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Sport Stralsund Nordsterne wollen ins Meisterschaftsfinale einziehen
Vorpommern Stralsund Sport Stralsund Nordsterne wollen ins Meisterschaftsfinale einziehen
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06:30 14.08.2015
Im Stralsunder Aufgebot stehen Mannschaftskapitän Tobias Busch (r.) und Kevin Wölbert.
Im Stralsunder Aufgebot stehen Mannschaftskapitän Tobias Busch (r.) und Kevin Wölbert. Quelle: Bernd Quaschning
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Stralsund

Alles oder nichts heißt es für den MC Nordstern am Sonnabend in der 1. Speedway-Bundesliga. Die Stralsunder müssen im letzten Vorrunden-Rennen nach Ostfriesland – dort wartet das Liga-Neueinsteiger-Team der „Norden Haie“ auf die Nordsterne. Auch wenn die Gastgeber noch nicht einen Matchpunkt auf ihrem Konto haben, wird es ein ganz schwerer Gang für die Stralsunder.

Die Jungs vom Sund haben zwar schon vier Matchpunkte gebucht, brauchen aber den Auswärtssieg, um mit dem jetzigen Tabellenführer AC Landshut gleichzuziehen und ins Finale zu marschieren. Auch ein Remis würde reichen, das ist in der Speedway-Bundesliga zwar sehr selten, aber Stralsund hat dieses Ergebnis schon zweimal eingefahren, übrigens zweimal gegen Rekordmeister Landshut.

Vom Papier her alles kein Problem, könnte man meinen. Doch der Tabellenletzte hat sich verstärkt und ist mit Zengota, Balinski und dem Ex-Stralsunder Schultz heiß auf den ersten Heimsieg. Allerdings leistet hier der amtierende Deutsche Meister MSC Brokstedt umstrittene Schützenhilfe. Die Schleswig-Holsteiner können nach zwei Niederlagen den Finaleinzug aus eigener Kraft nicht mehr schaffen. Nur wenn Stralsund in Norden verliert, sind die Brokstedter wieder im Geschäft. Und deshalb „leihen“ sie ihren Top-Punktelieferanten Tobias Kroner an die „Norden Haie“ aus. Möglich wird dies durch eine Gastfahrer-Regelung, die greift, wenn ein anderer Fahrer wegen Krankheit ausfällt. Bei Norden ist Marco Gaschka seit vier Monaten per Attest abgemeldet.

„Mal abgesehen davon, dass man in der Bahnsportszene munkelt, Gaschka habe den Stahlschuh an den Nagel gehängt, ist für uns nicht der Ersatz an sich das Problem. Aber dass man sich ausgerechnet den stärksten Mann aus dem Team holt, das von unserer Niederlage am meisten profitiert, hat doch einen faden Beigeschmack. Das ist nicht sportlich“, sagt Nordstern-Vorsitzender Torsten Berger. Und Präsident Bernd Hoppe ergänzt: „Zumal Brokstedt ja schon bei unserem Heimrennen auffiel, als man einen C-Fahrer dehydriert abmeldete, der dann natürlich durch B- und A-Leute ersetzt wurde. Und das, obwohl wir schon geschwächt waren, weil Tobias Busch nach einem Sturz im Krankenhaus lag. Das ist schon alles bitter und trägt nicht dazu bei, die Bundesliga attraktiver zu gestalten.“

„Wenn wir in Norden nicht gewinnen, haben wir es auch nicht verdient, im Finale zu stehen“, sieht es Steffen Leonhardt sportlich und ganz emotionslos. Sicher, wenn sich die Stralsunder auf ihre Stärken konzentrieren, müsste der Sieg drin sein.

Die heimischen Fans vom MC Nordstern tun jedenfalls ihr Bestes: Sie haben einen Bus gechartert, um ihr Sextett morgen live im Norden-Stadion „Halbemond“ anzufeuern.



Ines Sommer