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Stralsund Wohnungen in einstiger Volkshochschule geplant
Vorpommern Stralsund Wohnungen in einstiger Volkshochschule geplant
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14:00 09.02.2019
Das Haus in der Friedrich-Engels-Straße 28, in dem sich bis zum letzten Jahr die Volkshochschule befand, wird derzeit umgebaut. Dort sollen sechs Mietwohnungen entstehen. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Hochbetrieb herrscht derzeit in der Friedrich-Engels-Straße 28. Baubetrieb, um genau zu sein, denn in dem Gebäude und auf dem Gelände der einstigen Volkshochschule geht es rund. „Wir arbeiten an zwei Objekten“, erklärt Gerd Habedank, Geschäftsführer der Liegenschaftsentwicklungsgesellschaft der Hansestadt (LEG), die Eigentümer des Hauses ist. „Zum einen nutzen wir das alte Gebäude um, zum anderen entsteht unmittelbar angrenzend ein Neubau, in dem sich perspektivisch Eigentumswohnungen befinden.“ Beides in unmittelbarer Nähe des Knieperteichs.

Mit dem Auszug der Stralsunder Volkshochschule im vergangenen Jahr musste überlegt werden, was mit diesem Standort passieren soll. Außerdem handelt es sich bei dem alten Gebäude mit dem gläsernen Treppenhausanbau um ein Einzeldenkmal.

Die Friedrich-Engels-Straße 28 blickt auf eine lange Geschichte zurück. Wann genau das Haus entstand, kann jedoch nicht mehr gesagt werden, da es keine entsprechenden Bauakten gibt, wie aus dem Stadtarchiv zu erfahren ist. 1844 stand es auf jeden Fall bereits und gehörte damals dem Kunstgärtner August Eduard Eyting. Dass Eyting dort ein Haus besaß, kam nicht von ungefähr, denn in der Nähe gab es nicht nur ein Gartenlokal, sondern auch große Gartenbetriebe und Baumschulen.

Später wurde Dr. Rudolf Brügmann, Lehrer am Realgymnasium in der Bleistraße, der Besitzer des Hauses. Der wiederum verkaufte es 1893 für damals 36 000 Reichsmark an die Stadt. Diese vermietete es drei Jahre später an die Taubstummenanstalt.

Im Jahr 1912 feierte die Taubstummenanstalt 75-järhiges Bestehen. In der Festschrift war damals zu lesen: „In diesem gebäude, in welchem die Taubstummen-Anstalt nun seit 16 Jahren untergebracht ist, befinden sich im Erdgeschoß drei Klassen, ein Raum für Knaben-Handarbeit und ein Lehrerzimmer. Das erste Stockwerk enthält die Dienstwohnung des Vorstehers.“ Auf dieses Ereignis deutet übrigens noch heute etwas in der Friedrich-Engels-Straße 28 hin. An der Tür zum Windfang, sind in den oberen Fenstern Zahlen zu lesen, die nur indirekt etwas mit der Geschichte des Hauses zu tun haben: 1837, 75, 1912. Sie deuten darauf hin, dass die Taubstummenanstalt im Jahr 1912 ihr 75-jähriges Jubiläum feierte, als im Jahr 1837 gegründet wurde. Im Jubiläumsjahr selbst hatte die Taubstummenanstalt ihren Sitz in der heutigen Friedrich-Engels-Straße 28.

Die Stralsunder Taubstummenanstalt war damals übrigens die älteste Einrichtung dieser Art Pommerns überhaupt.

Nach dem ersten Weltkrieg zog bis 1932 in das Haus ein evangelisches Waisenheim ein, dann wurde dort die Hilfsschule eröffnet. Auch zu Zeiten der DDR war die Hilfsschule dort untergebracht und die Gewerkschaft Unterricht und Erziehung des FDGB.

Im Februar 1995 schließlich zog die Volkshochschule in die Räumlichkeiten.

Nun werden in dem Gebäude sechs Mietwohnungen entstehen. „Sie variieren in der Größe zwischen 60 bis 70 Quadratmetern“, erklärt Architekt Reiner Niemesch. Drei Wohnungen werden einen kleinen Balkon haben. „Wenn alles klappt, dann können wir ab Frühjahr vermieten“, sagt Gerd Habedank.

Insgesamt hat die LEG 600 000 Euro in den Umbau investiert. „Natürlich mussten wir die Gebäudestruktur stark verändern, weil es durch die Wohnungen grundsätzlich andere Anforderungen gibt“, sagt reiner Niemesch. Große Überraschungen hätte es während des Baus nicht gegeben, lediglich der Dachstuhl musste aufwendig gestaltet werden.

Was in dem Haus erhalten bleiben wird, ist die alte Eingangstür, durch die man das Haus von der Straße aus betreten kann. Allerdings wird sich der Haupteingang im Weg Martinsgarten befinden. Das verglaste Treppenhaus wird die Verbindung zwischen dem alten Haus und dem Neubau und der Haupteingang zu beiden Gebäuden sein.

Während das historische Gebäude auf Feldsteinen gegründet ist, musste bei dem Neubau eine etwa 13 Meter tiefe Pfahlgründung vorgenommen werden. In dem Haus werden drei große Eigentumswohnung entstehen, mit deren Fertigstellung jedoch erst im Herbst zu rechnen ist. Im Erdgeschoss und der ersten Etage haben die Wohnungen ungefähr eine Größe von 135 Quadratmetern. 190 Quadratmeter auf zwei Etagen umfasst die Wohnung in den beiden oberen Etagen. „Dort wird es dann auch eine Dachterrasse mit Dachlaterne geben“, schaut Gerd Habedank voraus. Die beiden anderen Wohnungen haben einen Balkon. Bei dem Neubau wird es außerdem einen Fahrstuhl geben.

„Und wir haben Stellflächen für Pkw vor dem Gebäude geplant“, sagt Gerd Habedank.

Von Taubstummenanstalt zum Wohnhaus

Miriam Weber

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