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Stralsund Neuer Markt: Tiefgarage vor dem Aus?
Vorpommern Stralsund Neuer Markt: Tiefgarage vor dem Aus?
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10:26 25.07.2015
Weil keiner weiß, welche Schätze aus früheren Zeiten unter dem Neuen Markt schlummern, besteht die Gefahr, dass die Kosten explodieren, wenn hier eine Tiefgarage gebaut wird. Diese Variante wäre ohnehin deutlich teurer als eine Garage auf der Schützenbastion.
Weil keiner weiß, welche Schätze aus früheren Zeiten unter dem Neuen Markt schlummern, besteht die Gefahr, dass die Kosten explodieren, wenn hier eine Tiefgarage gebaut wird. Diese Variante wäre ohnehin deutlich teurer als eine Garage auf der Schützenbastion. Quelle: Alexander Müller
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Stralsund

Der Neue Markt in Stralsund soll schon bald deutlich aufgewertet werden. Bislang dient die graue Betonfläche an der Marienkirche vorrangig als Parkplatz.

Ergebnissen einer jetzt von der Stadtverwaltung vorgestellten Machbarkeitsstudie zur künftigen Parkraumbewirtschaftung zufolge wäre die Schützenbastion, also der jetzige Busbahnhof, am besten geeignet, den Neuen Markt als Parkfläche zu ersetzen.

Im Anschluss könnte der Neue Markt, der gemessen am historischen Alten Markt, in Stralsund bislang vergleichsweise unattraktiv ist, neu gestaltet und damit als zentraler Platz in der Stadt deutlich aufgewertet werden.

In der Untersuchung die von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben worden war, werden verschiedene Szenarien beschrieben und durchgerechnet. Dazu gehört auch die seit Jahren immer wieder vorgebrachte Idee, den Neuen Markt mit einer Tiefgarage zu unterkellern.

Hauptproblem dabei ist allerdings ein unkalkulierbares archäologisches Risiko. Wenn die Bagger so tief in die Erde vordringen und dabei unnütze Hinterlassenschaften sowie kleine Schätze vormaliger Stralsunder zutage fördern, werden die Denkmalschützer viel zu tun haben.

Ähnliche Erfahrungen hat die Stadt bereits bei der Sanierung des Alten Marktes gemacht, obwohl dort, verglichen mit dem Bau einer Tiefgarage, lediglich an der Oberfläche gekratzt worden ist.

Dennoch haben die Experten in der Machbarkeitsstudie auch für den Neuen Markt vier Varianten geprüft. Demnach hätten hier zwischen 268 und 152 Pkw Platz - je nachdem, ob die Garage ein oder zwei Etagen hat und wie groß diese sein werden.

Die größte Version ist mit geschätzten Baukosten von 8,5 Millionen Euro zugleich die teuerste, während eine Tiefgarage mit mehr als 100 Stellflächen weniger immer hin noch 5,4 Millionen verschlingen würde.

Die Kosten für die umfangreichen archäologischen Arbeiten sind darin noch nicht berücksichtigt. Sie werden in der Untersuchung auf bis zu eine halbe Million Euro taxiert.

Zudem würden durch den An- und Abfahrtverkehr die Marienchor- sowie die Bleistraße zusätzlich enorm belastet werden, betont Wohlgemuth. In seiner jetzigen Form bietet der Neue Markt 177 Parkplätze.

Ein Parkhaus auf der Schützenbastion würde, was eine mögliche Kostenexplosion durch die Arbeit der Denkmalpfleger betrifft, weniger Risiken bergen und wäre mit dem Auto wesentlich einfach zu erreichen.

Die Stellflächen für die Reisebusse könnten in diesem Fall an den Bahnhof verlegt werden. Entsprechend niedriger wären die Kosten. Sie bewegen sich zwischen 7,2 Millionen für die größte Variante mit Platz für 307 Autos und 1,1 Millionen Euro. Dafür gäbe aber nur einen klassischen Parkplatz mit 164 Stellflächen.



Benjamin Fischer

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