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Stralsund Schüler in Stralsund streiken für bessere Klimapolitik
Vorpommern Stralsund Schüler in Stralsund streiken für bessere Klimapolitik
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09:48 16.03.2019
Knapp 500 Schüler haben sich am Freitag an der Schülerdemonstration unter dem Motto „Fridays For Future“ in Stralsund beteiligt. Quelle: Stefan Sauer
Stralsund

Knapp 500 Schüler sind am Freitag in Stralsund dem weltweiten Aufruf gefolgt, unter dem Motto „Fridays For Future“ (Freitage für die Zukunft) für einen besseren Klimaschutz auf die Straße zu gehen. „Wir kämpfen nicht nur für unsere Zukunft, sondern auch für unsere traurige Gegenwart“, sagte Josefine Birkholz, Schülerin am Schulzentrum am Sund auf dem Alten Markt. Und weiter: „Lasst uns anfangen, Vorbilder zu sein für die Politiker. Die Generationen vor uns haben uns diesen Schlamassel eingebrockt.“

Um ihren Schülern die Chance zu geben, ohne Sanktionen an der Aktion teilnehmen zu können, hatten einige Lehrer ihren Unterricht von der Schule auf den Alten Markt verlegt. „Ich bin mit meinem Kurs aus der 11. Klasse hier“, erklärte Heide Zimmermann, Lehrerin am Hansa-Gymnasium. „Wir befassen uns derzeit mit Alltagsethik.“ Engagement gehöre dazu, das wisse man aus der Theorie im Unterricht, doch so könne man sich auch praktisch damit auseinandersetzen. Ihre Kollegin Una Jungnickel pflichtete ihr bei: „Im Englischunterricht behandeln wir das Thema ,Our one world’, dazu gehört definitiv Klimaschutz“, sagt die Lehrerin vom Hansa-Gymnasium. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hatte im Vorfeld gefordert, dass alle Schüler, die während der Schulzeit an den Demonstrationen teilnehmen, mit Konsequenzen rechnen müssten, da es in Deutschland eine Schulpflicht gebe. Dazu erklärte die 17-jährige Johanna Heindl, eine der Mitinitiatoren, im Vorfeld: „Die Politiker haben die Pflicht, für eine Zukunft und einen lebenswerten Planeten zu sorgen, während wir die Schulpflicht haben. Die Politiker erfüllen ihre Pflicht nicht, wieso sollten wir unsere erfüllen?“

Um ihre Kinder genau in dieser Frage zu unterstützen, hatten sich auch einige Eltern unter die Demonstrierenden gemischt. Und es waren nicht nur Schüler, die ein Zeichen setzen wollten. Unter die Demonstrierenden hatten sich auch einige Eltern gemischt, „um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen“, wie Simone Manthey erklärte. „Und in ihrem Engagement zu bestärken“, fügte Sandra Kothe-Woywode hinzu.

Schüler demonstrieren für besseren Klimaschutz

Unterstützung bekamen die Stralsunder Schüler von der Insel Rügen. 60 Mädchen und Jungen der Freien Schule Rügen reihten sich in den Demonstrationszug ein. „Unsere Schule trägt den Untertitel Umweltschule“, sagte die pädagogische Leiterin der Schule Monika Morawietz. „Hier können wir aktiv zeigen, dass wir uns der Verantwortung, die wir alle tragen, bewusst sind.“

Als einen „ersten Hoffnungsschimmer seit Jahrzehnten“ bezeichnete Christopher Kerkovius die Aktion der Schüler in Stralsund und weltweit. „Es ist gut, dass die jungen Leute endlich aufstehen gegen ihre Eltern und Großeltern“, sagte der 74-jährige Rentner aus Kramerhof. Er könne das Engagement der Schüler nur begrüßen und unterstützen.

Vorbild der Aktion „Fridays For Future“ ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Seit Monaten tritt die 16-Jährige freitags in Stockholm in den Schulstreik, und protestiert damit gegen die Klimapolitik. Tausende Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt folgen mittlerweile ihrem Beispiel.

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