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Stralsund Mit Vivaldi die große Liebe in Vorpommern gefunden
Vorpommern Stralsund Mit Vivaldi die große Liebe in Vorpommern gefunden
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12:49 30.09.2019
Rosemarie und Peer Schmidt-Walther. Quelle: Marlies Walther
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Stralsund

Was er erlebt und was ihn beeindruckt hat, muss er aufschreiben. Das macht er seit seinem 13. Lebensjahr, als sein erster Bericht über „Das unheimliche Moorgespenst“ im Holsteinischen Courier erschien. Inzwischen ist Peer Schmidt-Walther 75 und hat unzählige Beiträge in Tageszeitungen, Magazinen oder Fachzeitschriften veröffentlicht. Seit 1993 schreibt er als freier Journalist für die OSTSEE-ZEITUNG. Und Bücher bringt er auch heraus. Gerade ist sein 22., die Biografie „Reise, reise! Erinnerungen zu Wasser, an Land und in der Luft“, erschienen.

Buchcover „Reise, reise“ von Peer Schmidt-Walther. Quelle: Marlies Walther

Wälzer von fast 600 Seiten

Ein Wälzer von knapp 600 Seiten mit 400 Bildern. Schöpfend aus Erlebnissen auf hunderten Kreuzfahrt- und Frachter-Reisen rund um die Welt bis zum Nordpol. Aus Erfahrungen als Gymnasiallehrer mit Enthüllungen über das Nobel-Internat Salem. Als Presseoffizier und Oberleutnant zur See bei der Marine. Hinter dem Lkw-Lenker durch Australien. Als ehrenamtlicher Bewährungshelfer im Knast in Berlin Tegel. Als „erster Westdeutscher mit ostdeutschem Doktorhut“, wie die Presse 1991 titelte. Oder unter dem Eindruck von Begegnungen mit Promis wie Iris Berben und Hardy Krüger.

Er selbst bezeichnet sich als Wanderer zwischen zwei Welten. Denn geboren wurde PSW – so sein eigens verpasstes Kürzel - in Polen. Aufgewachsen ist er in Eckernförde und Neumünster. Seit seinem 16. Lebensjahr fuhr er zur See. Studiert hat er Geografie und Germanistik. Und voller Neugier zog es ihn wohl an die 100-mal (seit 1971 als Tagesausflügler von Westberlin aus) immer wieder in die DDR und den Ostblock. Bis er nach der Wende Stralsunder wurde.

Schuld daran ist seine Frau Rosemarie, der er diesen Band, der ebenso bunt wie sein schillerndes Leben ist, gewidmet hat. Und die er in den letzten Jahren mit seiner „Sucht des Schreibens“ angesteckt hat. Zusammen bringt es das Stralsunder Ehepaar auf 25 Bücher. Doch während bei ihm „alles auf der Realität basiert, die ich ausgestalte“, entspringen ihre Geschichten der Fantasie. „Was sich ebenso im Kopf abspielt“, wie Rosi meint. Ihre jüngste verzwickte Beziehungsgeschichte ist im Sommer herausgekommenen. In „Nie wieder Tango“ geht’s bis nach Argentinien. Während Peer immer auf der Suche sei, wo eine Geschichte drinsteckt, entwickelt sich bei ihr die Story oft erst beim Schreiben, verrät Rosi. Das wiederum sei reinste Entspannung für sie, sagt die Innenarchitektin.

Nächstes Projekt in Arbeit

Die Biografie von Peer Schmidt-Walther„Reise, reise!“ (ISBN: 978-3-00-062754-5), herausgegeben in der Edition psw kann man direkt beim Autor unter peermaritim@googlemail.com bestellen oder im Buchhandel bei Hugendubel beziehen. Preis: 19,95 Euro.

Der Roman„Nie wieder Tango“ von Rosemarie Schmidt-Walther ist in der Edition Falkenberg (ISBN: 978-3-95494-193-3) erschienen und kostet 12,90 Euro.

Die beiden Hansestädter arbeiten bereits am nächsten Projekt. Peer schwebt das Buch „Stralsund maritim“ vor. Rosi schreibt unter dem Arbeitstitel „Frau Donner grollt“ über Familienknatsch rund um eine Witwe, ihre Erbschaft und allerhand Intrigen.

Buchcover „Nie wieder Tango“ von Rosemarie Schmidt-Walther. Quelle: Marlies Walther

Romantischer Beginn einer Liebe

Wie romantisch ihre eigene Liebe begonnen hat, kann man im Kapitel „Unter Vollzeug nach Vorpommern“ in der Biografie ihres Mannes nachlesen. Denn, nachdem Peer die Stralsunder Seeigel-Kabarettistin Rosi bei einem Auftritt in Karlsruhe im April 1990 gesehen hatte, bekam er die „hübscheste Akteurin“ nicht mehr aus seinem Kopf. Er segelte mit dem Dreimaster „Albatros“ über die Ostsee. Dort setzte er „zum ersten und letzten Mal die DDR-Flagge“ und stand schließlich mit der Schallplatte „Vivaldi zum Verlieben“ vor Rosis Tür im Johanniskloster. Hier lebt das Paar bis heute.

Stasi hatte ihn im Visier

Dass in seinem Leben auch alles ganz anders hätte kommen können, erfuhr Peer Schmidt-Walther aus seiner 600 Seiten starken Stasi-Akte. Nachdem es dort zunächst hieß, dass er ein guter Eurokommunist sei, wurde er später klar zum Feind des Sozialismus erklärt, bis die Stasi beschloss: Bei nächster Einreise Zugriff! „Ich konnte es nicht fassen, dass die Genossen der Staatssicherheit mir, einem Wessi, so viel Aufmerksamkeit gewidmet hatten“, blickt er zurück. Zeitweilig sei er von vier inoffiziellen Mitarbeitern (IM) bespitzelt worden.

Über seine Reise mit Oberstufenschülern aus Berlin Tegel schrieb der TagesspiegelHonecker macht’s möglich“. PSW, der gern unkonventionelle Wege geht, hatte seine Schüler des Grundkurses „Systemvergleich BRD-DDR“ bei einem Brief an Staatschef Erich Honecker unterstützt. Seine Schulbehörde verpasste ihm dafür zwar eine Rüge, weil der den Dienstweg nicht eingehalten hatte. Aber was wog das gegen eine Reise mit dem „Sonderbus nach drüben“ bis ans Kap Arkona. Und so ist dieses sehr persönliche Buch zugleich ein Stück Zeitgeschichte.

Lesen Sie auch: „Kreuzfahrtschiffe bringen 55.000 Passagiere nach Vorpommern“ von Peer Schmidt-Walther

oder: Mit Ella zurück auf Anfang

Von Marlies Walther

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