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Politik Badrow oder Drescher: Wer zeigt wem die Rücklichter?
Vorpommern Stralsund Politik Badrow oder Drescher: Wer zeigt wem die Rücklichter?
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00:00 08.05.2014
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Stralsund

Schnell und teuer: Bei der Wahl ihrer Dienstwagen lassen Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow und Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (beide CDU) nichts anbrennen. Hauptsache flott am Ziel, Umweltfreundlichkeit ist beim Kauf der Nobelkarossen noch eher Nebensache.

Das von der EU vorgegebene CO2-Limit für Neuwagen liegt derzeit bei 130 Gramm pro Kilometer und soll ab dem Jahr 2015 auf 95 Gramm abgesenkt werden. Die PS-Monster der beiden Kommunalpolitiker stoßen deutlich mehr Kohlendioxid aus.

Dreschers Audi A6 3.0 TDI (245 PS; 250 km/h Spitze; Grundpreis: 52 500 Euro) pustet pro Kilometer 156 Gramm CO2 in die Luft. Badrows BMW 530d (258 PS; 250 km/h; 51 500

Euro) ist in dieser Disziplin zwar besser, verfehlt mit einem Ausstoß von 144 Gramm CO2 pro Kilometer aber ebenso den derzeit noch gültigen EU-Grenzwert.

Beide Fahrzeuge sind geleast und werden einmal im Jahr erneuert. Grund: Die Autohersteller legen großen Wert darauf, dass Personen des öffentlichen Lebens — egal ob Ministerpräsident, Oberbürgermeister, Landrat oder Bischof — immer in den neuesten Modellen unterwegs sind, weshalb die entsprechenden Leasingverträge nur für ein Jahr abgeschlossen werden. Zudem werden den Würdenträgern hohe Behördenrabatte eingeräumt.

Zwar betont Stralsunds Rathaussprecher Peter Koslik, dass über die Inhalte dieser Verträge mit den Autoherstellern Stillschweigen vereinbart worden sei, gewöhnlicherweise liegt die Höhe der monatlichen Leasingrate inklusive Behördenrabatt aber zwischen 200 und 300 Euro.

Der Stralsunder OB gilt als dynamischer Fahrer, der sich im Gegensatz zu anderen Verwaltungschefs in MV gern selbst hinters Steuer setzt. Nur wenn viele Telefonate erledigt werden müssen, will das Rathausoberhaupt sich künftig lieber fahren lassen — der Sicherheit wegen, wie er sagt.

Insgesamt verfügt die Stralsunder Stadtverwaltung über 15 Dienstfahrzeuge, deren durchschnittlicher CO2-Ausstoß 130 Gramm pro Kilometer beträgt — also exakt dem EU-Grenzwert entspricht. Der Landkreis macht hierzu keine Angaben, besitzt in seinem Fuhrpark, der 40 Autos umfasst, neben dem PS-Boliden des Landrates aber fast ausschließlich Kompaktwagen vom Typ Opel Corsa oder Astra. Die Gesamtkosten für den Unterhalt der Flotte betragen dort pro Jahr knapp 300 000 Euro. Die Hansestadt plant dafür jedes Jahr rund 50 000 Euro ein.



Benjamin Fischer

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