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Stralsund OZ-Leser: Klohäuschen soll stehen bleiben
Vorpommern Stralsund OZ-Leser: Klohäuschen soll stehen bleiben
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06:45 28.03.2018
Ist das Klohäuschen auf dem Neuen Markt in Stralsund Kult? Oder kann das weg?
Ist das Klohäuschen auf dem Neuen Markt in Stralsund Kult? Oder kann das weg? Quelle: Ines Sommer
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Stralsund

Ist das schon Kult oder kann das weg? Mit dieser Frage zum Klohäuschen auf dem Neuen Markt, die im Zuge der geplanten Sanierung Platzes zuletzt im Bauausschuss der Stralsunder Bürgerschaft heftig diskutiert wurde (die OZ berichtete), beschäftigt viele Stralsunder. Zu denen, die für das Örtchen kämpfen, gehört auch der neue Pächter.

Hitzige Debatte um das WC-Häuschen auf dem Neuen Markt in Stralsund. Die Stadt hat neuen Pächter für das bekannte Örtchen, und der plant eine Unterschriftenaktion zum Erhalt des Rundbaus.

Und das ist seit Dezember 2016 die Firma Hega Handelshaus. Das Unternehmen kümmert sich nicht nur ums „Café Rundblick“, wie das WC auf dem Neuen Markt auch liebevoll genannt wird, sondern betreibt auch die öffentlichen Toiletten auf dem Busbahnhof oder in der Külpstraße. „Natürlich sind wir für den Erhalt des Rundbaus, wir habenschließlich schon einiges investiert. So wurde innen alles neu gemacht, und wir haben die ,Coffeetime’ eröffnet“, sagt der Chef der Firma, der ungenannt bleiben möchte. „Es gibt eine kleine Ausstellung mit Bildern vom Bau des Häuschens. Innen und außen – das soll alles urig zusammenpassen“, sagt der 49-Jährige, der viele Reisegruppen im Klohäuschen empfängt. Und die seien begeistert.

„Hier gab es schon zu DDR-Zeiten, Kaffee, Bockwurst, Zeitungen. Deshalb muss das einfach erhalten werden“, sagt der Mann, der in den nächsten Tagen im Toilettenhäuschen eine Unterschriftenaktion starten möchte.

Auch viele andere Stralsunder finden, dass das Klohäuschen zu Stralsund gehört, wie ein Blick auf die Facebook-Seite der Stralsunder OSTSEE-ZEITUNG zeigt.„Hört endlich auf mit dieser Bilderstürmerei, das Gebäude gehört zum Neuen Markt. In den 80ern wurde der Alte Markt mit dem ,Goldenen Löwen’ und dem ,Duett’ (jetzt Stralsund-Information) durch Ersatz-Neubauten verschandelt, in der neueren Zeit entstanden die ,architektonischen Meisterstücke’ am Kütertor. Macht die gleichen Fehler bitte nicht noch einmal“, schreibt Carl Schmidt.

Swetlana Behrens ist bei der Umgestaltung des Marktes auch fürs Integrieren des Gebäudes. „Allerdings befürchte ich, dass es bei einer öffentlichen Ausschreibung dazu kommt, dass es völlig untergeht oder verschandelt wird, da gerade die Nichtortsansässigen nicht um die Geschichte des Häuschens und deren Bedeutung wissen.“

Lilly Mietzner findet: „Egal ob Kult oder nicht, da diese Toilette so gut wie die letzte öffentliche in der Altstadt ist, muss sie stehen bleiben!“ Das WC-Häuschen ist Kult, gehört zu Stralsund, muss unbedingt bleiben – das ist der Tenor vieler OZ-Leser, so zum Beispiel bei Maren Bittner, Kerstin Aurisch, Madleen Sommerfeld, Maria Zastrow, Matthias Lüskow, Annerose Pätzold und Maren Ganzlin. Hagen Knopp meint: „Das Café Rundblick soll bleiben.“

Doch nicht alle wollen, dass das WC-Rondell, das 1954 gebaut wurde, auch nach der Sanierung des Marktplatzes geöffnet hat. Jan Heischkel meint zum Beispiel, dass man das Haus in was Schöneres umwandeln und woanders Ersatz schaffen sollte. Eric Samson und Alex Sherman sind sich einig: „Weg damit, es ist nur eine Toilette.“

Das letzte Wort zur Zukunft des Örtchens ist aber noch nicht gesprochen. Denn die Stadtverwaltung möchte nun erst einmal per Wettbewerb Ideen zur Neugestaltung des Marktes sammeln und hofft auf viele originelle Vorschläge. Allerdings ist die Örtchen-Frage dann nur eines von vielen Themen.

Sommer Ines