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Stralsund Professor aus Stralsund rettet in seiner Freizeit Leben
Vorpommern Stralsund Professor aus Stralsund rettet in seiner Freizeit Leben
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10:01 15.05.2019
Joachim Venghaus ist neuer Vormann bei der Stralsunder Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Quelle: DGzRS - Die Seenotretter
Stralsund

An seinem Büroschild in der Hochschule Stralsund steht „Prof. Dr. Joachim Venghaus“, doch an Bord der „Hertha Jeep“ nennen ihn alle nur Jo. Dort doziert er nicht, sondern packt als Freiwilliger kräftig mit an, wenn es draußen auf dem Sund oder der Ostsee zu Notfällen kommt.

Die Stralsunder Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben den Professor für Technische Mechanik und Maschinendynamik zu ihrem neuen freiwilligen Vormann gewählt. Joachim Venghaus folgt auf Ulf Braum, der aus gesundheitlichen Gründen das Ehrenamt in andere Hände legen musste.

Gemeinsam auf dem Sund

 „Ich möchte die Truppe zusammenhalten, zwischen den verschiedenen Eigenschaften, manchmal auch Eigenarten von Menschen vermitteln“, nennt Joachim Venghaus zwei seiner Aufgaben als Vormann. Besonders wichtig ist ihm weiterhin die ausgezeichnete Ausbildung seiner Mannschaft: „Menschen, die in Seenot geraten, brauchen Seenotretter, die wissen, was sie tun. So soll das bleiben, auch mit unseren Neuzugängen auf der Station, die wir zum Glück haben.“ Gegenwärtig hat die Stralsunder Station vier Seenotretterinnen und 21 Seenotretter. „Wir sind jeden Tag im Jahr 24 Studnen einsatzbereit“, sagt Joachim Venghaus. Jeweils drei Seenotretter, ein Bootsführer und zwei Rettungsleute haben Bereitschaft und lassen bei Alarm alles stehen und liegen und eilen zur „Hertha Jeep“. Das Einsatzgebiet der Seenotretter der Hansestadt reicht vom Leuchtturm Gellen, östlich und westlich von Hiddensee, bis zum Ausgang der Palmer Ort Rinne am Greifswalder Bodden, außerdem gehört das Fahrwasser zum Barther Bodden ebenfalls dazu.

Günter Towara als Lehrmeister

Er selbst hat das Seenotretter-Handwerk noch vom langjährigen Vormann Günter Towara gelernt. Der erfahrene versierte Seemann hat ihn „an die Hand genommen“ und brachte ihm in kürzester Zeit viel bei. „Ich war einer seiner letzten Schüler.“

Aufgewachsen ist Joachim Venghaus in Bamberg – Hunderte von Kilometern entfernt von der Ostseeküste. Im tiefsten Oberfranken lernte er die Seenotretter als Zehnjähriger über das DGzRS-Jahrbuch 1968 seines Vaters kennen – und lieben.

Mit der See kam der Familienvater erstmals 1984 als Student an der Technischen Universität Clausthal im Oberharz über einen Hochschullehrer in Berührung. Seitdem ist Joachim Venghaus als Chartersegler regelmäßig vor allem auf der Ostsee unterwegs, die seit 1992 endlich täglich über den Sund zum Greifen nahe ist. Er folgte einem Ruf der Hochschule Stralsund und zog alsbald mit seiner Familie in die Hansestadt am Strelasund. Während er im Sommer selbst segelte, half er im Winter anderen Wassersportlern beim Erwerb von Segelscheinen und Funkzeugnissen.

Schneller Aufstieg bei den Seenotrettern

 Obwohl die Seenotretter nun in der Nähe waren, dauerte es noch 25 Jahre bis er 2017 bei ihnen „anheuerte“. „Ich habe mich nie getraut, zur Station zu gehen und zu fragen, ob sie Leute brauchen. ‚Auf einen dahergelaufenen Gelegenheitssegler warten die bestimmt nicht‘, dachte ich“, erinnert sich Joachim Venghaus. Ein Zufall führte beide Seiten schließlich zusammen: Im Oktober 2017 war er als Crewmitglied an Bord der Segelyacht „Ahab“, mit der die Seenotretter verschiedene Manöver übten. „Wir kamen schnell ins Gespräch und kurze Zeit später gehörte ich zu den freiwilligen Seenotrettern in Stralsund“, erzählt er. Dann ging alles ganz schnell: Rettungsmann ab Januar 2018, Bootsführer ab Mai 2018, Ausbildungswart ab Juli 2018 und ab Mai 2019 schließlich freiwilliger Vormann.

Joachim Venghaus liebt sein Ehrenamt bei den Seenotrettern. „Bisher fuhr ich mit einer gecharterten Segelyacht nur zum Vergnügen dorthin, wo es für die Windverhältnisse gerade günstig war. Jetzt fahre ich als einer der Seenotretter hinaus, weil ich weiß, da sind Menschen, die dringend Hilfe brauchen.“ Doch auch das Hinausfahren zu Trainingszwecken sei befriedigend, um sein eigenes Können zu befriedigen und um Anderen etwas beizubringen. „Nicht zuletzt erfolgt das Ganze auf einem Boot wie der „Hertha Jeep“, zu der man grenzenloses Vertrauen entwickeln kann.“ Er jedenfalls freue sich auf seine neuen Aufgaben.

Miriam Weber

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