Neues Haus für Stralsunder Polizei: Land investiert elf Millionen Euro
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Neues Haus für Stralsunder Polizei: Land investiert elf Millionen Euro

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08:00 24.01.2020
So soll es aussehen – das neue Stralsunder Polizeigebäude in der Barther Straße. 2022 könnte Einzug gefeiert werden.
So soll es aussehen – das neue Stralsunder Polizeigebäude in der Barther Straße. 2022 könnte Einzug gefeiert werden. Quelle: Repro/PLanungsbüro
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Stralsund

Der Bauzaun vor dem Klotz in der Barther Straße kündigt es an: Die Stralsunder Polizei bekommt endlich bessere Arbeitsbedingungen und das lässt sich das Land richtig was kosten. Elf Millionen Euro werden inklusive Planungskosten in ein neues Gebäude investiert. Bis 2022 soll das Haus in der Barther Straße fertig sein.

Es wird dann Domizil für das Polizeihauptrevier (jetzt noch in der Böttcherstraße), für das Kriminalkommissariat mit Kriminaldauerdienst und für die Diensthundeführer. „Ich freue mich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sehr modernes Gebäude zur Verfügung gestellt bekommen, in dem sie gute Arbeitsbedingungen vorfinden werden“, sagt Dr. Michael Peters, Leiter der Stralsunder Polizeiinspektion.

Polizeigebäude sind marode

Das Polizeigebäude in der Barther Straße wird demnächst abgerissen, hier entsteht ein Neubau für Hauptrevier und Kriminalkommissariat. Quelle: Ines Sommer

Undichte Fassaden, defekte Fenster, durchnässte Wände – das war bisher die Realität. Die Polizeidienststellen in der Barther Straße und der Böttcherstraße sind marode und stark sanierungsbedürftig. Die Deutsche Polizeigewerkschaft Mecklenburg-Vorpommern hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) schon 2014 aufgefordert, schnell Abhilfe zu schaffen. Für die Kollegen seien das unhaltbare Arbeitsbedingungen. Das Innenministerium hatte daraufhin in den Haushaltsverhandlungen 2016/2017 Mittel für den Standort Stralsund angemeldet.

Immerhin: Seit 2016 steht fest, dass das Innenministerium weiterhin an der Immobilie Barther Straße als Polizeistandort interessiert ist. Zuvor waren viele andere Möglichkeiten durchgespielt worden. „Klar war auch, dass eine Sanierung des jetzigen Gebäudes viel zu teuer wird. Deshalb hat man sich für den Neubau entschieden“, sagt Stephan Aufdermauer, amtierender Leiter des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamtes Greifswald. Diese Behörde kümmert sich um Bauvorhaben für Landes- und Bundesgebäude.

Neubau in einem geschwungenem L

Vor dem Abriss werden die Schadstoffe sortiert und entsorgt. Quelle: Ines Sommer

Der Neubau, der sich wie ein gebogenes L präsentiert, bietet im Inneren 1500 Quadratmeter für Büros, Schulungsräume, Umkleide- und Sanitärbereiche sowie für fünf Gewahrsamzellen. Geplant ist ein zweifarbiger Klinkerbau, weiß erstrahlen die oberen drei Stockwerke, rotbraun das Erdgeschoss. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage. Das Gelände wird ein eigenes Blockheizkraftwerk bekommen. Und auch ein Fahrstuhl wird nicht fehlen.

„Der Haupteingang befindet sich an der Barther Straße, dort stehen Besuchern auch einige Parkplätze zur Verfügung“, erklärt Projektleiterin Sina Stüwe vom Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt. Sie macht auf eine bauliche Besonderheit aufmerksam: „Der Boden ist hier sehr morastig, deshalb müssen wir das Ganze auf eine Pfahlgründung stützen, so dass die Nachbargebäude keinen Schaden nehmen.“

Im Inneren werden schon Schadstoffe entsorgt

Von Bauarbeiten ist im Moment noch nicht viel zu sehen, aber der Schein trügt. Denn im Inneren wirbeln bereits seit ein paar Wochen die Firmen, die die Schadstoffe aus dem Gebäude rausholen. Und da hat sich seit 1970 so einiges angesammelt. „Wir denken, dass Anfang März die Abrissbagger anrollen. Haus und Nebengebäude werden dann verschwinden“, so Sina Stüwe. Auch der Hof wird umgestaltet. Die alten Platten kommen raus, dafür entstehen Carports, Garagen und im hinteren Bereich die Hundezwinger.

Block ist genau 50 Jahre alt

Einweihung: Am 30. Januar 1970 wurde in der Barther Straße 73 ein modernes Polizeigebäude eingeweiht. Wie die OSTSEE-ZEITUNG am 3. Februar 1970 berichtete, wurde das Haus zunächst an die Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei übergeben. Die wiederum reichte den Schlüssel weiter –an Major Heinz Schröder.

Er war Leiter des Transportpolizei-Amtes.Die Mitarbeiter mit den dunkelblauen Uniformen, die vor allem alles rund um die Bahnhöfe und Züge absicherte, saß bis zur Wende und der Abwicklung dieser Behörde in dem für die DDR typischen Büro-Neubau.

Zuvor befand sich auf dem Gelände ein eingeschossiges Bauernhaus. Es gehörte der Familie Voss, die auf dem Hof auch Stallungen hatte. Das alles wurde für den Polizei-Neubau abgerissen. iso

Neubau soll 2022 fertig sein

Ziel ist, das neue Polizeigebäude 2022 an die Nutzer zu übergeben. Bis dahin befindet sich das Kriminalkommissariat in der Lindenstraße im ehemaligen Finanzamt. Auch die Hundestaffel ist dort untergebracht. Das Polizeihauptrevier ist noch bis 2022 wie gewohnt in der Böttcherstraße für den Bürger geöffnet.

Was passiert in der Böttcherstraße?

Bereits im Zuge der Debatten um die geplante Bebauung des Quartiers 33 sickerte durch, dass das jetzige Polizeigebäude dort nicht mehr gebraucht wird, das bestätigte das Innenministerium. Das Haus könne dann verkauft werden. Die Stadt ist auf jeden Fall interessiert. Sie will als Alternative für den ruhenden Verkehr in dem Bereich rund um die Jakobikirche einen Investor suchen, der auf dem jetzigen Gelände der Polizei nicht nur ein neues Haus, sondern auch eine Tiefgarage mit 42 Stellflächen baut. Gedacht vorwiegend für die Anlieger. Spruchreif sei da aber noch nichts, wie die Stadtverwaltung betonte.

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Von Ines Sommer