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Stralsund Vorpommern live: Zwischen Feuerwehr, Freibad und Fußball-Lounge
Vorpommern Stralsund Vorpommern live: Zwischen Feuerwehr, Freibad und Fußball-Lounge
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14:44 12.07.2019
Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD, l.) besuchte während seiner Kleinstadt-Tour Richtenberg und Franzburg. Hier erklärt Feuerwehr-Chef Andreas Lampe (2.v.l.) gemeinsam mit Bürgermeister Karldiether Wegner (r.) und Stadtvertreter Raimond Machotta die Lage an der Technik-Front. Quelle: Ines Sommer
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Richtenberg/Franzburg

„Ist Richtenberg wirklich die kleinste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern“, fragte Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) am Donnerstag etwas ungläubig, als er von Bürgermeister Karldiether Wegner (parteilos) durchs Rathaus der Kleinstadt geführt wird. „Also von der Einwohnerzahl her schon, wir hatten zwar mal fast 2000, aber jetzt liegen wir bei 1300, und damit sind wir die kleinste Stadt.“

Nachdem das geklärt war, ließ sich der Gast von Verwaltungschefin Marita Klatt das Amt Franzburg-Richtenberg mit seiner Besonderheiten kurz vorstellen, und dann ging es auch schon auf Tour. Denn Karldiether Wegner und sein Stadtvertreter-Kollege Raimond Machotta hatte gemeinsam mit Feuerwehr-Chef Andreas Lampe alles akribisch durchgetaktet.

Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) besuchte während seiner Kleinstadt-Tour auch den Aussichtsturm am Richtenberger See. Quelle: Ines Sommer

Da gab es zunächst eine kleine Rundfahrt durch die verschiedenen Wohngebiete. Bittere Themen, wie die Schließung der Grundschule, kamen da ebenso zur Sprache wie der Mangel an Bauplätzen. „Die letzten Lücken sind geschlossen, wir wollen jetzt neue Baufelder erschließen“, so das Stadtoberhaupt, das mit Infos nur so um sich schlug – und ganz nebenbei noch Fahrer Machotta Anweisung gab, da hatte ein gut aufgelegter Staatssekretär ganz schön Mühe, auch mal zu Wort zu kommen.

Beim Halt am Feuerwehrhaus informierte Andreas Lampe über die Bedingungen der Wehr. „Wir haben Nachwuchssorgen, und das liegt auch daran, dass wir hier keine Schule mehr haben“, legte der Wehrleiter den Finger noch mal in die Wunde. Doch die Beteiligten sind sich darüber im Klaren, dass der Vorpommern-Minister daran auch nichts ändern kann.

Stopp am Richtenberger See

Am Richtenberger See musste die Delegation ein bisschen sportlichen Einsatz zeigen. Zu Fuß ging es nämlich zu einem wunderschönen Fleckchen, dem Aussichtsturm. Von dort hat man einen tollen Blick. Und natürlich klickten da auch die Kameras der Dahlemann-Begleiterinnen – er kam nur mit weiblicher Verstärkung, selbst der Dienst-Audi wurde von einer Frau gelenkt.

Nach ein paar Schritten auf dem Sportplatz angekommen, führte Vorstandsmitglied Andreas Grähning übers Gelände der SG Empor Richtenberg – und zeigte natürlich auch den wunden Punkt – die Sanitäranlagen, deren Sanierung man gern von Herrn Dahlemann gefördert bekommen möchte. Bürgermeister Wegner lädt Dahlemann derweil in seine Fußball-Lounge auf dem Platz ein. „Am besten wir treffen uns zum Spiel gegen Stralsund“, sagt er nicht ohne Stolz, denn in der nächsten Saison ist man zumindest im Fußball mit der großen Hansestadt auf Augenhöhe.

