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Stralsund Sassnitzer Bauausschuss gegen Mobilheime in Mukran
Vorpommern Stralsund Sassnitzer Bauausschuss gegen Mobilheime in Mukran
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00:00 23.04.2014
Bis zu 25 Mobilheime sollen auf der Wiese hinter dem Aparthotel „Königslinie“ in Mukran entstehen. Der Sassnitzer Bauausschuss lehnt das Vorhaben ab. Quelle: Maik Trettin
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Mukran

Scheitert die geplante Erweiterung des AparthotelsKönigslinie“ in Mukran am „Nein“ der Sassnitzer Stadtvertreter? Die Mehrheit im zuständigen Bau- und Sanierungsausschuss hat auf dessen jüngster Sitzung dem nicht unumstrittenen Projekt eine Abfuhr erteilt. Vier Mitglieder stimmten gegen den Abwägungsvorschlag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan, jeweils drei waren dafür beziehungsweise enthielten sich der Stimme.

„Ich halte den Bebauungsplan nicht für notwendig“, bekräftigte der Bauausschussvorsitzende Stefan Grunau. Schon als es vor anderthalb Jahren um die Aufstellung des B-Plans ging, hatten er und viele andere in der Stadtvertretung dagegen gestimmt. Grunau und andere Kritiker bemängeln vor allem den städtebaulichen Aspekt dieser Erweiterung. Es sei der falsche Ansatz, an der Grenze zum Außenbereich weitere Übernachtungskapazitäten zu schaffen. „Wir sollten lieber eine Verdichtung in der Innenstadt anstreben, als am Rand der Ortsteile neue Betten entstehen zu lassen.“ Ohnehin sieht der Bauausschussvorsitzende die Entwicklung der Zahl der Gästebetten in Sassnitz kritisch. „Wir sollten dieses starke Wachstum an Beherbergungsmöglichkeiten nicht noch zusätzlich befeuern“, wünscht sich Grunau, der selbst in der Tourismusbranche tätig ist, eine etwas langsamere Gangart für die Stadt.

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Mit dem Tourismusgeschäft in der Stadt und der dortigen Entwicklung haben die Pläne für die Mukraner Hotelanlage wenig zu tun, findet Heiner Rösing. Der Unternehmer betreibt das Haus seit Jahren.

Hier, sagt er, verbringt kaum jemand seinen gesamten Urlaub und bleibt vielleicht zwei Wochen. „Unser Haus wird von den meisten Gäste als Etappenziel genutzt.“ Durch die Nähe zum Hafen und den Fährlinien ist es eher eine Durchgangsstation für die Reisenden, die mit dem Schiff weiter in Richtung Norden oder Osten wollen beziehungsweise von dort kommen und auf ihrer Tour eine oder zwei Nächte pausieren. Damit ist das Aparthotel in Mukran ganz gut ausgelastet. Mit der Erweiterung soll kein zusätzlicher Leerstand produziert werden. Bei der Erweiterung des Hauptgebäudes gehe es vorrangig um mehr Platz für solche Bereiche wie die Rezeption, sagte der beauftragte Planer Dr. Frank-Bertolt Raith im Bauausschuss. Mehr Betten — maximal 120 — sollen auf der Wiese hinter dem Hotel entstehen. Hier standen einst zwei Baracken eines Kinderferienlagers. Dort könnten demnächst laut Planentwurf bis zu 25 Mobilheime aufgestellt werden, jedes maximal 40 Quadratmeter groß plus zehn Quadratmeter großer Terrasse. Hier sollen vor allem Menschen mit schmalem Geldbeutel übernachten können, Urlauber ebenso wie möglicherweise Mitarbeiter, die für ihre Firmen vorübergehend auf Rügen tätig sind, etwa für Projekte im Fährhafen. Die mobilen Häuser sind ähnlich ausgestattet wie Wohnwagen und kostengünstiger zu errichten als massive Gebäude — zumal laut Aussagen des Planers der Baugrund an dieser Stelle nicht der beste ist.

Nach einer Diskussion über den einzuhaltenden Waldabstand habe man sich mit dem Forstamt geeinigt und auch das Problem der Löschwasserversorgung sei lösbar: Per Vertrag will sich der Investor gegenüber der Stadt zum Bau eines Löschwasserbeckens verpflichten — wenn es denn überhaupt soweit kommt. Gestern Abend hat sich der Hauptausschuss hinter verschlossenen Türen mit dem Thema befasst, nächste Woche werden es die Stadtvertreter tun — auf der voraussichtlich letzten Sitzung in dieser Wahlperiode.

Wir sollten dieses Wachstum an Beherber- gungsmöglich- keiten nicht
noch befeuern.“Stefan Grunau, Sassnitz



Maik Trettin