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Politik Beschwerdeportal im Internet: So machen‘s andere Städte
Vorpommern Stralsund Politik Beschwerdeportal im Internet: So machen‘s andere Städte
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00:00 30.06.2015
Mängelmelder.de: Auf der Seite können Nutzer bundesweit Hinweise über Schäden und Müll im öffentlichen Raum abgeben.
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Stralsund

Mit nur wenigen Klicks den Hinweis zu Schlaglöchern, kaputten Laternen und illegalen Müllbergen an die Verwaltung weiterleiten: Nach einem Antrag der SPD-Fraktion im Mai diskutieren Stralsunder Bürgerschaftsmitglieder, ob auch Stralsund ein eigenes Internetportal für Bürgerbeschwerden einrichten sollte. Ziel einer solchen Plattform ist es, dass Bürger leichter Hinweise weiterleiten können und dann auch davon erfahren, wie diese bearbeitet wurden.

Zwei Varianten für die Umsetzung liegen auf dem Tisch: Die Einbindung von Mängelmelder.de — eine bereits bestehende bundesweite Internetplattform, die auch ohne Hinweis auf der offiziellen Stralsund-Seite genutzt werden kann. Diese Variante wird von der CDU-FDP-Fraktion der Bürgerschaft favorisiert.

Die zweite Möglichkeit wäre die Schaffung einer auf Stralsund angepassten Version von Klarschiff-HRO.de — jene Variante geht auf den Vorschlag der SPD-Fraktion zurück.

Mit Klarschiff machen momentan zwei andere Hansestädte in MV gute Erfahrungen. In Rostock ging das Portal im März 2012 an den Start. Jeder Melder hat die Möglichkeit, seinen Hinweis am konkreten Ort auf der Stadtkarte zu markieren. Die Beschwerde wird daraufhin direkt an die richtigen Ansprechpartner in der Verwaltung weitergeleitet. Zuerst erscheint jener Punkt in rot, wird er bearbeitet, wird das Feld gelb und das Problem ist gelöst, wenn es grün wird. Damit ist immer für alle Nutzer der Seite erkennbar, was aus der eigenen Meldung geworden ist.

Das Portal spart auf diese Weise sogar Geld, so das Resümee der Projektbetreuer anderthalb Jahre nach dem Start. Mit der schnellen Reaktion auf die Meldungen können Folgeschäden vermieden und Ortsbesichtigungen vielfach entfallen. Allein im letzten Monat sind in Rostock 547 Meldungen eingereicht worden, 488 wurden bearbeitet.

Auch in Greifswald überzeugte das Konzept bisher: Klarschiff-HGW startete im März 2015. „Das Portal wird gut angenommen“, teilte die Sprecherin der Stadt Andrea Reimann auf

OZ-Anfrage mit. 183 Meldungen sind bereits eingegangen. Mehr als 110 wurden abgearbeitet. „Es werden überwiegend Mängel im Stadtgebiet angezeigt, wie etwa Abfall in Grünanlagen, Schäden auf Gehwegen, Verschmutzungen unterschiedlicher Art oder Defekte bei der Beleuchtung“, so Reimann. Die Anpassung der Software für Greifswald wurde durch das Landesförderinstitut MVmitfinanziert.

Dabei wurde laut Reimann für mehr Nachhaltigkeit frei verfügbare Technologie implementiert. Damit soll eine Anpassung für andere Städte in Zukunft einfacher ausfallen. Auch die Abhängigkeit von einem anderen Anbieter entfällt, da es sich bei dem Programm um ein sogenanntes Open-Source-Projekt handelt, das für eigene Anpassungen freigegeben ist.

Laut Ordnungsamtsleiter Heino Göcke wäre eine Stralsunder Klarschiff-Lösung dennoch deutlich teurer als die Einbindung von Mängelmelder.de — eine Seite, die sehr ähnlich funktioniert wie das andere Portal. In der vergangenen Sitzung des Familienausschusses sprach er von „einem guten fünfstelligen Betrag“ mit dem die Bürgerschaft rechnen müsste. Woher er diese Zahl nimmt, ließ er auch auf nochmalige OZ-Nachfrage offen. Im Gegensatz dazu würde dem Ordnungsamtschef zufolge die Implementierung des Fremdportals Mängelmelder.de nur einmalig 3000 Euro kosten, zuzüglich jährlicher Kosten.

Beide Vorschläge werden nun weiter in den Fraktionen diskutiert bevor eine Entscheidung getroffen werden soll.

Daniel Siedenstrang, Betreiber der Facebook-Seite Sundblick, wurden die Debatten indes zu bunt. Kurzerhand schuf er unter sundblick.info/maengelmelder seine eigene Stralsund-Version des Beschwerdeportals — ohne, dass dadurch Kosten für ihn entstanden sind. „Geredet wurde genug“, so seine Meinung. Die erste Liste von Mängeln, die inzwischen von Stralsundern auf der Karte eingetragen wurden, hat er gestern an die Verwaltung sowie die Fraktionen der Bürgerschaft weitergeleitet. Das soll fortan jeden Montag passieren.

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Elisabeth Woldt

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