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Stralsund Rekord: 86 000 Kraniche rasten in Vorpommern
Vorpommern Stralsund Rekord: 86 000 Kraniche rasten in Vorpommern
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14:46 09.10.2019
Flugshow in Vorpommern: 86 000 Kraniche machen im Moment Rast an der Boddenküste. Quelle: Günter Nowald
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Groß Mohrdorf

Das ist neuer Rekord: 86 000 Kraniche rasten zurzeit an der Boddenkette von Zingst bis Rügen. Die Zählung am vergangenen Wochenende hat gezeigt, dass der Herbst 2019 damit die bisherige Höchstzahl von 72000 Vögeln aus dem Jahre 2014 überbietet.

42 000 Kraniche allein in Groß Mohrdorf

Allein um die Inseln Werder und Bock nördlich von Groß Mohrdorf bei Stralsund übernachteten fast 42 000 Kraniche. „Der außergewöhnlich hohe Rastbestand ist darauf zurückzuführen, dass kurz vor dem Wochenende – aufgrund eines Kälteeinbruchs in Skandinavien und einer günstigen Windsituation – praktisch alle Kraniche in riesigen Zugwellen aus Skandinavien gleichzeitig in unserer Region eingetroffen sind“, erklärt Dr. Günter Nowald, Leiter des Nabu-Kranichzentrums in Groß Mohrdorf.

Viele Kraniche, aber zu wenig Nachwuchs

Abendeinflug der Kraniche. Quelle: OZ

Allerdings, so Nowald, gebe es keinen großen Grund zur Freude. Denn die enorme Zahl täusche etwas darüber hinweg, dass es um den Kranich-Nachwuchs schlecht bestellt ist. „Der Reproduktionserfolg in diesem Jahr so schlecht wie noch nie. In den Rastgemeinschaften liegt der Jungvogelanteil unter fünf Prozent. Wenn sich dieser Trend mit nur so wenigen Nachkommen klimabedingt weiter fortsetzt, wird der Kranichpopulation langfristig wieder abnehmen“, befürchtet Günter Nowald.

Ursache für Misere ist die dramatische Trockenheit. „Einige haben aufgrund des Wasserdefizits erst gar nicht gebrütet. Andererseits sind viele Gelege verschwunden gewesen, weil die Feinde quasi trockenen Fußes bis zu den Eiern kamen. Ähnlich gefährlich war es für die wenigen Jungtiere, deren Zahl sich so auch noch mal dezimiert hat“, erklärt Günter Nowald auf OZ-Anfrage.

Herbstrast der Kraniche an der vorpommerschen Boddenküste

Ursache: Das Klima spielt verrückt

In Lettland hat der Wissenschaftler dagegen ganz andere Erfahrungen gemacht. „Dort war es wochenlang nass-kalt, auch keine guten Schlupfbedingungen, viele Jungvögel sind eingegangen. Dort viel Regen, hier lange Trockenheit – die Verteilung ist durcheinandergeraten“, begründet Nowald seine These, dass das Klima schuld sei am mangelnden Nachwuchs bei den Kranichen.

Kranorama in Günz lädt ein zum Kranichkieken

Das Kranorama am Günzer See hat täglich geöffnet. Quelle: Wenke Büssow-Krämer

Derweil ist der Kranich-Tourismus in Vorpommern in vollem Gange. Hunderte „Kranichgucker“ sind an den verschiedenen Aussichtspunkten mit Fernglas und Kamera anzutreffen. Wenn auch Sie das Rastgeschehen an der Boddenküste miterleben wollen, können Sie das am besten im Kranorama am Günzer See, das täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet hat. Auch in der Ausstellung des Nabu-Kranichzentrums in Groß Mohrdorf erfahren Sie viel über Brut und Rast der Kraniche. Hier sind täglich von 9.30 bis 17.30 Uhr Besucher willkommen.

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