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Stralsund Park and Ride in Stralsund im Test: So gut funktioniert es wirklich
Vorpommern Stralsund Park and Ride in Stralsund im Test: So gut funktioniert es wirklich
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13:26 15.08.2019
In den Sommerferien hält die Hansestadt Stralsund zusätzliche Park&Ride-Angebote bereit. Quelle: Hansestadt Stralsund
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Stralsund

 Wer kennt es nicht? Sobald sich am Himmel die ersten Regenwolken zeigen, füllt sich die Stralsunder Altstadt mit Menschen. Das sorgt oft ab 11 Uhr für einen Verkehrskollaps im Innenstadtbereich, freie Parkplätze werden zur Mangelware. Mit dem Park & Ride-System (P+R) soll die Situation für Urlauber und Einheimische entspannt werden. Aber wie gut funktioniert das wirklich? OZ-Reporterin Leonie Zimmermann hat es ausprobiert.

Tag für Tag begebe ich mich in der Stralsunder Altstadt auf die Suche nach einem freien Parkplatz, der am besten auch noch bezahlbar ist. Besonders bei schlechtem Wetter wird das allerdings zur Herausforderung. Die P+R-Plätze der Stadt versprechen eine günstige Alternative. Also frage ich Google erstmal nach den entsprechenden Parkplätzen in Stralsund.

Viele Infos auf der Internetseite der Hansestadt

Auf der Homepage der Hansestadt Stralsund finde ich schnell Infos über zwei P+R-Plätze. Da ich gerne viel von der Stadt sehen möchte, entscheide ich mich für den P+R-Platz Hexenplatz. Direkt am Bahnhof gelegen, soll der Weg von dort in die Altstadt mich an vielen schönen Orten – und vor allem viel Wasser – vorbeiführen.

Der Weg zum Bahnhof ist sehr gut ausgeschildert, und kurz bevor ich mein Ziel erreiche, entdecke ich auch das erste Hinweis-Schild auf mein Ziel. Allerdings ist das Schild von einem dicken, roten Kreuz überzogen. „Das kann nicht sein“, denke ich mir und fahre trotzdem bis zu dem Punkt, an den mich mein Navigationsgerät führt.

Parkplatz Hexenplatz ist eine Baustelle

Und ich stehe – welch Wunder – vor einer Baustelle. Ein Parkplatz mit Shuttlebus ist nicht zu sehen, der erhoffte Fußweg durch Stralsunds schöne Seen-Landschaft wird immer unrealistischer. Und die Baustelle bleibt erstmal da – für die kommenden drei Jahre, wie ich später erfahre.

Entmutigen lasse ich mich davon nicht, halte kurz am Straßenrand und navigiere um: Mein neues Ziel heißt „P+R-Platz Schwarze Kuppe“. Der Weg führt mich vom Bahnhof aus über die Karl-Marx-Straße am Kleinen Frankenteich (wenigstens etwas Wasser) vorbei. Bereits dort sehe ich die ersten blauen Schilder, auf denen in weißer Schrift P+R steht. Sie leiten mich in Richtung Rügendamm, kurz vorher erreiche ich schließlich den Parkplatz.

Leonie Zimmermann testet für die OZ das Stralsunder P+R-System. Quelle: RND

Freundlicher Service am Parkplatz „Schwarze Kuppe“

Zuerst bin ich mir unsicher, ob mich nicht doch verfahren habe, denn abgesehen von einem schwarzen Kleinbus und einem kleinen, grünen Infostand am Rand, ist der Platz leer. Ich parke trotzdem und gehe zu der freundlich lächelnden Dame am Infostand. „Wohin soll`s denn gehen?“, fragt sie direkt und drückt mir einen Stadtplan in die Hand.

Im 20 Minutentakt zum Ozeaneum

Ich erkläre ihr, dass ich mir gerne das Ozeaneum anschauen möchte und am Hafen einen Termin habe. Sie informiert mich schließlich über alles, was ich wissen muss: Das Parkticket für den ganzen Tag kostet 2 Euro, ein Familienticket für den Bus kostet 3 Euro, damit können zwei Erwachsene und drei Kinder hin und zurückfahren. Da ich alleine unterwegs bin, empfiehlt sie mir allerdings, direkt im Bus ein günstigeres Ticket zu ziehen. Die Buslinie 7 verkehre im 20 Minutentakt.

Da auch der Fußweg zum Ozeaneum 20 Minuten dauert und ich den Bus knapp verpasst habe, entscheide ich mich, zu laufen. „Dahinten an den Garagen vorbei und dann immer den Schildern folgen“, sagt die rothaarige Frau mittleren Alters und zeigt auf einen steinernen Durchgang am anderen Ende des leeren Parkplatzes. Dann schaut sie gen blauem Himmel, runzelt die Stirn und sagt zum Abschied: „Ich empfehle noch einen Schirm.“ Netter Tipp, denke ich mir – aber bei strahlendem Sonnenschein verzichte dann doch lieber auf den zusätzlichen Ballast im Rucksack.

Parkticket ziehen, Rucksack aufsetzen und los geht es: Über den weitläufigen Schotter-Parkplatz, durch das steinerne Tor und vorbei an den bunten Garagen. Angekommen in einem Wohngebiet ist der Weg Richtung Ozeaneum ausgeschildert. Am Frankendamm allerdings stehe ich vor einer schweren Entscheidung: rechts oder links weitergehen?

Halbe Stunde zu Fuß vom Parkplatz zum Ozeaneum

Das Navi muss also helfen: Rechts abbiegen und circa einen Kilometer weiterlaufen, dann ist das Ozeaneum bereits in Sichtweite. Ein Blick auf die Uhr zeigt: Die 20 Minuten waren sehr optimistisch, ich habe rund 30 Minuten gebraucht, aber unterwegs auch noch Fotos von den schönen Gebäuden gemacht. Vom Ozeaneum zum Hafen ist es dann allerdings ein Katzensprung. Innerhalb von fünf Minuten erreiche ich mein Ziel.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang am Hafen will ich zurück zu meinem Auto. Allerdings sieht der Himmel mittlerweile stark nach Regen aus. Also beschließe ich, den Rückweg mit dem Bus anzutreten. An der Haltestelle „Hafen“ warte ich also rund zehn Minuten auf den Bus. Der Busfahrer gibt mir ein Ticket für 2 Euro, sagt die Busfahrt bis zum P+R-Platz dauere rund 8 Minuten und lässt mich durch. Kaum sitze ich auf meinem Platz, beginnt es draußen zu regnen.

So gut funktioniert das P+R-Parken

Fazit: Das P+R-Parken in Stralsund funktioniert – Sinn macht es besonders dann, wenn die Altstadt schon überfüllt ist. Das Familienticket ist dabei wirklich günstig. Insgesamt ist die Ausschilderung gut. Man sollte jedoch vor der Abfahrt über das Internet herausfinden können, dass der Hexenplatz wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Das vermindert möglichen Frust.

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Von Leonie Zimmermann

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