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Stralsund Silvester in der JVA Stralsund: Ein Tag besonderer Wachsamkeit
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Silvester in der JVA Stralsund: Ein Tag besonderer Wachsamkeit

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10:00 22.12.2019
Silvester in der JVA: Obwohl nichts Besonderes auf dem Plan steht, ist dies kein Tag wie jeder andere. Quelle: Kai Lachmann
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Stralsund

Im Gegensatz zu der Vorweihnachtszeit, in der für die Gefangenen einiges getan wird, um die Tradition etwas aufrecht zu erhalten, passiert in Bezug auf den Jahreswechsel und den Silvesterabend in der Justizvollzugsanstalt Stralsund nichts Besonderes. Es gibt kein Feuerwerk, keine knallenden Sektkorken und erst recht keine Party.

Und doch sind die Mitarbeiter an diesem Tag besonders wachsam. Denn das Ende eines Jahres ist für viele ein Anlass, zurückzuschauen und sich zu fragen, was einem das Jahr gebracht hat, was aus einem geworden ist. „Die Gefahr eines Suizids spielt da eine Rolle“, sagt Gefängnissprecherin Michaela Hahn.

Ein trauriger Vorfall seit 2003

„In Deutschland sind im Schnitt 60 000 Menschen in Haft“, informiert Vollzugsleiter Kay Gau. Innerhalb von zehn Jahren würden sich etwa 900 Gefangene das Leben nehmen. „Das Vorkommen von Suiziden ist in der Haft wesentlich höher als in Freiheit“, sagt Gau.

Die Stralsunder Haftanstalt gibt es in der heutigen Form seit 2003. Seitdem hat sich hier ein Gefangener – an Silvester – das Leben genommen. „Die Kollegen sind sehr darauf trainiert, entsprechende Absichten und Anzeichen frühzeitig zu erkennen. Sie kennen die Risikomarker“, berichtet Gau. „Doch in dem Fall hat es sich nicht angekündigt.“

Hier bekommen Sie Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie von Suizidgedanken betroffen sind, kontaktieren Sie die Telefonseelsorge (telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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Von Kai Lachmann

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