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Sport Stralsund Stralsunder HV verspielt den zweiten Matchball zur Oberligameisterschaft
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19:47 07.04.2019
Jon Ehlers (links) und Martin Brandt (hinten) verlängerten ihren Vertrag beim SHV bereits vor dem Unentschieden in Berlin. Quelle: foto: SÖren Carl
Berlin

Die Handballer des Stralsunder HV haben auch ihre zweite Chance auf die frühzeitige Meisterschaft in der Oberliga Ostsee-Spree nicht genutzt. Nachdem der SHV die Partie bei der SG OSF Berlin 45 Minuten lang fest im Griff hatte, entwickelte sich eine dramatische Schlussphase, in der Benjamin Hinz nach Ablauf der Spielzeit per Siebenmeter ein 25:25 sicherte. „Seit wir wussten, dass wir vier Spieltage vor Schluss bereits Meister hätten sein können, spielen wir verkrampft. Vorher haben wir schön und befreit aufgetrumpft“, hadert Stralsunds Trainer Steffen Fischer.

Bei der SG startete der SHV relativ unverkrampft. Hinz eröffnete die Torejagd per Strafwurf (3.), Martin Hofmann erhöhte wenig später auf 3:0 (6.). Der Drei-Tore-Vorsprung zog sich durch die erste Halbzeit. Hinz – wieder per Siebenmeter – setzte den 14:11-Schlusspunkt auf die erste halbe Stunde. Der SHV kam mit Dampf aus der Pause, erhöhte zwischenzeitlich auf fünf Tore (18:13/39.). Der Meistertitel war zum Greifen nahe.

Doch plötzlich der Einbruch: In der 48. Minute waren die Berliner wieder dran – nur noch 19:21. „Wir wurden nervös, weil der Gegner wieder Lunte gerochen hatte“, erklärte Fischer. Knapp zwei Minuten vor Schluss folgte der erstmalige Ausgleich (24:24). Dann ging es hoch her: Erst verwarf Hinz einen Siebenmeter, dann gingen die Berliner sogar in Front, ehe Martin Brandt mit einem Strafwurf die Chance zum Ausgleich vergab. Der Titel war tatsächlich in Gefahr.

Nach der Auszeit der Hausherren klaute Florian Zemlin den Berlinern den Ball. Auszeit SHV. Fischer setzte alles auf eine Karte, brachte für den Torhüter einen zweiten Kreisläufer und tüftelte mit seinem Team einen letzten Spielzug aus. In den verbleibenden acht Sekunden holte die Stralsunder tatsächlich noch einen Siebenmeter heraus, bei dem Torjäger Hinz die Nerven behielt. „Das war trotz des negativen Verlaufs in der Schlussphase noch ein gutes Aufbäumen meiner Jungs“, atmete Fischer durch.

Das Last-Minute-Unentschieden bedeutet aber, dass der Spitzenreiter die Meisterfeier erneut um eine Woche verschieben muss. Verfolger HSV Insel Usedom rückte zwei Spiele vor Schluss auf drei Punkte ran, nachdem die Insulaner am Sonnabend mit einem 30:22-Erfolg den Abstieg von Fortuna Neubrandenburg besiegelt haben. Das große Zittern beginnt bei den Stralsundern aber (noch) nicht. „Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden“, beruhigt Fischer, der jetzt vor allem als Mentalcoach gefragt ist. „Es geht nicht ums Sportliche – wir waren in Berlin die klar bessere Mannschaft. Es ist auch keine Einstellungssache, sondern eine Konzentrationsfrage.“

Der Coach will unter der Woche versuchen, in vielen Gesprächen, die Köpfe der Spieler frei zu kriegen. „Ich werde beim Training am Dienstag diverse Fragen an die Mannschaft stellen müssen.“ Mit freien Köpfen soll es dann am Sonnabend im dritten Anlauf mit dem Oberligatitel klappen. Dazu müssen die Stralsunder wieder Richtung Berlin zum zuletzt schwächelnden HV Grün-Weiß Werder (vier Pleiten in Folge).

Drei Vertragsverlängerungen

Der Stralsunder HV bastelt derweil weiter an dem Kader der Zukunft. Nachdem bereits Tobias Malitz und Florian Zemlin ihre Zusagen für eine weitere Saison im SHV-Trikot gegeben haben, gab der Verein in der vergangenen Woche die Verlängerungen von Jon Ehlers, Fynn-Martin Tippelt und Kapitän Martin Brandt bekannt. „Alle drei Spieler haben uns vom ersten Gespräch an signalisiert, sich ausschließlich mit Stralsund zu beschäftigen. Deswegen freut es mich sehr, dass die Verträge jetzt unterzeichnet sind. Das gibt uns Planungssicherheit und die Jungs können sich zu 100 Prozent auf unsere sportlichen Zielstellungen konzentrieren“, wird Trainer Steffen Fischer auf der Vereinsseite zitiert.

Reserve scheitert im Siebenmeterwerfen

Mit einer Delegation der Oberliga-Handballer um Benjamin Hinz, Corvin Obst und Fynn-Martin Tippelt verpasste die „Zweite“ des SHV nur hauchdünn den Sieg im Landespokal. Im Finale unterlag die Reserve der TSG Wismar im Siebenmeterschießen mit 3:4, nachdem Ole Pomorin in letzter Sekunde der regulären Spielzeit noch zum 23:23 getroffen hatte. Zuvor schaltete der SHV überraschend den Güstrower HV im Halbfinale aus.

SHV: Malitz, Korth – Badendieck, Tippelt, Landwehrs 1, Brandt 5, Hoffmann 2, Vanek 2, Hinz 11/5, Obst, Zemlin 1, Trupp 2, Ehlers 1 OSF: Harries, Petersen – Pate, Cromm 1, Bartels 2, Werner, Werth 8/3, Stark 3, Schweitzer 2, Weber 7, Raffegeau 1, Wieschollek 1, von Rumohr, Wessel Siebenmeter: SHV 5/7, OSF 3/6 Strafminuten: SHV 8, OSF 10

Horst Schreiber

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