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Stralsund Neue Farbe im Obdachlosenheim
Vorpommern Stralsund Neue Farbe im Obdachlosenheim
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15:00 29.05.2019
Andreas Hoth (l.), Leiter der Obdachlosenunterkunft Stralsund, und Bewohner Günter Maresch, der bald in ein neues Zimmer zieht. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Die Umgebung formt den Menschen. „Wir möchten nicht, dass unsere Bewohner das Gefühl haben, in ein Loch gesteckt zu werden“, sagt Andreas Hoth, Leiter der Obdachlosenunterkunft des Kreisverbandes Rügen-Stralsund des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Seit 2007 befindet sich die Obdachlosenunterkunft in der Mühlgrabenstraße und Pläne für Veränderungen im Haus gibt es eigentlich immer.

Derzeit wird viel in die Zimmer der Bewohner investiert. „Wir wollen helle, lichte Unterkünfte“, sagt Andreas Hoth. Deshalb wird Stück für Stück gemalert, werden neue Türen eingesetzt und Fußbodenbeläge erneuert. Günter Maresch, der in der Unterkunft lebt, wirft gemeinsam mit Andreas Hoth einen Blick in sein neues Zimmer, das er bald beziehen kann. Die Wände sind freundlich gelb, der Boden mit hellem Linoleum ausgelegt. „Ich freue mich darauf“, sagt Günter Maresch, der sich gerade von einem Krankenhausaufenthalt erholt. Auch die Flure haben eine Renovierung bekommen, leuchten in Gelb und Rot. „Wir wollten keine Villa Kunterbunt, aber ein bisschen mehr Farbe.“

Außerdem soll die Waschküche im Keller neu gestaltet und umgebaut werden. „Möglich wird das durch die Spende der Marinetechnikschule, die aus dem Erlös des Punschverkaufs auf dem Weihnachtsmarkt stammt.“ Und ein weiteres größeres Projekt steht in den Startlöchern: „Unser Clubraum soll umgestaltet werden, damit er wieder mehr als Treffpunkt genutzt wird“, erklärt der Leiter der Unterkunft. Die Realität sei, dass es in den Mehrbettzimmern an den Abenden schon mal zu Diskussionen kommen kann, wenn einer der Zimmerbewohner schon schlafen und der andere vielleicht noch fernsehen möchte. „So schaffen wir nicht nur eine Ausweichmöglichkeit, sondern auch die Chance, dass die Bewohner untereinander Kontakte knüpfen können.“

38 Betten gibt es in dem Haus, 34 sind derzeit belegt, vier davon von Frauen. Um die Bewohner kümmern sich sechs Mitarbeiter rund um die Uhr. „Ich bin froh über dieses Team, denn wir ziehen alle an einem Strang“, sagt Hoth. „Unsere primäre Aufgabe ist die Arbeit mit den Bewohnern“, betont er. Über die Jahre sei ein großes Netzwerk entstanden, das sich immer weiter ausbaut. „Wir arbeiten mit vielen Institutionen und Hilfseinrichtungen gut zusammen, angefangen bei der Polizei oder dem Jobcenter über das Sozialamt bis hin zum Klinikum.“ Gerade Letzteres sei bei der Zusammenarbeit enorm wichtig, denn nach wie vor sind Alkohol und Drogen das Grundübel, warum die Leute dort sind.

Ihnen dabei zu helfen, wieder Fuß zu fassen, eine eigene Wohnung zu finden oder sogar eine Beschäftigung, dafür sind die Mitarbeiter der Unterkunft auch da. „Unsere Durchschnittsverweildauer der Bewohner liegt bei anderthalb Jahren“, sagt Andreas Hoth. Viele der Bewohner schleppen einen schweren Rucksack voller Probleme mit sich herum. Sie dabei zu unterstützen, diese Probleme in Angriff zu nehmen und vielleicht sogar zu lösen, sei die eigentliche Aufgabe. „Und wenn man dann auf ein gut funktionierendes Netzwerk zurückgreifen kann, macht das Spaß.“

Allerdings würden den Bewohnern auch nur Hilfsangebote gemacht werden, wenn diese auch erwünscht sind. Das bedeute, wenn jemand in die Einrichtung kommt, wird erst einmal eine sogenannte Bedarfsermittlung gemacht. „Wo braucht der Bewohner uns, und wobei können wir helfen?“ Dann sei der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der Bewohner positionieren muss, an dem er sagen muss, ob er Hilfe haben möchte.

Immer wieder hebt Andreas Hoth hervor, dass die Stadt ein wichtiger Ansprechpartner für die Mitarbeiter der Obdachlosenunterkunft sei. Dabei gehe es nicht nur darum, dass die Hansestadt jährlich 115 000 Euro für den Betrieb des Hauses zur Verfügung stellt. „Im Herbst kommen auf Initiative der Stadt immer wieder Hilfseinrichtungen und Organisationen zusammen, die sich gemeinsam auf den Winter vorbereiten. Es soll und muss bei uns in der Stadt keine Kältetoten geben.“

Miriam Weber

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