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Sport Stralsund Deutsche Bohle-Meister kommen vom Sund
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00:02 29.06.2015
157 Teilnehmer aus zehn Bundesländern kämpften auf der Bundeskegelbahn des KV Hansa um die Titel im Behindertenkegeln. Nach 2011 richtete der Verein bereits zum zweiten Mal eine Deutsche Meisterschaft aus und holte dabei auch selbst einige Titel. Fotos (6): Wenke Büssow-Krämer
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Stralsund

Auf der sundischen Bundeskegelbahn des KV Hansa traten von Freitag bis Sonntag 157 Einzelstarter und 80 Mannschaftsstarter aus zehn Bundesländern an, um ihre Deutschen Meister im Behinderten-Kegeln der Sektion Bohle zu küren. Die Sportler der Spielgemeinschaft Greifswald/Stralsund, sowie Joachim Rasch und auch Wilfried Schubert im Einzel, konnten sich als Gastgeber die Titel sichern.

Nach 2011 ist dies bereits die zweite Deutsche Meisterschaft, die die Kegler des KV Hansa an den Sund holen. „Der Verein und auch das Land MV haben hier immer gute Arbeit geleistet, sodass wir mit der Durchführung immer zufrieden waren“, freut sich Turnierleiter Wolfgang Serve vom Deutschen Behindertensportverband, der mit insgesamt sechs Schiedsrichtern im Einsatz war.

Am Freitag gingen die ersten 96 Kegler der Blinden und Sehbehinderten, Rollstuhlfahrer und Mentalbehinderten im Einzel an den Start. Trotz Organisationslast und Aufregung war der Stralsunder Joachim Rasch dann auch schon einer der Ersten, der sich kurz nach Turnierstart mit 742 Holz den Titel des Deutschen Meisters — in der Wettkampfklasse 6b der Sehgeschädigten bei den Senioren — holte.

Überragend ging auch Wilfried Schubert — in der Wettkampfklasse 5 der Vollblinden/Senioren — mit 666 Holz in Führung und heimste den Titel des Deutschen Meisters für sich ein. „Wilfried hat einfach sehr gut gespielt und sich so gegen die starke Konkurrenz aus Neukloster und Magdeburg durchgesetzt. Dank seiner intensiven Trainingsbemühungen konnte er auf seiner Hausbahn punkten“, freut sich Mannschaftsleiter Joachim Rasch mit seinem Trainingspartner.

Gleiches gelang am Samstagvormittag der Spielgemeinschaft Greifswald/Stralsund auch in der Mannschaftswertung der Sehbehinderten mit einem Ergebnis von 2711 Holz, zu dem neben Joachim Rasch, Wilfried Schubert und Mirco Kroll aus Stralsund auch die Greifswalder Ingolf Schumacher, Martin Knop und Wolfgang Schießmann beitrugen.

Bei den körperbehinderten Einzelstartern trat gestern auch Oliver Peitz aus Spandau für den KV Hansa an. „Da es im Berliner Raum keinen Behindertenkegelverband gibt, ist dies für ihn die Möglichkeit an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen“, erklärt Rasch. Der 45-jährige Peitz holte sich den Titel in der WK 2 (Beinschäden).

Zum Gelingen dieses Mammut-Turniers trugen allerdings alle Mitglieder des KV Hansa bei, die sich um Organisation, Bahn und Versorgung gekümmert und teilweise extra Urlaub dafür genommen haben.

Während Bahnwart Gerd Herrmann in der Halle alle Hände voll zu tun hatte, gaben auch die Freiwilligen draußen im Getränkewagen und am Grill rund um die Uhr alles und selbst ein Sanitäter war selbstverständlich immer vor Ort. „Die Organisation ist wie immer super“, lobt auch Jürgen Becher. „Der Verein ist da mittlerweile schon erfahren, da weiß man, dass es funktioniert. Wir sind da nur unterstützend tätig“, sagt der Präsident des Landesverbandes für Behinderten- und Rehasport.

Torsten Hochmann hebt nochmals die Leistung seiner Vereinskollegen hervor. „Was hier auf die Bahn gebracht wurde, ist selbst für uns Normalkegler erstaunlich.“

Ergebnisse
Neben den Stralsunder Erfolgsgaranten gingen noch weitere Sportler aus MV mit Platzierungen aus der Deutschen Meisterschaft hervor.
Unter den Startern mit Beinschäden in der WK 2 holte sich der für den KV Hansa startende Oliver Peitz mit 746 Holz den Titel. Bei den Senioren erreichte Klaus Kulla vom Grabower SV mit 711 Holz Rang drei.
Bei den Teilnehmern mit allgemeinen Behinderungen der WK 4 schaffte es Jaqueline Schädel aus Neukloster mit 673 Holz auf Rang zwei. Unter den Senioren holte Edwin Schultz von Turbine Rostock (705) den dritten Platz.
In der WK5 der Vollblinden belegte Sylvia Schur vom Blau-Weiß Neukloster mit 542 Holz den ersten Platz der Damen. Bei den Herren holte sich Martin Krützmann von Einheit Güstrow den dritten Platz mit 530 Holz. Unter den Senioren kam hinter dem Stralsunder Wilfried Schubert (666), Harry Wilde vom Blau-Weiß Neukloster auf Rang zwei (574).
In der WK 6a der schwer Sehgeschädigten sicherte sich bei den Senioren Werner Klose (Neukloster, 691) den Titel. Der Greifswalder Wolfgang Schießmann kam hier mit 665 Holz auf Rang drei.
Bei den Sehgeschädigten der WK 6b schaffte es Rosalinde Wilde aus Neukloster mit 664 Holz auf den ersten Platz der Seniorinnen. Bei den Herren schaffte es Alfred Hoeckberg (Neukloster, 709) aufs oberste Treppchen. Rolf-Dieter Küster (Güstrow, 709) folgte auf Rang zwei. Bei den Senioren holte sich der Stralsunder Joachim Rasch (742) den Titel.
In der Mannschaftswertung siegte die SG Greifswald7Stralsund mit 2711 Holz. Blau Weiß Neukloster I landete mit 2690 Holz auf Rang drei.
DREI FRAGEN AN...

1Wie schwer war es, die Deutsche Meisterschaft nach Stralsund zu holen?
„Die Meisterschaft findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt und für MV kamen da von den Bahnvoraussetzungen nur Neukloster und Stralsund in Betracht. Da punktet dann Stralsund als touristisches Highlight und mit seiner Infrastruktur.“

2Mit welchen Erwartungen sind Sie persönlich und der Verein an die DM rangegangen?
„Wir haben da sehr auf die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landesverband und dem Verein vertraut. Sportlich gesehen sind wir natürlich klar als Titelverteidiger bei den Blinden und Sehbehinderten angetreten, die auch im letzten Jahr schon zahlreiche Titel im Einzel geholt haben.“
3Welche großen Pläne hat der KV Hansa nach der Ausrichtung solch einer DM im Visier?„Wir bemühen uns natürlich weiterhin um solch große Turniere. Für das nächste Jahr haben wir den Länderpokal mit sechs teilnehmenden Landesverbänden nach Stralsund geholt. Und wer weiß, vielleicht klappt es ja 2020 wieder mit der Deutschen Meisterschaft.“



Wenke Büssow-Krämer

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