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Stralsund Richtfest fürs Mus-Hus
Vorpommern Stralsund Richtfest fürs Mus-Hus
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10:52 11.04.2018
Richtfest fürs Mus-Hus in Starkow. Quelle: Privat
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Starkow

Nun wedelt sie im Wind – die Richtkrone, die dem neuesten Projekt des Vereins Backstein – Geist und Garten aufgesetzt wurde. 225 000 Euro nimmt der Verein in die Hand, um hier eine ganz besondere Apfelscheune zu bauen, das Mus-Hus. Und das soll künftig Obstveredelung und Kulturangebote miteinander verbinden. Natürlich können die Starkower so eine Investition nicht allein stemmen, deshalb gibt es aus demBundes- Fördertopf Land(auf)schwung eine Finanzspritze von 150000 Euro.

„Die Firma Malott aus Pantelitz hat in Starkow am Mus-Hus hervorragende Arbeit geleistet. Nun sind auch die Dachbahnen drauf. Seit etwa sechs Monaten, natürlich mit winterlicher Unterbrechung, wird gebaut – und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, findet Carsten Bergner, im Starkower Verein Projektleiter, und ergänzt: „Durch das Förderprogramm und die gute Zusammenarbeit mit Anne Krohn von der regionalen Entwicklungsagentur ist es gelungen, dem Dorfensemble ein Kleinod hinzuzufügen.“

Ob Pfarrgarten oder Streuobstwiese - in Starkow gibt es jede Menge Äpfel und anderes Obst. „Wir ernten und verarbeiten jetzt schon – alles per Hand, aber wir wollen das größer aufziehen. Und dazu brauchen wir Küche und Lager. Und dabei wollen wir nicht nur eine Stätte der Veredlung, sondern auch der Begegnung schaffen“, erklärt Dr. Gerd Albrecht vom Backstein-Verein Backstein gegenüber der OZ.

Das Selbstgemachte hat wieder an Bedeutung gewonnen, das kann man nicht nur in Starkow, sondern zum Beispiel auch im Hofladen der Alten Gärtnerei in Parow sehen. „Unsere Saftpresse wird beim Appeldag immer voll in Beschlag genommen. Andere wollen gern selbst gemachte Marmelade in Gläser füllen. Das ist doch eine super Entwicklung, und die wollen wir nutzen“, sagt Gerd Albrecht, der sich nicht nur im Verein engagiert, sondern auch gleich nebenan wohnt.

Was schwebt dem Backsteinverein mit seiner besonderen Apfelscheune vor? „Wir könnten aus unserem Obst gemeinsam Likör machen – und natürlich auch gleich mal verkosten. Aber auch Seminare und Kochkurse in puncto gesunde Ernährung sind geplant. Wir haben viele Ideen in petto. Und jetzt, wo der Bau so weit fortgeschritten ist, kommt bestimmt noch so einiges dazu“, so Gerd Albrecht, der einem natürlich ganz viel über das Obst erzählt, das im Pfarrgarten und auf der Streuobstwiese wächst, erzählen kann. Er schwärmt von den vielen alten Apfelsorten. Der Pommersche Schneeapfel gehört ebenso in den Starkower Pfarrgarten wie der Gelbe Richard oder Krügers Dickstiel oder Grahams Jubiläumsapfel.

Marmelade oder Likör lassen sich aus vielen Früchten herstellen. So wollen die Starkower nicht nur dem Apfel frönen, sondern auch den Bogen schlagen zu anderem Obst. Aus seltenen Wildobstsorten könnten Liköre, Chutney und Mus, aber auch Kräutertees und Pflanzenfarbstoffe entwickelt werden. Das alles wären zudem neue Einnahmequellen für den Verein. Denn der Erlös aus den Produkten soll ausschließlich in die Erhaltung und Entwicklung des denkmalgeschützten Pfarrgartens, aber auch in die Veranstaltungen des Kultursommers fließen. Deshalb wirbt der Verein mit Apfelkultur um Förderung unter dem Motto „Äpfel für die Kultur“.

Dabei soll Kultur als weites Feld verstanden werden – mit den Themen Denkmal, Bildung, Unterhaltung und Garten. Und immer gelebt als Begegnungskultur. Das sei eine besondere Art der Daseinsfürsorge, hieß es in der Begründung des Projektantrages. Ländliche Kulturförderung solle so durch Produktkreisläufe vor Ort stabilisiert werden. Und noch etwas überzeugte bei der Fördermittel-Vergabe: Eine Vernetzung und sinnvolle Funktionsteilung zwischen den regionalen Akteuren strebt der Backstein-Verein an. Erste gute Erfahrungen gibt es zum Beispiel mit dem Garten-Projekt „Grünes Netz“ vom Nieparser Storchennest-Verein.

Sommer Ines

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