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Stralsund Opa aus Stralsund soll jahrelang seine Enkeltöchter missbraucht haben
Vorpommern Stralsund Opa aus Stralsund soll jahrelang seine Enkeltöchter missbraucht haben
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15:57 14.03.2019
Am Landgericht Stralsund muss sich ein Großvater verantworten, der seine Enkeltöchter missbraucht haben soll. Quelle: Reinhard Amler
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Stralsund

Erschütternder Gerichtsprozess in Stralsund: Ein Großvater soll sich jahrelang an seinen kleinen Enkeltöchtern vergangen haben. Dem 76-jährigen Stralsunder werden von der Staatsanwaltschaft 58 Fälle von sexuellem Missbrauch vorgeworfen, die sich zwischen 2013 und 2018 ereignet haben sollen. Das jüngste der Mädchen war zum Tatzeitpunkt sechs Jahre alt. Heute sind die drei Schwestern neun, zwölf und 14 Jahre alt.

Am ersten Prozesstag am Donnerstag am Landgericht Stralsund ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger mitteilen, dass er die Tatvorwürfe zurückweise und sich auch nicht äußern werde. Deshalb mussten die Enkeltöchter noch einmal vor Gericht erscheinen, um dort ihre Aussagen zu machen.

„Opa macht schlimme Sachen mit mir“

Im September des vergangenen Jahres hatte der Sohn des Angeklagten Strafanzeige gegen seinen Vater gestellt, nachdem sich die neunjährige Tochter ihren Eltern offenbart hatte. Den Mut dazu hatte sie gefunden, weil es im Vorfeld an der Schule das Präventionsprojekt „Mein Körper gehört mir“ besucht hatte, in dem es um sexuelle Gewalt bei Kindern geht.

„Sie kam mit den Worten zu uns, dass Opa schlimme Sachen mit ihr machen würde“, erinnert sich der 42-jährige Vater der Kinder in seiner Zeugenaussage. Das habe den Stein erst ins Rollen gebracht, denn auch zwei ihrer Schwestern hätten ihren Eltern dann erzählt, dass sich der Großvater auch an ihnen über Jahre vergangen habe. Zum Schweigen gebracht wurden sie von dem Mann mit Geld, Süßigkeiten oder Drohungen. „Wenn eines der Mädchen sich mal weigerte, wurde damit gedroht, dass er sich an die jüngere Schwester ranmachen würde“, so die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklageschrift.

„Ich habe meinem Vater vertraut“

In seiner eigenen Garage und der Gartenlaube soll sich der gelernte Landmaschinen- und Traktorschlosser, der selbst acht Kinder hat, an den Mädchen vergangen haben. Einen Verdacht hatten die Eltern der Mädchen vorher nicht geschöpft, da sich die Kinder gern bei den Großeltern aufhielten, besonders ihre Großmutter abgöttisch liebten. „Außerdem habe ich meinem Vater vertraut“, erklärte der Vater der Mädchen vor Gericht. Das sei auch nicht dadurch erschüttert worden, dass er von der „alten Geschichte, die in der Familie immer unter den Teppich gekehrt wird“, gewusst habe. Vor vielen Jahren sei der 76-Jährige bereits einmal wegen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Mittlerweile befinde sich das neunjährige Opfer in psychologischer Behandlung und auch für die Zwölfjährige ist dieser Schritt geplant. „Seitdem alles ans Licht kam, sind die Mädchen extrem ängstlich, haben Schlafprobleme und sind leistungsmäßig in der Schule abgesackt“, erklärte die Mutter der Mädchen vor dem Gericht.

Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten, der seit der Strafanzeige seines Sohnes in Haft sitzt, zwischen zwei und 15 Jahren Gefängnis. Mit einem Urteil wird am Montag gerechnet.

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Miriam Weber

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