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Stralsund Prall gefüllter Spielplan für Bühnen in Stralsund und Greifswald
Vorpommern Stralsund Prall gefüllter Spielplan für Bühnen in Stralsund und Greifswald
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16:35 29.05.2019
Die Theaterleitung präsentierte diese Woche ihr Programm zur neuen Spielzeit, V.l.: Reinhard Göber, Oberspielleiter Schauspiel, Ralf Dörnen, Ballettdirektor, Dirk Löschner, Intendant, Horst Kupich, Operndirektor, Florian Csizmadia, Generalmusikdirektor, und Sascha Löschner, Chefdramaturg. Quelle: Reinhard Amler
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Stralsund

Das Theater Vorpommern gibt mächtig Gas. Denn mit 20 Premieren wartet das Haus in der Spielzeit 2019/20 auf. Vier Inszenierungen plant das Musiktheater, drei das Ballett und 13 das Schauspiel, so Intendant Dirk Löschner. Sein Anspruch: Große Programmvielfalt. „Denn für alle soll etwas dabei sein. Wir wollen keine Klientelpolitik!“, sagt der Theaterleiter.

Heiner Müller und Shakespeare

Geich mit einer Doppelpremiere, zuerst in Greifswald, dann in Stralsund, will das Schauspiel im Oktober punkten. Auf kleiner Bühne gibt es die „Hamletmaschine“, die Heiner Müller zwar 1977 schrieb, die aber erst 1990 am Deutschen Theater in Berlin aufgeführt werden konnte. Tags darauf folgt dann das Original. Der Premierenzeitpunkt für Shakespeares Tragödie über den Prinzen von Dänemark ist natürlich nicht zufällig gewählt, denn im Oktober vor 30 Jahren gingen auch bei uns die Menschen auf die Straße, um gegen die SED-Diktatur zu demonstrieren, was folglich zum Zusammenbruch der DDR führte.

Oberspielleiter Reinhard Göber erinnert in diesem Zusammenhang auch an die mittlerweile legendäre „Hamlet“-Inszenierung von 1964, als Adolf Dresen (Vater von Filmregisseur Andreas Dresen) das tragische Spiel in Greifswald inszenierte. Weil es den Oberen damals missfiel, wurde der Regisseur entlassen und musste sich auf einem Erdölturm bei Grimmen verdingen.

Und just als sich in Berlin die Ereignisse im Wendeherbst 1989 überschlugen, inszenierte auch Heiner Müller „Hamlet“. Auch diese Inszenierung mit Ulrich Mühe in der Hauptrolle ist heute legendär. Es ist also unbedingt gewollt, sich sowohl mit dem 400 Jahre alten Stoff, der angesichts der Ereignisse in Österreich und auch in Deutschland aktueller denn je ist, als auch mit den Hamlet-Rezeptionen in der DDR auseinander zu setzen, meint Göber.

Begleitet werden die Aufführungen mit Filmen, Vorträgen und Gesprächen. Weitere Schauspiel-Produktionen sind unter anderem : „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ des Iraners Nassim Soleimanpour, das ebenfalls im Oktober gezeigt wird, „Angst – der Feind in meinem Haus“ von Dirk Kurbjuweit im März 2020, und zum Jahreswechsel das Musical „Monty Python’s Spamalot“

„Sag mir wo du stehst“, ist die neue Spielzeit überschrieben. Die Zeile, die an den DDR-Oktoberklub erinnert, wurde gewählt, weil es dem Theater wichtig ist, sich heute, wo Gesetztes nicht mehr als gesetzt gilt und wo es sich wieder zu kämpfen lohnt, zu positionieren, meint Intendant Löschner.

Verdi-Oper im Oktober

Das Musiktheater startet im Oktober mit „Der Troubadour“. Die Verdi-Oper mit fesselnden Chören verspricht ebenfalls spannungsgeladene Handlung um einen Bruderkonflikt und Erbfolgestreit. Erstmals in Deutschland wird zu Weihnachten „Die Schneekönigin“ zu sehen sein, eine Märchenoper nach Hans Christian Andersen. Darin wirkt auch der Kinderchor der Stralsunder Musikschule mit, der eigens für die Inszenierung mit dem Theaterkinderchor vereint wird. Im Frühjahr gibt es mit der „Lustigen Witwe“ Operette und im Mai große Oper. Denn nach elf Jahren zeigt das Musiktheater wieder Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“. „In prunkvoller Ausstattung“, wie Operndirektor Horst Kupich schon mal verspricht.

Ballettfreunde dürfen sich auf „Und die Seele unbewacht…“ freuen, einen Abend, für den Hermann Hesses Gedicht „Beim Schlafengehen“ Titelgeber war. „Mit Othello“ kommt im Februar auch hier Shakespeare auf die Bühne. Und für die „Tanzzeit“ im Mai übernehmen erstmals Tänzerinnen und Tänzer selbst die Choreographien für insgesamt sechs Stücke, so Ballettdirektor Ralf Dörnen.

Ein volles Programm bietet auch das Orchester mit acht Philharmonischen und sechs Kammerkonzerten. Wieder wird Beethoven zu hören sein, aber auch dessen musikalische Erben. Angefangen von Schubert über Brahms bis hin zu Bruckner. Dessen 4. Sinfonie im 4. Philharmonischen Konzert im Januar nennt Generalmusikdirektor Florian Csizmadia eine besondere Herausforderung.

13 Aufführungen aus jetzigem Repertoire

Neben den Premieren werden in der neuen Spielzeit 13 Aufführungen aus dem jetzigen Repertoire übernommen, darunter die „Rocky Horror-Show“, die dann im 3. Jahr läuft. Bereits die fünfte Spielzeit steht „Die Feuerzangenbowle“ auf dem Programm. Übernommen wird auch das überaus erfolgreiche Weihnachtsballett. Die Stralsunder Theaterfreunde dürfen sich darüber hinaus auf die erste Biennale der „Theater-Hanse“ freuen, zu der Ende September fünf Stücke von Ensembles aus fünf Ostseeanrainerstaaten gespielt werden. In Greifswald gibt es im Mai ein großes Tanzfest. Und Putbus feiert im Sommer 2020 den 200. Geburtstag seines Hauses. Ab sofort liegt in den Häusern auch das neue Spielzeitheft aus, das ebenfalls ein Kunstwerk ist. Es gibt darin nämlich nicht nur alle wichtigen Infos und Termine, sondern auch hervorragende Künstlerporträts von Theaterfotograf Vincent Leifer.

Zum Spielzeitauftakt heißt es am 13. September in Greifswald und am 14. September in Stralsund wieder „Vorhang auf!“ zur Bühnenshow mit vielen Ausschnitten aus dem neuen Programm.

Reinhard Amler

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