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Stralsund Rechte vereinnahmen Stralsunder Schill-Denkmal
Vorpommern Stralsund Rechte vereinnahmen Stralsunder Schill-Denkmal
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17:46 17.07.2018
Das Denkmal für Ferdinand von Schill in Stralsund. Quelle: Pommersches Landesmuseum
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Stralsund

Die als völkisch-nationalistisch eingestufte Identitäre Bewegung (IB) hat am Stralsunder Schill-Denkmal ein Transparent aufgestellt. Auf dem rund zwei Meter breiten Banner stand geschrieben: „Unser Patriotismus hält länger als 90 Minuten.“

Wie Polizeisprecherin Anke Radloff sagte, sei das Transparent am Montagmorgen gegen 5 Uhr von einer Streife entdeckt und sichergestellt worden. Der Staatsschutz ermittelt, so Radloff.

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Die Aktion fand unmittelbar nach der von Frankreich gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft statt – offenbar mit geschichtlichem Bezug. Der Husarenmajor Ferdinand von Schill (1776 bis 1809) hatte auf eigene Faust einen Guerilla-Krieg gegen Napoleon zu entfachen und Preußen von der französischen Herrschaft zu befreien versucht. Bis heute überliefert ist sein Ausruf „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“. Schill starb am 31. Mai 1809 in Stralsund durch eine Kugel, die ihn traf, als er durch die Fährstraße ritt.

Die Identitäre Bewegung widerum hat ihren Ursprung in Frankreich. Sie sieht die europäische Kultur durch den Islam bedroht. Der Bundesverfassungsschutz erkennt in der Bewegung Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Sie hat ihre Deutschland-Zentrale in Rostock.

Juliane Radike Benjamin Fischer

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