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Stralsund Alle Register ziehen: Drei große Orgeln der Stadt werden gefeiert
Vorpommern Stralsund

Orgeltage in Stralsund: Dann werden die Orgeln der Stadt gefeiert

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09:00 06.02.2020
Bei den 1. Stralsunder Orgeltagen im September wird die einstige Mehmel-Orgel in der Jakobikirche (hier im Bild vor der Restaurierung) eingeweiht. Quelle: Christian Rödel
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Stralsund

Orgelstadt Stralsund. Diesem – zugegebenermaßen noch nicht ganz so geläufigen – Titel wird die Stadt in diesem Jahr alle Ehre machen. Denn mit der Einweihung der Jakobi-Orgel am 19. September starten auch die 1. Stralsunder Orgeltage.

Im März beginnen die Intonationsarbeiten an der Jakobi-Orgel, die seit 2016 umfangreich rekonstruiert und restauriert wurde (die OSTSEE-ZEITUNG berichtete). Insgesamt sind 2,3 Millionen Euro in dieses Projekt geflossen. „Und dann werden in der Orgelwoche alle Register gezogen“, sagt Kirchenmusikdirektor Matthias Pech.

Orgelstadt Stralsund

Mit der Fertigstellung der Orgel in der Jakobikirche ist das Trio der Instrumente der drei großen Stadtkirchen komplett. Im Jahr 1659 wurde die Stellwagen-Orgel in der St. Marien-Kirche eingeweiht, 1741 die Orgel des bedeutendsten pommerschen Orgelbaumeisters Friedrich Albert Mehmel (1827–1888) in der Jakobikirche und schließlich 1841 die Buchholz-Orgel in der Nikolaikirche. Alle drei Kirchen werden an den 1. Stralsunder Orgeltagen beteiligt sein.

Die Stellwagen-Orgel in der St. Marien-Kirche wird bei den 1. Stralsunder Orgeltagen erklingen. Quelle: Maik Bleidorn

„Es ist ein wirklich vielfältiges Programm“, schaut Matthias Pech, Kantor der Nikolaikirche, voraus (siehe Info-Kasten). Am 19. September wird zu einem Gottesdienst mit der offiziellen Orgelweihe in die Jakobikirche eingeladen. Einen Tag später präsentieren der Orgelbaumeister Kristian Wegscheider und Mitglieder der Orgelkommission das Instrument für Interessierte.

„Wir bereiten uns seit anderthalb Jahren auf die Orgeltage vor und es ist einfach schön, dass dafür die Kirchen zusammenarbeiten, damit alle Instrumente zu ihrem Einsatz kommen“, sagt Matthias Pech. Einen musikalischen Höhepunkt kann man im Programm gar nicht ausmachen, doch auf eine Veranstaltung weist Matthias Pech hin: Die Musiknacht am 25. September unter dem Titel „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Dabei wird zu einem Wandelkonzert von Kirche zu Kirche eingeladen – nicht nur eine Reise von Ort zu Ort, sondern auch eine musikalische Reise durch die Zeit der Orgelmusik.

Musik in der Nikolaikirche

Konzerte spielen im gesamten Jahr wieder eine große Rolle in der Nikolaikirche. Auf den 13. Juni freut sich Matthias Pech schon besonders, wenn zum 650. Jahrestag des Stralsunder Friedens von 1370 eingeladen wird. Unter dem Titel „Angst der Hellen und Friede der Seelen“ wird Barockmusik pommerscher Komponisten des 17. Jahrhunderts zu Gehör gebracht, unter anderem von Johann Martin Rubert. „Teilweise waren diese Komponisten schon vergessen und ihre Kompositionen lagen nur in Handschriften vor.“ Doch die beiden Wissenschaftler der Universität Greifswald, Peter Tenhaef und Burkhardt Köhler, haben sich während ihrer Dissertationen damit beschäftigt und die Handschriften teilweise transkribiert. „Es ist schon erstaunlich, denn diese Musik und die Texte beziehen sich konkret auf den 30-jährigen Krieg“, sagt Matthias Pech. Die Proben für dieses Konzert, bei dem der Kammerchor und der Bachchor St. Nikolai auftreten werden, laufen auf Hochtouren.

Auch Bläsermusiken im Kerzenschein oder das Orgelkonzert zum Reformationstag werden nicht fehlen. Romantisch wird es beim diesjährigen Weihnachtsoratorium von Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901) und der Weihnachtskantate von Carl Hirsch. „Das ist eine Entdeckung aus dem Notenarchiv, die gerade für Instrumente aufgearbeitet wird“, verrät Pech.

Dann verweist der Kantor auf die Reihe der Orgelkonzerte am Mittwoch, die ab Pfingsten bis Mitte September stattfinden. „Immer 18 Uhr werden da verschiedene Konzerte gespielt.“ Vor allem von Touristen wird gern die freitägliche „Kirche zur Nacht“ besucht. Von Juli bis August finden dann um 21 Uhr kleine Konzerte oder auch mal Lesungen in der Nikolaikirche statt. Es ist also wieder einiges los und ein Blick auf den Veranstaltungskalender lohnt sich.

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