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Politik „Er hat eine Leichtigkeit, mit Menschen umzugehen“
Vorpommern Stralsund Politik „Er hat eine Leichtigkeit, mit Menschen umzugehen“
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00:00 31.05.2017
Immer einen frohen Spruch auf den Lippen: Erwin Sellering beim Stadtteilfrühstück im Mehrgenerationenhaus im Juli 2015. Quelle: Foto: Christian Rödel
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Stralsund

. Die Nachricht kam gestern ebenso überraschend, wie sie Traurigkeit und Betroffenheit auslöste: Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) tritt aufgrund einer Krebserkrankung zurück. Bevor die Meldung sich in Windeseile verbreitete, hatten viele Parteimitglieder vom Schritt des 67-Jährigen in einem sehr persönlichen Brief erfahren.

Stralsunder bedauern den Rücktritt von Ministerpräsident Erwin Sellering und wünschen ihm beste Genesung

„Mich hat die Nachricht in Berlin erreicht, und ich war sprachlos, stehe immer noch unter Schock“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen gestern Mittag.

Erwin Sellering ist ein Kämpfer. Ich wünsche ihm viel Kraft und eine schnelle Genesung. Die SPD steht hinter ihm, und sie ist immer für ihn da“, so die Politikerin.

Aus Sicht von Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) verlässt mit Erwin Sellering „ein Mann das politische Parkett, der sich darauf stets mit Schwung bei gleichzeitig bedachtem Schritt bewegte. Ich danke dem Ministerpräsidenten für alles, was er für unser Land im Allgemeinen und unsere Stadt im Besonderen getan hat. Und wünsche ihm persönlich von Herzen alles Gute für eine schnelle Genesung“. Alle politischen Unterschiede rücken an so einem Tag für Jürgen Suhr, Chef der Grünen in Stralsund und ehemaliger Landtagsabgeordneter, in den Hintergrund. „Ich wünsche Erwin Sellering alles Gute und viel Kraft für alles, was jetzt kommt“, erklärte Suhr. Er habe den Ministerpräsidenten als einen Menschen kennengelernt, der auch die schwierigsten Dinge immer mit einer positiven und optimistischen Grundhaltung angegangen sei. „Diesen Optimismus wünsche ich ihm jetzt auch für seine persönliche Lebenssituation.“

Ähnliche gute Wünsche kommen von Frank Hunger, Geschäftsführer des Kreisdiakonischen Werkes. Zwei Jahre ist es her, als Erwin Sellering beim Stadtteilfrühstück im Stralsunder Mehrgenerationenhaus zu Gast war. „Erwin Sellering ist ein Mann mit Führungsstärke. Das konnte man in verschiedenen Situationen erleben“, sagte Hunger. Vor allem habe ihn immer wieder das „große Interesse“ für die Arbeit der sozialen Einrichtungen beeindruckt. „Er war auf seine Besuche stets sehr gut vorbereitet. Und er hat eine Leichtigkeit, mit Menschen umzugehen“, so Hunger. Das sei eine besondere Gabe, „ohne jede Effekthascherei“. Dazu passe auch die Art seines Rücktritts. Dem sei Respekt zu zollen, mit guten Wünschen für eine Heilung.

„Ich bin erschüttert“, brachte Kerstin Kassner, die für die Linken im Bundestag sitzt, ihre Gefühle zum Ausdruck. „Seine Wahl zum Ministerpräsidenten und zum Landesvorsitzenden seiner Partei, das ist ja alles noch nicht so lange her.“ Nun bestehe eine schwierige Situation, auch für seine Familie und wegen seiner Rolle als Vater eines kleines Kindes. „Das macht traurig. Ich hoffe, dass Erwin Sellering schnell wieder gesund wird“, sagte Kerstin Kassner.

Elektromeister Klaus Pick, der fast auf den Tag genau vor einem Jahr aus den Händen von Erwin Sellering den Verdienstorden der Bundesrepublik erhalten hat, findet Sellerings Rücktritt „sehr bedauerlich“, denn er war für MV ein „sehr sachlicher Ministerpräsident“, auch wenn sich Pick für Vorpommern und speziell für das Handwerk mehr Unterstützung gewünscht hätte. Gerade, was die Aufgabe betreffe, junge Leute in der Region zu halten, gebe es für Sellerings Nachfolgerin viel zu tun, findet Pick. Erwin Sellering selbst hatte Bundes-Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) vorgeschlagen. „Mit Manuela Schwesig bekommen wir eine hervorragende Landesvorsitzende und kompetente Ministerpräsidentin. Ich freue mich auf die weiterhin intensive Zusammenarbeit mit ihr“, sagte Sonja Steffen.

Marlies Walther

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