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Stralsund Kranichzentrum wirbt mit neuem Image-Film
Vorpommern Stralsund Kranichzentrum wirbt mit neuem Image-Film
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14:06 26.03.2019
Kranichzentrum Groß Mohrdorf Quelle: Ines Sommer
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Groß Mohrdorf

Die Insider hatten sich den Termin rot im Kalender angestrichen: Am heutigen Dienstag wurde im Kranichzentrum Groß Mohrdorf der neue Kranich-Film gezeigt. Eine besondere Premiere, geht es doch nicht nur um einen Image-Streifen für die Kranich-Region, mit dem man ordentlich die Werbetrommel rühren will. Der Film zeigt zudem einzigartige Bilder über die Brut der großen Vögel, ist also auch ein Hingucker für jeden Naturfreund.

Der Film verbindet zwei biologische Hotspots

30 000 Euro hat der Film „Juwelen der Küste“ gekostet. 75 Prozent wurden gefördert, und zwar als Maßnahme in dem Projekt „Schatz an der Küste“, aus dem auch der Neubau des Kranoramas in Günz finanziert wurde. Geldgeber ist in erster Linie der Bund, doch in dem Projekt arbeiten neun Partner zusammen, unter anderem der BUND, die Hansestadt Rostock, die Uni Greifswald und natürlich Kranichschutz Deutschland sowie die Ostsee-Stiftung, letztere hat die Projektleitung.

Der Film spannt in 18 Minuten den Bogen vom Kranichrastplatz Vorpommersche Boddenlandschaft bis hin zu den Brutgebieten in der Rostocker Heide, verbindet also zwei biologische Hotspots. Ein Jahr lang haben die Mitarbeiter des Kranichzentrums und der Naturfilmer Jens Klingebiel die Vögel des Glücks begleitet.

Die Fachleute führten den Kameramann an die schönsten Plätze. Ganz behutsam natürlich, denn die Kraniche sollten nicht gestört werden. „Deshalb wurde zum Beispiel mit einem Tarnzelt gearbeitet, in dem der Kameramann versteckt war“, sagt Anne Kettner, seit 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kranichzentrums in Mohrdorf. Doch auch Nestkameras kamen zum Einsatz. Das Ergebnis ist faszinierend.

Einzigartige Brut-Szenen eingefangen

Besonders beeindruckend sind nämlich die Szenen von den brütenden Kranichen. Da übergibt das Weibchen das weitere Ausbrüten an den künftigen Familienvater. Doch der fühlt sich von Wildenten gestört und muss die erst mal verjagen. Das ist natürlich anstrengend, so dass er mit dem Weiterbrüten überfordert ist. Obendrein hat er auch noch ein Ei fast aus dem Nest fallen lassen... „Mama“ muss also wieder ran, und sie richtet das Ganze, so das am Ende doch noch die kleinen Flauschigen schlüpfen. 30 Tage dauert die Brut. Kaum aus dem Ei gepellt, machen sich die Jungkraniche mit den Eltern auf Futtersuche, denn Kraniche sind Nestflüchter.

„250 Brutpaare gibt es in unserer Region. Im Moment ist die Zahl stabil, doch wir wissen nicht, wie sich das entwickelt“, erklärt Dr. Günter Nowald, Leiter des Kranichzentrums, auf den Einwurf eines Premierenzuschauers, der von rückläufigen Zahlen gehört hatte. „Das gilt nicht für unsere Kraniche, sondern die, die weiter östlich ankommen.“ Auch das Problem der miesen Futterlage wird im Film angesprochen. Denn Kraniche ernähren sich von Insekten, und die werden bekanntlich immer weniger.

Und wann und wo ist der Film nun zu sehen? „Eine kurze Version wird zum Beispiel im Kranorama in Günz gezeigt, aber auch bei unseren Partner gibt es den achtminütigen Streifen. Die lange Version wird im Kranichzentrum in Mohrdorf täglich zu sehen sein. Wir haben ja hier mit einem Mini-Kino gute Bedingungen“, so Günter Nowald, der mit einem Augenzwinkern ergänzt:

Der Traum von einem neuen Kranichzentrum

„Natürlich wird das hier langsam alles zu klein, deshalb planen wir ja ein neues Kranichzentrum. Ein Exposé wurde schon in Auftrag gegeben. Aber das kostet zwei Millionen Euro, und die müssen wir erst mal haben, dann könnte es neben dem Kranorama losgehen. Da hätten wir Platz und könnten ein schönes Ensemble errichten. Aber noch ist das Zukunftsmusik, aber vielleicht finden wir ja einen Sponsor für unser nächstes großes Projekt...“

Film jetzt täglich im Kranichzentrum zu sehen

Das Kranichzentrum in Groß Mohrdorfist im März und April täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, hier wird auch der neue Film gezeigt. 17 Minuten Zeit sollten Sie mitbringen. Ab Mai ist der Besuch von Montag bis Freitag möglich. Im Nabu-Kranichzentrum gibt es sowohl eine Ausstellung, aber auch einen Shop mit Kranich-Souvenirs.

Das Kranorama in Günz ist eine moderne Beobachtungsstation am Günzer See. Das 2015 eröffnete Projekt von Kranichschutz Deutschland ist im Moment ebenfalls täglich geöffnet.

250 Brutpaare gibt es im Moment in Vorpommern. Die Zahl scheint im Moment relativ stabil, doch wird die Futtersuche für die Vögel des Glücks immer schwieriger.

Der neue Kranich-Film wurde von Naturfilmer Jens Klingebiel gedreht. Er hat schon den Image-Streifen für den Landkreis zwischen Barthe und Recknitz. Zur Premiere konnte der 48-Jährige nicht dabei sein, weil er bereits zu neuen Projekten unterwegs war. Seit 2010 arbeitet der Mann aus einer Kleinstadt in Hessen als Kameramann für Natur- und Tierfilmprojekte, u.a. fürs ZDF.

Zu Besuch im Kranichzentrum Groß Mohrdorf

Ines Sommer

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