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Stralsund „Schlacht um Stralsund“: Das ist neu bei den Schilltagen
Vorpommern Stralsund „Schlacht um Stralsund“: Das ist neu bei den Schilltagen
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10:00 27.08.2019
Die Organisatoren der Stralsunder Schilltage in der Schillstube des Norddeutschen Hofes am Neuen Markt. Ingolf Wehowsky, erster Altermann (Chef der Schützenkompanie), 62, selbständig im IT Bereich, Gabriele Wehowsky (62) Stralsund. Rehaausbilderin, Roswitha Bremer (58) aus Negast und Torsten Bremer (59) aus Negast. Quelle: Kay Steinke
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Stralsund

„Wenn die Kanonen über den Teich knallen, dann werden die Leute auf uns aufmerksam“, sagt Ingolf Wehowsky (62), erster Altermann der Stralsunder Schützen-Compagnie. Der IT-Fachmann aus der Hansestadt organisiert zusammen mit Torsten Bremer (59) die 6. Stralsunder Schilltage. Vom 30. August bis zum 1. September macht ihr Verein unter dem Motto „Fenster in die Vergangenheit“ die Epoche um den legendären Major und Freikorpsführer Ferdinand von Schill wieder erlebbar, der im Alter von nur 43 Jahren am 31. Mai 1809 im Kampf gegen die Franzosen um Deutschlands Freiheit in Stralsund gefallen ist. „Wir machen Geschichte zum Anfassen“, sagt Wehowsky. „Mit zahlreichen Veranstaltungen und vielen Neuerungen zu den letzten Schilltagen.“

Viele Veranstaltungen übers ganze Wochenende

Bei der 6. Auflage der Schilltage wird es erstmals eine Vielzahl von Veranstaltungen über das ganze Wochenende geben. Los geht es bereits am Freitag um 17 Uhr mit der Eröffnung auf dem Alten Markt. Dort stellen sich alle Teilnehmer der Neuinszenierung vor und geben Informationen zu den einzelnen historischen Gruppen. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung vom Musikkorps der Kronprinzen Husaren aus Schweden. Besonders stolz sind die Stralsunder Schützen aber auf den neuen Ball. „Es wird ein Ball der Epochen“, sagt Wehowsky. Getanzt wird im Löwenschen Saal des Rathauses zu Musikstücken aus drei Jahrhunderten. „Vom 17. Jahrhundert bis 1914“, sagt Wehowsky. „Wir haben selbst an einem historischen Ball teilgenommen, um es vorher auszuprobieren. Ich selbst hatte davon vorher auch keine Ahnung. Aber wir haben eine Tanzlehrerin organisiert, die uns unterstützen wird. Und einen Wiener Walzer kann jeder.“ Die Zahl der Teilnehmer ist auf 120 begrenzt. „Jede Mode ist willkommen“, sagt Torsten Bremer, der in seine historische Uniform – wie viele andere Teilnehmer – mehrere Tausend Euro investiert hat. „Dazu wird es ein Buffet geben und eine Vorstellung vor dem ’schwedischen König’“. Der Ball wird über die Eintrittskarten finanziert. Sonst sind alle Veranstaltungen kostenfrei. „Noch gibt es Karten“, sagt Wehowsky. Interessierte sollten jedoch schnell sein.

Über 200 Akteure bei der „Schlacht um Stralsund

Kanonenschüsse bei den Stralsunder Schilltagen. Quelle: Schützen-Compagnie.

Bei den letzten Schilltagen vor zwei Jahren wurde die Anzahl von 250 Teilnehmern für das historische Reenactment (Neuinszenierung) geknackt. Dieses Jahr werden an den Schlachtdarstellungen insgesamt 280 Menschen in historischen Uniformen teilnehmen. Darunter auch 70 Schweden und 15 Norweger. Dabei hatten die Schilltage 2004 klein angefangen. „Damals hatten wir eine Kanone aus Rostock und waren insgesamt 20 Akteure“, erinnert sich Wehowsky. „Für die Kanonengefechte haben wir jetzt sieben Kanonen und zwei Mörser.“ Auch das Publikumsinteresse hätte massiv zugenommen. „Am Anfang hatten wir rund 30 Zuschauer“, sagt Wehowsky. „Zuletzt werden es drei bis vier Tausend gewesen sein. Einige reservieren sich jetzt schon Tische, um unseren Umzug von einem Restaurant mit Bierchen oder Kaffee zu beobachten.“

