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Stralsund Polizei hat Tatverdächtigen für Brandanschläge bei Demos
Vorpommern Stralsund Polizei hat Tatverdächtigen für Brandanschläge bei Demos
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00:00 18.12.2015
Ein Bild der Verwüstung bot sich am Tag nach den Brandanschlägen auf dem Norma-Parkplatz am Stralsunder Carl-Heydemann-Ring. Zehn Autos waren dort am Rande einer Anti-Asyl-Demo abgefackelt worden. Jetzt hat die Polizei den ersten Verdächtigen ermittelt. Quelle: Christian Rödel
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Schwerin

Nach den Brandanschlägen auf Autos am Rande einer Demonstration der sogenannten Bewegung „MV.Patrioten“ gegen die deutsche Flüchtlingspolitik in Stralsund haben die Behörden einen Tatverdächtigen ermittelt. Darüber informierte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern im Schweriner Landtag. Nähere Angaben zur Person und möglichen Motiven der Tat machte er nicht. Eine Sprecherin des Innenministeriums gab auf OZ-Nachfrage ebenfalls keine weiteren Auskünfte darüber, was die Beamten auf die Spur des Verdächtigen gebracht hatte. Auch die Staatsanwaltschaft wollte sich zum Stand der Ermittlungen nicht näher äußern.

Der Brandanschlag in Stralsund hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Am 23. Oktober hatten unbekannte Täter zehn Autos auf dem Norma-Parkplatz am Carl-Heydemann-Ring angezündet. Zeitgleich waren 400 Anhänger der „MV.Patrioten“ durch Stralsund gezogen. Ihnen standen etwa 200 Gegendemonstranten gegenüber. Nach Bekanntwerden des Feuers kam es kurzzeitig zu Tumulten, als sich die Versammlung auf dem Neuen Markt auflöste. Die bis dahin friedlich verlaufene Demo drohte in Gewalt umzuschlagen, die Polizei konnte die Situation allerdings beruhigen. Anschließend hielten die „MV.Patrioten“ auf dem Parkplatz neben den mittlerweile gelöschten Autowracks eine spontane Kundgebung ab.

Wie die Polizei schnell ermittelte, gehörten die angesteckten Fahrzeuge Teilnehmern der Anti-Asyl-Demo. Ein Sprecher der Vereinigung „MV.Patrioten“ beschuldigte Teilnehmer der Gegendemonstration, die Brände gelegt zu haben. Die Initiative „Stralsund für alle“ wies dies aber entschieden zurück und verurteilte die Anschläge.

Unmittelbar nach der Tat hatte der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Ein Polizeisprecher in Neubrandenburg sagte damals, es sei davon auszugehen, dass sich die Tat gegen Teilnehmer der flüchtlingskritischen Demonstration richtete. Der oder die Täter hätten das Feuer gezielt dort gelegt, wo Autos mit ortsfremden Kennzeichen standen. Die Ermittler gingen daher von einem politisch motivierten Hintergrund der Tat aus.

Die Ereignisse waren der unrühmliche Höhepunkt der Demos von Asylkritikern und Gegendemonstranten, die seit Beginn des Jahres in Stralsund stattfanden und an denen bis zu 1000 Menschen teilnahmen (siehe Infokasten) . Begonnen hatte die Entwicklung im Winter mit dem Pegida-Ableger „MVgida“. Nach einer Unterbrechung im Sommer kehrten die zum Teil gleichen Organisatoren unter dem Titel „MV.Patrioten“ zurück.

Zahl der Demoteilnehmer geht zurück
600 Asylgegner zogen nach Angaben der Organisatoren der „MV.Patrioten“ am 10. Oktober durch die Hansestadt. Die Polizei sprach von 500 Leuten.
Ähnlich viele Leute kamen nur zur „MVgida“-Veranstaltung am 19. Januar. Zusammen mit den 400 Gegendemonstranten waren damals rund 1000 Menschen auf der Straße. Seit Wochen sinken die Teilnehmerzahlen der Asylgegner kontinuierlich. Am Abend der Brandanschläge waren es noch 400. Bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2015 Anfang Dezember kamen noch 230 Personen.
Die Zahl der Gegendemonstranten ist allerdings noch geringer. Bei der Demo im Dezember waren es 150. Zu Jahresbeginn waren es noch bis zu dreimal so viele Gegner.



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