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Stralsund Nach Konzertabbruch: Schließt der Bürgergarten in Stralsund?
Vorpommern Stralsund Nach Konzertabbruch: Schließt der Bürgergarten in Stralsund?
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18:26 30.09.2019
Feste Größe im Bürgergarten: Der Bootsverleih. Steht der beliebte Treffpunkt vor dem Aus? Quelle: Anke Hanusik
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Stralsund

Der Stralsunder Bürgergarten am Knieperteich, beliebter Treffpunkt für Klein und Groß, steht vor dem Aus. Das ist zumindest einem Eintrag auf dessen Facebookseite zu entnehmen: „Der Bürgergarten schließt aus gegebenem Anlass endgültig zum 31.10.2019.“

Konzertabbruch nach Beschwerde

Was war passiert? Am Sonnabend war im Rahmen der Interkulturellen Woche zu einem Konzert in den Bürgergarten eingeladen worden. Die Stralsunder Bands „Nasty“ und „Martha Friedberg“ waren im Bürgergarten aufgetreten. „Uns hat gegen 19.30 Uhr eine Beschwerde über extrem laute Musik erreicht“, erklärt Mathias Müller, Pressesprecher der Polizeiinspektion Stralsund.“ Vor Ort haben die Beamten den Betreiber des Bürgergartens, Bert Linke, aufgefordert, die Lautstärke zu reduzieren. Das war zunächst geschehen, allerdings nicht ausreichend, so dass die Polizisten nochmals aufforderten, die Musik leiser zu machen. Gegen 20.35 Uhr habe der Veranstalter das Konzert in seiner eigentlichen Form dann auf eigene Veranlassung abgebrochen.

Politiker-Speed-Dating im Bürgergarten Stralsund: Claudia Müller und Jürgen Suhr von den Grünen stehen für zweieinhalb Minuten Peter Bischoff Rede und Antwort (v.l.). Quelle: Christian Rödel

Vielleicht war das der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, denn Bert Linke machte seinem Ärger am Sonnabend darüber Luft, dass er genug habe von den „Kleingeistern“, die ständig die Polizei rufen würden, damit Veranstaltungen im Bürgergarten vorzeitig beendet werden. „Das ist frustrierend. Wir sind ein Ort der Begegnung, der Bildung, der Demokratie“, erklärte der 42-Jährige dem Publikum. Er sei es leid, gegen solche Widerstände anrennen zu müssen, deshalb werde der Bürgergarten endgültig zum Ende Oktober geschlossen. Am Montag war Bert Linke nicht erreichbar.

Enormer Verlust für die Stadt

„Das wäre ein riesiger Verlust für Stralsund“, erklärt Michael Philippen von den Bürgern für Stralsund. Er sei nicht nur gern privat dort, sondern auch für die Fraktion ist der Platz am Knieperteich ein Treffpunkt geworden. „Es ist schon Wahnsinn, was Bert Linke in den vergangenen Jahren angeschoben und auf die Beine gestellt hat, und wie sich dieser Ort entwickelt hat. Die zahlreichen Veranstaltungen sind für die breite Masse, da ist für jeden etwas dabei“, sagt Michael Philippen. Er hoffe nur, dass unter das Kapitel Bürgergarten noch kein Strich gezogen sei.

Großes Fragezeichen auch bei der Hansestadt: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine Aussagen zur Schließung des Bürgergartens machen, da uns wichtige Hintergrundinformationen fehlen“, erklärte Pressesprecher Peter Koslik auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG.

Ein Leuchtturm für Weltoffenheit

Erst im vergangenen Jahr hatten die beiden Hansestädter Bert Linke und Marcel Klehm den „Otto-Wels-Preis für Demokratie“ von der SPD-Bundestagsfraktion für das Kinderfest „Bunte Popel“ erhalten, das sie seit sechs Jahren im Bürgergarten initiieren. In der Laudatio hieß es damals dazu: „Das Kinderfest ist ein vorbildliches Projekt dafür, Rassisten keinen Raum zu lassen und sich wehrhaft mit einer großen Portion Humor für Toleranz, Meinungsfreiheit und friedliches Miteinander einzusetzen.“

Bert Linke (l.) und Marcel Klehm haben im vergangenen Jahr in Berlin den Otto-Wels-Peis für Demokratie erhalten. Das Segelboot-Modell hatten die Stralsunder als Geschenk mit in die Hauptstadt genommen. Quelle: privat

Dieses Miteinander ist von jeher die Prämisse Bert Linkes: „Gemeinsam ist besser als gegeneinander“, erklärte er in einem früheren Interview. Der Betreiber des Bürgergartens steckt voller Ideen, mit denen er seine Heimatstadt gern bereichern und das Angebot erweitern möchte – und das mittlerweile mit vielen lokalen Vereinen, Institutionen und Engagierten gemeinsam. Die Nutznießer sind eigentlich vor allem die Hansestädter selbst.

Von Miriam Weber

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