Pfarrhaus mit Pilgerstätte

Letzte Richtenberger Station war das Pfarrhaus, der Kulturtreff-Besuch wurde wegen des schon überzogenen Zeitplans „übersprungen“. Hier hatten die Mitglieder des Gemeindekirchenrats um Monika Tauchert mit viel Liebe und Händen, denen einfach alles Selbstgemachte gelingt, einen Imbiss vorbereitet.

Und natürlich kam dabei auch zur Sprache, dass man noch 90 000 Euro braucht für die Fertigstellung der Pilgerstätte, die sich ja immerhin direkt am Jakobsweg befindet. „Sie könnten Botschafterin für Vorpommern werden“, zollte Dahlemann der enthusiastischen Rede von Monika Tauchert, die nebenbei noch servierte und dabei keine leeren Teller duldete, Respekt.

Abstecher ins Franzburger Schwimmbad

Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) besuchte während seiner Kleinstadt-Tour auch das Franzburger Schwimmbad. Hier von links: Bürgermeister Dieter Holder, Patrick Dahlemann, Schwimmabd-Leiterin Ute Ollenburg und Schwimmmeister Harald Seifried. Quelle: Ines Sommer

Schaut man zurzeit in Franzburg vorbei, kann Bürgermeister Dieter Holder (CDU) gar nicht anders – er muss die Besucher zur Schule führen. Ist die doch ein super Aushängeschild, wurden hier mittlerweile 2,2 Millionen Euro investiert. Und wer das Stadtoberhaupt kennt, weiß, dass er längst die nächsten Baustellen in petto hat. „Jetzt kommt die neue Sporthalle dran, da stecken wir auch 2,3 Millionen rein“, erklärt Dieter Holder beim Schulrundgang, während Dahlemann staunt, was sich Franzburg alles leistet.

Aus diesem Staunen kommt er auch ein paar Hundert Meter weiter nicht raus. „Ihr habt hier ein Schwimmbad? Und das auch noch mit 50-Meter-Bahn?“ Und schon haben ihn Schwimmmeister und Schwimmbad-Chefin in Beschlag. Gemeinsam mit dem Bürgermeister prüfen sie erst mal die Wassertemperatur. „21 Grad, gut da würde ich reingehen“, sagt der Staatssekretär und grinst.

Doch Dieter Holder hat Patrick Dahlemann nicht ohne Grund in die Freizeiteinrichtung geführt, die gerade ihren 50. Geburtstag gefeiert hat. „Wir müssen hier dringend sanieren, und dafür brauchen wir Geld. Das Konzept ist fertig, die Anträge sind gestellt, jetzt muss nur noch einer Ja sagen.“ Damit sich die Riesen-Investition lohnt, könnten die Schulen in Franzburg ja wieder wie früher ihre Schwimmlager durchführen.

Senioren fangen den Staatssekretär ab

Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD, l.) im Gespräch mit Franzburgs Bürgermeister Dieter Holder vor dem Amt für Landwirtschaft. Quelle: Ines Sommer

Die Seniorengruppe des Hauses Schauseil, die wie die Richtenberger Kita-Kinder gerade einen Ausflug ins Schwimmbad machen, fangen den Gast noch kurz vor dem Gehen ab. „Ihr müsst dringend was ändern an der Pflege...“

Auf dem Weg zur Franzburger Feuerwehr leitet Dieter Holder noch einen „Boxenstopp“ am ehemaligen Amt für Landwirtschaft ein. „Das Haus steht seit 2017 leer, das will ich haben“, sagt er dem Staatssekretär auf den Kopf zu und schiebt hinterher: „Hier soll die Amtsverwaltung rein, die platzt im Rathaus aus allen Nähten, und ihr braucht das Gebäude ja nicht mehr.“ Dahlemann verspricht, in Schwerin nachzuhaken.

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) begeistert von Richtenberg und Franzburg. Bürgermeister beider Städte hoffen dennoch auf Unterstützung bei dringenden Projekten.

Ines Sommer

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