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Stralsund Penny fühlt sich in Stralsund massiv benachteiligt
Vorpommern Stralsund Penny fühlt sich in Stralsund massiv benachteiligt
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13:03 24.01.2019
Die Rewe-Gruppe betreibt seit 1994 in Knieper am Heinrich-Heine-Ring auf 600 Quadratmetern einen Penny-Markt. Die Immobilie erfüllt die heutigen Anforderungen an einen Supermarkt jedoch nicht mehr. Quelle: Stefan Sauer
Stralsund

Schlechte Laune bei Penny: Die Rewe-Gruppe, zu der der Discounter gehört, hat der Stadtverwaltung gegenüber ihren Unmut über eine aus ihrer Sicht verfehlte kommunale Wirtschaftspolitik zum Ausdruck gebracht. Kurzum: Penny fühlt sich gegenüber anderen Anbietern massiv benachteiligt und droht Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) damit, den Markt in Knieper deshalb perspektivisch zu schließen. „So wie wir jetzt agieren müssen, werden wir mittelfristig keine Versorgung im Stadtteil Knieper mehr übernehmen können“, heißt es in einem entsprechenden Schreiben der Rewe-Gruppe an die Stadtverwaltung, das der OSTSEE-ZEITUNG vorliegt.

Die Rewe-Gruppe betreibt seit 1994 in Knieper Nord am Heinrich-Heine-Ring auf 600 Quadratmetern einen Penny-Markt. Das Gebäude habe die damaligen Bedingungen erfüllt, heißt es in dem Brief weiter. „Heute sind die Anforderungen an Einzelhandelsimmobilien immens gestiegen, größere Verkaufsflächen, Verweil- und Wohlfühlatmosphäre, äußere Erscheinungsbilder, gestiegene energetische Bedürfnisse etc. sind hier ein Indiz. Nicht nur Penny, sondern die gesamte Einzelhandelslandschaft positioniert sich neu.“ In der Tat modernisieren derzeit fast alle Lebensmittelvermarkter ihre Läden. Aldi reißt einen Großteil der in den 90er Jahren gebauten Supermärkte sogar komplett ab, um sie nach und nach durch Neubauten zu ersetzen, die den gewachsenen Bedürfnissen besser entsprechen sollen. Selbst Stralsunds Vize-OB Holger Albrecht (CDU) hatte den Aldi in Andershof, der im Juni dieses Jahres schließen soll, als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnet. In Stralsund gibt es bisher zwei Penny-Märkte. Außer am Heinrich-Heine-Ring existiert eine weitere Filiale an der Karl-Marx-Straße.

Auch in Knieper schreite die Entwicklung bei der Konkurrenz seit Jahren voran, während Penny selbst keine Möglichkeiten erhalte, Märkte zu erweitern oder neu zu bauen. Demnach seien dort beispielsweise die Verlagerung eines Aldi-Marktes, der Neubau eines Norma-Discounters sowie die Erweiterung eines Lidls von der Stadtverwaltung mitgetragen worden, während alle Vorhaben, die Penny im Rathaus vorgelegt habe, bisher abgelehnt worden seien. Wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, hat Penny in den zurückliegenden Jahren bereits fünf Konzepte für verschiedene Standorte in Knieper vorgelegt, die von der Stadtverwaltung alle abgelehnt worden seien. Auch mögliche Erweiterungspläne für den jetzigen Standort am Heinrich-Heine-Ring seien verworfen worden. Ein heute moderner Penny-Markt sollte der Rewe-Gruppe zufolge über 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche plus 350 Quadratmeter an Nebenräumlichkeiten verfügen. Hinzu kämen laut dem Brief an die Stadtverwaltung eine Rampe für die Anlieferung sowie ebenerdige Parkplätze. Andere Supermärkte haben ihren Modernisierungsprogrammen ähnliche Kriterien zugrunde gelegt. Zum Vergleich: Ein in Andershof neu geplanter Aldi-Markt, der dort auf einer Fläche des Immobilieninvestors Fred Muhsal entstehen soll, würde nach ersten Entwürfen sogar eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern haben, womit planungsrechtlich das Merkmal der Großflächigkeit erfüllt wäre (die OZ berichtete).

Dass Penny die Erweiterung des Marktes am Heinrich-Heine-Ring bisher verwehrt geblieben ist, verwundert auch insofern, als dass OB Badrow im vergangenen Sommer überraschend Pläne präsentiert hat, denen zufolge auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein neues Wohngebiet für 1000 Menschen entstehen soll. Badrow sprach von 400 bis 500 Wohnungen und betonte: „Wir wollen Knieper damit erweitern.“ Der Komplex soll aus mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern bestehen. Das Vorhaben soll ein Gemeinschaftsprojekt der drei großen Stralsunder Wohnungsunternehmen werden.

Völlig im Dunkeln liegt bisher die Antwort auf die Frage, wie eine Erweiterung oder Verlegung des Penny-Marktes in Knieper in dem neuen Einzelhandelskonzept bewertet wird, das die Stadtverwaltung bei der Gesellschaft für Markt- und Absatzfragen (GMA) für den Stadt-Umland-Raum Stralsunds in Auftrag gegeben hat. Bislang ist das rund 40 000 Euro teure Dokument nur bruchstückhaft von der Stadtverwaltung veröffentlicht worden, beispielsweise im Zuge der Beantwortung einzelner Anfragen in der Bürgerschaft zu bestimmten Aspekten. Eine Anfrage der OZ danach, wann das Dokument komplett veröffentlicht wird, ließ die Pressestelle der Stadtverwaltung zwei Tage lang unbeantwortet.

SPD-Fraktionschef Peter van Slooten: „Das Verhalten im Rathaus hinterlässt keinen guten Eindruck bei potentiellen Investoren. Die Beweggründe für die Behandlung, die der Investor erfährt, sind unklar. Die Vorgänge müssen aufgeklärt werden.“

Benjamin Fischer

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