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Stralsund Schill-Truppen verlieren Kampf um Stralsund
Vorpommern Stralsund Schill-Truppen verlieren Kampf um Stralsund
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20:41 31.08.2019
Schilltage in Stralsund – Schüsse auf dem Alten Markt. Quelle: Kai Lachmann
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Stralsund

Die Stadt ist verloren. Nach einem mehrstündigen Feuergefecht quer durchs Zentrum ringen übermächtige Truppen Napoleons am Sonnabend die Soldaten des Husaren Ferdinand von Schill nieder. Letztlich trifft auch ihn eine Kugel.

Von der Innenstadt aus sind zunächst Explosionen in der Nähe zu hören. Auf dem Inselchen im Knieperteich stehen sich schon die Soldaten gegenüber. Nur wenige Meter voneinander entfernt bringen sich Angreifer und Verteidiger in Position, laden ihre Musketen. Ein Augenblick Stille. Dann brüllt ein Kommandant mit tiefer Stimme seinen Befehl. Unsagbar laut donnert es aus allen Rohren.

Scharmützel am Kniepertor

Doch die Verteidiger können die Angreifer trotz heftiger Gegenwehr nicht aufhalten. Immer wieder ballern sie aufeinander. Erst ein Knall, dann noch einer. Dann eine ganze Salve. Die Gegner schießen zurück. Weißer Pulverdampf hängt schwer in der Luft.

Szene aus dem Gefecht am Kniepertor. Quelle: Kai Lachmann

Da starten einige von Schills Männern einen überraschenden Gegenangriff am Kniepertor und gehen auf die Franzosen los. Energische Scharmützel. Doch schnell wird klar: Sich zu prügeln, bringt auch nichts. Es bleibt eine Verzweiflungstat.

Schießerei in der Fußgängerzone

In der Heilgeiststraße kommt es zu weiteren Schusswechseln. Die Angreifer marschieren stadteinwärts, während Schills Truppen rückwärtsgewandt nach und nach in die Ossenreyer abbiegen. In der Fußgängerzone dann gleich die nächste Schießerei.

Besonders heftig wird an der Ecke Badenstraße gekämpft. Dort sitzen Gäste vor der Tür, essen Kuchen und genießen die Sonne. Der engagierten Absicherung des Technischen Hilfswerks ist es zu verdanken, dass hier keine Zivilisten zu Schaden kommen.

Schill ist heute ein Schwede

Die Truppen Napoleons rücken in die Ossenreyer vor. Quelle: Kai Lachmann

Letztlich marschieren alle Truppen auf dem Alten Markt auf. Feuerpause. Bei Temperaturen um die 30 Grad sind die Kämpfer ordentlich ins Schwitzen gekommen. Für sie gibt es kühlen Gerstensaft. Schill hingegen wartet hoch zu Ross an der Ecke Külpstraße, schaut sich das Treiben aus sicherer Entfernung an. „Ich bin das zweite Mal hier“, sagt der Oberst, der heute von Christian Weibull aus Malmö verkörpert wird. Mehrfach hat er bei historischen Darstellungen in Wismar mitgewirkt, so kam der Kontakt zu den Stralsunder Organisatoren zustande.

„Achtung, der Krieg geht weiter“, ruft ein Soldat über den Markt. Schnell trinken die Uniformierten aus. Mit einem Kuss verabschiedet die prächtig gekleidete Andrea Schröder ihren Mann Christian in den Kampf. „Wir kommen extra aus der Nähe von Hamburg hier her“, berichtet er. „Historische Darstellungen sind unser Hobby.“

Andrea Schröder verabschiedet ihren Mann Christian. Sie kommen extra aus der Nähe von Hamburg, um bei dem historischen Spektakel dabei zu sein. Quelle: Kai Lachmann

Show-Down in der Fährstraße

In Fährstraße kommt es letztlich zum Show-Down. Nach weiterern Schusswechseln wird Schill getroffen und fällt – heute etwas gemächlicher als damals – vom Pferd. Die Zuschauer applaudieren. Zum Abschluss gibt es für sie noch eine allerletzte Salve. Alle Teilnehmer, es dürften so um die 200 sein, reihen sich auf, legen an und schießen in die Luft. Erneut gibt es viel Applaus. Und während die Soldaten sich zum Biwak auf der Hansawiese zurückziehen, macht sich das gute Gefühl breit, dass der Kampf um Stralsund nur eine historische Nachstellung war.

Ferdinand von Schill wurde getroffen und fällt (mit etwas Absicherung) vom Pferd. Quelle: Kai Lachmann

Von Kai Lachmann

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