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Stralsund Sechsmal Nachwuchs in den Horsten des Pommern-Adlers
Vorpommern Stralsund Sechsmal Nachwuchs in den Horsten des Pommern-Adlers
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06:30 17.08.2018
Das ist eins von sechs Schreiadler-Jungtieren, die die Horstbetreuer in diesem Jahr in der Nordvorpommerschen Waldlandschaft gezählt haben. Quelle: Michael Runze
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Stralsund/Schuenhagen

Den Schreiadler zu schützen und ihn in Nordvorpommern wieder richtig heimisch werden zu lassen – das ist ein großes Ziel des Projektes Nordvorpommersche Waldlandschaft, einem Teil des Bundesmodelprojektes „chance.natur“. Diesem Ziel ist die Region nun ein kleines Stück näher gekommen, denn sechs Brutpaare haben für sechsmal Nachwuchs gesorgt. Die Tiere wurden gerade beringt.

„Mit Hilfe der ehrenamtlich tätigen Horstbetreuer und dem in diesem Jahr beauftragten Experten Michael Runze wurden die Brutpaare gefunden und die Beringungen der Jungvögel mit ebenfalls ehrenamtlich tätigen Helfern durchgeführt“, sagt Nicole Wasmund, in der kreisverwaltung verantwortlich für das Projekt. Schreiadler bekommen in der Regel ein bis zwei Junge im Jahr. Aufgrund des angeborenen Kainismus tötet der ältere Nachwuchs meist den Jüngeren. Ein Paar zieht somit meist nur einen Jungvogel pro Saison groß. Wieso es zum „Geschwistermord“ kommt, ist noch nicht sicher aufgeklärt. Eine der Ursachen könnte die Nahrungsverfügbarkeit sein. Genau hier will das Projekt ansetzen.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch etwa 108 Paare, in Deutschland insgesamt 131. Die Nordvorpommersche Waldlandschaft ist eines der wichtigsten Brutgebiete des Schreiadlers in Deutschland. Zwischen 10 und 15 Brutpaare finden sich in Vorpommern-Rügen. Aber nur sechs haben in diesem Jahr erfolgreich gebrütet. Was nun tun, um hier zu unterstützen? „Das Projekt Nordvorpommersche Waldlandschaft sichert Brutwälder und Nahrungsflächen für den Schreiadler. Bereits 29 Hektar Grünland werden inzwischen schreiadlergerecht bewirtschaftet. Weitere Flächen sind derzeit in Vorbereitung“, erklärt Dr. Wasmund. Schreiadlergerecht bedeute, dass die Grünlandflächen bereits früh gemäht werden, und zwar mit dem Balkenmäher. Insgesamt gebe es zwei bis drei Schnitte. Und es werde auf Pflanzenschutzmittel und mineralische Stickstoffdüngung sowie Gülle verzichtet.

Zur richtigen Zeit gemähtes Grünland ist für den Schreiadler als Bodenjäger, der es vor allem auf Mäuse und Frösche abgesehen hat, sehr wichtig. Viele dieser früher extensiv bewirtschafteten Flächen sind heute Acker oder werden so intensiv bewirtschaftet, dass sie für Schreiadler, andere Greifvögel und Störche wertlos geworden sind.„Außerdem fehlt das Wasser im Offenland. Amphibien finden nur noch selten die nötigen Voraussetzungen zur Fortpflanzung und zum Überleben. Das ,chance.natur’-Projekt möchte helfen, Kleingewässer wieder herzurichten, um so die Artenvielfalt und auch den Strukturreichtum der Landschaft zu fördern“, erklärt die Landkreis-Mitarbeiterin und betont, dass man so auch gleich Storch, Rotmilan, Moor- und Grasfrosch etwas Gutes tue.

Doch 29 Hektar sind nicht genug für dieses Vorhaben. Deshalb sucht der Landkreis als Träger des Projektes noch Partner, die Flächen zur Verfügung stellen und bewirtschaften. Die Eigentümer bekommen dafür eine Entschädigung aus dem Fördertopf des Projektes.

Das „chance.natur“-Projekt, das 2015 begann, wird von 18 Kommunen aus der Region unterstützt. Diese und weitere 22 Partner aus Land-, Forst- und Tourismuswirtschaft bestimmen die Mitglieder einer elfköpfigen Lenkungsgruppe. In dieser werden unter dem Vorsitz von Landrat Ralf Drescher (CDU) die Projektmaßnahmen abgestimmt, die bis zum Projektende 2025 umgesetzt werden sollen.„Das Projektteam versucht, auch die Belange der Eigentümer und Flächennutzer zu wahren und in enger Kooperation Maßnahmen im Konsens umzusetzen. Als Ausgleich zum Beispiel für wegfallenden Holzerträge in den Naturwaldparzellen bekommen die Waldbesitzer ebenso einen Ausgleich wie Landwirte, wenn sie uns Flächen zur Verfügung stellen und bewirtschaften“, so Nicole Wasmund.

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