht oder beim Rügenbrückenlauf zu rennen, wäre cool.“ Noch macht ihm sein Alter einen Strich durch diese Rechnung. Grinsend fügt er ein weiteres Ziel hinzu: „In drei Jahren will ich Papa davonlaufen!“

Um sich voll aufs Laufen konzentrieren zu können, hat Justin, der später einmal eine Tierarztpraxis mit seinem Kumpel Malte Bursche leiten will, seine Fußballschuhe im vergangenen Herbst an den Nagel gehängt. Die Dreifachbelastung Schule, Laufen, Fußball war nicht mehr zu schaffen. Fan ist Justin aber geblieben. Er schläft weiterhin in Bayern-München-Bettwäsche und hinter seinem Bett stehen Toni Kroos, Manuel Neuer und Thomas Müller in Lebensgröße aus Pappe. Vielleicht müssen die deutschen Nationalspieler aber bald weichen – für ein neues Regal, auf dem die nächsten Pokale, Medaillen und Urkunden präsentiert werden können.

Horst Schreiber

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