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Stralsund Die richtigen Bücher für den Lese-Herbst
Vorpommern Stralsund Die richtigen Bücher für den Lese-Herbst
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16:02 29.10.2019
Uta Reichel nimmt mit ihrer Buchhandlung +Buch an der Woche der unabhängigen Buchhandlungen teil. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Sie machen die Leselandschaft bunter und besonders. Sie präsentieren Schätze und Schätzchen abseits des Mainstreams und in den meisten Fällen lieben und leben die Inhaber ihren Beruf: die unabhängigen Buchhandlungen.

Auch in Stralsund gibt es kleine, aber feine inhabergeführte Buchläden, die das Angebot der großen Buchhandelsketten individuell ergänzen. In der Woche der unabhängigen Buchhandlungen, die in diesem Jahr vom 2. bis 9. November stattfindet, werden genau diese kleinen Läden in den Vordergrund gerückt. Uta Reichel, Inhaberin der Buchhandlung +Buch, nimmt bereits zum dritten Mal an dieser Woche teil, die unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, steht.

An diesen Tagen bieten die über 700 teilnehmenden unabhängigen Buchhandlungen verschiedene Veranstaltungen an – von Nord nach Süd in ganz Deutschland und präsentieren sich so buchstäblich von ihren schönsten Seiten. Uta Reichel wird die Chance nutzen, um ihre Leser auf den Leseherbst einzustimmen. Gemeinsam mit „Bank(d)ruecken“ lädt Uta Reichel am 8. November zur „Feierabendliteratur“ in die alte Bank-Schalterhalle, Alter Markt 4, ein. Dort wird sie auch das Gewinnerbuch der unabhängigen Buchhandlungen im Gepäck haben.

„Das ist mit das Spannendste“, erklärt Uta Reichel. Denn jede teilnehmende Buchhandlung kann im Vorfeld drei Vorschläge für das beste Buch des aktuellen Bücherjahres einbringen. „Die werden dann gelistet und das Buch mit den meisten Stimmen gewinnt“, erklärt die Stralsunder Buchhändlerin. Für sie sei diese Aktion toll, weil man dann auch mal über den Tellerrand schauen könne und sieht, was die Kollegen im Angebot haben. „Man erhält einen Einblick in die Arbeit der anderen.“ Natürlich müsse man immer am Ball bleiben, um den Leuten etwas Besonderes zu präsentieren. „Als unabhängige Buchhandlung muss man seine Nische finden, aber dann können kleine Läden mit einem ausgesuchten Angebot gut überleben.“

Das Siegerbuch wird sie bei der „Feierabendliteratur“ mit dabei haben, doch wer der Gewinner ist, verrät sie noch nicht. Uta Reichel ist kritisch genug, auch mal Bücher nicht mit ins Angebot aufzunehmen, dir ihr nicht zusagen, selbst wenn sie auf den Bestsellerlisten weit vorn stehen oder Preise einheimsen. „Wenn ich denke, dass das nicht gut in meinen Laden passt oder an den Lesern vorbei geht, dann biete ich es auch nicht an.“ Das trifft auf Garantie nicht für die Bücher zu, die Uta Reichel am 8. November vorstellen wird. Mit dabei ist auf jeden Fall der diesjährige Gewinner des Deutschen Buchpreises, Sasa Stanisic. In seinem Roman „Herkunft“ präsentiere er in einer „unglaublichen Sprache“ viel Schalk und Witz.

„Wer sagt, dass Literatur und Fußball nicht zusammenpassen, der sollte sich unbedingt den Debütroman von Toni Schachinger greifen“, sagt Ute Reichel mit einem Lachen. „Nicht wie ihr“ sei eine wirklich schräge Geschichte, die den Werdegang eines Profifußballers mit all seinen Irrungen und Wirrungen erzählt.

Eine ganz besondere Familiengeschichte ist „Drei Uhr morgens“ von Gianrico Carofiglio. „Eine anrührende und fein erzählte Vater-Sohn-Geschichte, die ihresgleichen sucht“, ist die Buchhändlerin beeindruckt. Ein junger, hoch intelligenter Epileptiker steht gemeinsam mit seinem Vater im Mittelpunkt. Die beiden haben wenig Kontakt zueinander, bis sie gemeinsam zu einem Arzttermin nach Marseille aufbrechen. Für die Untersuchungen darf der Junge 48 Stunden nicht schlafen. Zeit, die er gemeinsam mit seinem Vater verbringt, der ihm völlig fremd geworden ist. Doch in diesen Stunden kommen sich die beiden wieder näher.

Einen kleinen Einblick gibt Uta Reichel noch und zeigt das Cover von „Winter der Bienen“. Der Roman von Norbert Scheuer beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Hauptfigur des Buches, ein Imker, lebt zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Eiffel. Weil er Epileptiker ist, wird er nicht als Soldat eingezogen. Gegen Geld schmuggelt er jüdische Bewohner über die Grenze. Welche wichtige Rolle die Bienen dabei spielen und wofür der Protagonist das Geld braucht … vielleicht wird Uta Reichel das bei der „Feierabendliteratur“ verraten.

Feierabendliteratur“ in der Schalterhalle, Alter Markt 4, 8. November, 19.30 Uhr, Kartenreservierung unter www.bankdruecken.jetzt

Von Miriam Weber

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