Stündlich Bühnen-Darbietungen auf dem Alten Markt

Am Sonnabend werden auf der Bühne auf dem Alten Markt stündlich unterschiedlichste Darbietungen gezeigt. Dazu zählen unter anderem eine historische Schlachtung und das sächsische Wissenschaftskorps führt vor, wie damals Wissenschaft und Technik funktioniert haben. Los geht aber gegen es 14 Uhr mit einer Heerschau. Eine Stunde später beginnt dann das Herzstück, die „Schlacht um Stralsund“. Ein Kanonenduell an den Weißen Brücken, Pulverdampfwolken werden dann über die Dächer der Hansestadt wehen und der Donner der Schüsse rollt über die Teiche Stralsunds. „Da bekommen die Zuschauer ein Gefühl dafür, wie es damals war, wenn richtig geschossen wurde“, sagt Wehowsky. „Es ist viel lauter und intensiver als historische TV-Filme dies vermitteln können.“ Im Anschluss werden die Akteure in den Straßen der Altstadt die historischen Ereignisse von 1809 vor Stralsund und vom Tode des Majors Ferdinand von Schill nachstellen.

Historisches Biwak: Leben ohne Strom und Warmwasser

Besonders schön soll auch das historische Biwak am Hansa Gymnasium werden. „Dort werden nicht nur militärische Komponenten vorgestellt, sondern alle Lebensbereiche der damaligen Zeit“, sagt Gabriele. „Am Freitag wird es aufgebaut. Dann kann man die Darsteller dort besuchen. Ich finde besonders schön, dass die Leute dort die Vergangenheit richtig Leben. Selbst die Kinder sind historisch gekleidet und spielen mit dem Spielzeug aus der damaligen Zeit.“ „Man schläft im Stroh, kocht über offenem Feuer, wäscht sich unter kaltem Wasser und hat keinen Strom fürs Handy“, ergänzt Ehemann Ingolf Wehowsky. „Es wird eng auf der Hansawiese. So groß war das Biwak noch nie. Aber der Platz sollte reichen.“

Auch neu ist am Abend der große Zapfenstreich. „Da freue ich mich besonders drauf“, sagt Wehoswky. „Wir verbinden dort Stralsunder Geschichte und schwedische Tradition.“ So wird unter anderem von den Schweden zur Blasmusik aufgespielt. Ein abendliches Kanonenschießen am Sund rundet den Sonnabend dann ab.

Straßensperrungen an Schilltagen

Vom 30. August bis 1. September findet in Stralsund das Schill Reenactment (Neuinszenierung) zu Ehren von Ferdinand von Schill statt. Dabei werden am 31. August zwischen 14.30 Uhr und 16 Uhr ein historischer Umzug mit Kanonenschießen und nachgestellten Kampfhandlungen in der Altstadt zu erleben sein.Einbezogen werden die Weißen Brücken, der Knieperwall, die Küterbastion, der Küterdamm, die Straße Am Kütertor, die Heilgeiststraße, die Ossenreyerstraße sowie der Alte Markt bis zur Fährstraße. Diese Bereiche sind wegen der Veranstaltung kurzzeitig für den Verkehr voll gesperrt. Nicht genutzt werden können am 31. August in der Zeit von 13 Uhr bis 16 Uhr zudem die Bewohnerparkplätze in der Fährstraße, Heilgeiststraße und Am Kütertor. Dort gilt im genannten Zeitraum Halteverbot.Dargestellt wird das Leben vor rund 200 Jahren. Den Rahmen bilden die Ereignisse vom 31. Mai 1809. Die Schilltage werden alle zwei Jahre von der Stralsunder Schützen-Compagnie initiiert. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.schilltage.de.

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