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Stralsund Bauzaun statt Panorama: Sorgen um das Geschäft
Vorpommern Stralsund Bauzaun statt Panorama: Sorgen um das Geschäft
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11:54 15.02.2019
An der Stralsunder Hafeninsel sind zahlreiche Spundwände beschädigt. Wegen Einsturzgefahren musste die Kaikante weiträumig abgesperrt werden. Quelle: Carsten Schönebeck
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Stralsund

Die Bauschäden auf der Hafeninsel bereiten nicht nur den Mitarbeitern des städtischen Bauamtes Kopfzerbrechen. Anlieger und andere Gastronomen der Altstadt schauen mit der ein oder anderen Sorge auf den Bauzaun, der sich seit dem Herbst über 150 Meter an der Kaikante erstreckt. Und auf das was folgen wird. Weitere Sperrungen für Fahrzeuge hatte die Stadt vergangene Woche bekannt gegeben. Die Untersuchungen der Bauwerke sind bislang noch nicht abgeschlossen. „Natürlich ist das nicht schön, wenn die Hafeninsel durch Absperrungen unnatraktiver wird“, sagt Uwe Colberg, der in der Nähe der Insel das Hotel „Hafenresidenz“ betreibt. Direkte Anlieger sprechen gar von einer „Vollkatastrophe“.

Sperrungen über Jahre

Wie angekündigt hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung in den vergangenen Tagen Kontakt zu den Unternehmern vor Ort aufgenommen, um über die Situation aufzuklären. Mehrere Spundwände entlang der Anleger sind durch Rost und Abtragungen so instabil geworden, dass die Stadt kurzfristig handeln musste. Eine Sanierung wird nicht nur Millionen kosten, Planungen und Bauarbeiten unter Wasser sind zeitaufwändig. Mindestens zwei Jahre, sehr wahrscheinlich länger dürfte es dauern, bis die Schäden beseitigt sind. Weder zeitlich noch finanziell traut man sich im Bauamt derzeit Prognosen zu. Angedacht war eigentlich nur eine Neugestaltung des Areals. Im Zuge der Vorbereitungen wurden die Unterwasser-Schäden entdeckt.

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Zum Optimismus rät wiederum Eike Sadewater. Der Geschäftsführer des Hotel Scheelehof sitzt auch im Vorstand des Stralsunder Hotel- und Gaststättenverbandes. „Es hilft ja nichts, wenn Dinge getan werden müssen, dann bringt das Einschränkungen mit sich“, sagt er. Er habe mit dem Umbau des Neuen Marktes ähnliche Zeiten erlebt. „Am Ende ist es gut geworden und hat sich positiv auf den Tourismus ausgewirkt.“ Man tue gut daran, sich jetzt auf die Chancen zu konzentrieren, die eine Neugestaltung des Areals an der Hafeninsel mit sich bringe. Man dürfe dabei auch nicht vergessen, dass es oft genug die Unternehmer selbst sind, die mit Baumaßnahmenin der Stadt für Einschränkungen sorgen. Dass die Stadt sich entwickle und attraktiver werde, sei letztlich im Interesse aller.

Stadt hatte Veranstalter gewarnt

Die Absperrungen wirken sich nicht nur auf das alltägliche Hafen-Panorama aus. Auch für Flusskreuzer, die auf Versogrungsfahrzeuge angewiesen sind, und für Veranstaltungen sucht man im Rathaus nach Lösungen. Siegfried Götze, der für den Juni das mehrtägige Angel-Event „Fishing Masters“ organisiert, wurde von den Erkentnissen zumindest nicht überrascht. „Dass es Sperrungen geben kann, war von Anfang an Thema in den Gesprächen mit der Stadt“, sagt er auf Nachfrage. Man habe sich darauf eingestellt. „Wir haben auf Nummer Sicher geplant und werden die Trucks mit den Essensangeboten entsprechend aufstellen“, erläutert er. Der lange Bauzaun werde dadurch verdeckt, die Gorch Fock im Hintergrund sei aberals Blickfänger noch zu sehen.

Für andere Veranstaltungen erwägt man in der Stadtverwaltung den Bauazun durch halb so hohe Gitter zu ersetzen. (Die OZ berichtete.) Doch eine Dauerlösung, wie einige Anlieger gehofft hatten, wird daraus nicht werden. „Die Stadt ist in der Verpflichtung den Bereich zu sichern und zu verhindern, dass jemandem etwas passiert“, so Stadt-Pressesprecher Peter Koslik. Die Kriterien dafür seien hoch gesetzt. Bei der akkuten Einsturzgefahr seien die Gitter nur im Zusammenhang mit Sicherheitspersonal zulässig. Das wäre auf Dauer zu teuer. Auch eine künstlerische Gestaltung des Bauzauns sei keine Lösung, so Koslik. Zu groß die Gefahr, dass der Wind plakatierte Zäune umwirft.

Carsten Schönebeck

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