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Stralsund Kamele durch die Kirche laufen lassen
Vorpommern Stralsund Kamele durch die Kirche laufen lassen
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11:18 04.12.2019
Das Duo Safar mit Jawad Salkhordeh (l.) und Jacob Przemus (r.) hat mit der Mecklenburger AnStiftung ein Konzert für Schüler in der Kulturkirche St. Jakobi gegeben. Die Schüler aus Niepars Hanna Busse, Marieke Wenzel und Leon Hochfeld waren begeistert. Quelle: Miriam Weber
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Niepars/Stralsund

Da läuft ein Kamel mitten durch den Gustav-Adolf-Saal der Kulturkirche St. Jakobi! „Zumindest konnte man sich das gut vorstellen“, sagt Leon Hochfeld. Der Zwölfjährige ist Schüler an der Regionalen Schule „Prof. Gustav Pflugradt“ in Niepars und besuchte mit seiner Klasse ein Konzert für Schüler. Und was die beiden Musiker Jawad Salkhordeh und Jacob Przemus mit ihren Trommeln und Schlaginstrumenten auf die Bühne zauberten, war einfach nur „cool“, wie Leon sagt.

Demokratie ist bunt

Das Schülerkonzert gehört zum Projekt „WarmUp!“, das seit 2017 für drei Jahre an der Pflugradt-Schule läuft und von der Mecklenburger „AnStiftung“ initiiert wird. Im Mittelpunkt steht die Demokratie im weitesten Sinne. Um den Schülern dieses nur vermeintlich trockene Thema näher zu bringen, können die teilnehmenden Schulen aus einem riesigen Pool verschiedene Veranstaltungen auswählen. Die Bandbreite reicht von unterschiedlichen Themen wie Kulturen, Vorurteilen, bis hin zu Cybermobbing oder das Erwerben von Medienkompetenzen. Bei allen Workshops oder Seminaren werden so ganz nebenbei auch Werte vermittelt und vor allem Ängste genommen.

Das war schließlich auch das Ziel von Jawad Salkhordeh und Jacob Przemus. „Die Grundlage von Rassismus ist oft die Angst vor dem Unbekannten“, sagt Jacob Przemus. „Das würden wir gern mit unseren gemeinsamen Konzerten etwas entschärfen“, erklärt der gebürtige Rostocker. Gemeinsam – das bedeutet, dass er mit Jawad Salkhordeh als Duo Safar auf der Bühne steht. „Safar, das ist Persisch und bedeutet Reise“, erklärt Jawad Salkhordeh, der aus dem Iran kommt, aber mittlerweile in Berlin lebt.

Berührungspunkte schaffen

Für ihre Konzerte mixen sie Traditionelles mit modernen Elementen. Während der 39-jährige Jawad Salkhordeh die Setar, eine Langhalslaute, und die Trommel Tombak spielt, sitzt der 34-jährige Jacob Przemus am Drumset. Doch das Duo Safar nimmt die Schüler nicht nur mit auf eine musikalische Reise, sondern liefert nebenbei viele Informationen über den Iran. „Das Bild, das in den Nachrichten vom Iran gezeichnet wird, ist sehr eindimensional“, sagt Jacob Przemus. „Natürlich gibt es dort politische Probleme und auch Probleme mit Menschenrechten. Das soll auch benannt werden. Aber der Iran ist so viel mehr.“ Die Berichterstattung werde der reichhaltigen Kultur des Landes nicht gerecht. „Wir wollen ein vielschichtigeres Bild entwickeln.“

Die vielen Hintergrundinfos rund um die Kultur, wie etwa das Essen oder die Bräuche, kommen bei den Schülern gut an. „Ich habe vorher nicht viel vom Iran gewusst“, sagt Marieke Wenzel und ihre Freundin Hanna Busse ergänzt: „Es war spannend, etwas über das Land zu erfahren. Die Musik fand ich richtig interessant, das war mal etwas ganz anderes.“ Auch die Klassenlehrerin der 6b, Anja Degwitz, war begeistert und ließ sich im Anschluss an das Konzert gemeinsam mit ihren Schülern die Instrumente zeigen und erklären.

Für Jacob Przemus und Jawad Salkhordeh also eine erfolgreiche musikalische Stunde. „Schüler sind doch für vieles offen“, sagt Jacob Przemus. In unserem Bundesland gebe es oft wenige Berührungspunkte zwischen Menschen aus anderen Ländern und Kulturen und uns. „Dabei kann man Vorurteile am besten abbauen, wenn man jemanden einfach mal kennenlernt. Mit unseren Konzerten können wir vielleicht solche Erfahrungsräume schaffen und den Anfang machen“, hofft der Musiker.

Von Miriam Weber

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